Zu sehen ist ein Etagenbett für Kinder, das eine spezielle Variante des klassischen Hochbetts darstellt

Das Hochbett:
Vor- und Nachteile

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Sie sparen Platz, sind häufig bunt und es gibt zahlreiche Designvorschläge: Hochbetten. Sowohl bei Kindern als auch bei (jungen) Erwachsenen ist dieser besondere Bettentyp konstant beliebt, in jüngerer Zeit steigt die Nachfrage merklich an. Immonet fasst die Vor- und Nachteile von Hochbetten zusammen und gibt einen Überblick, worauf Sie beim Kauf und Einbau achten sollten.

Nachfrage nach Hochbetten steigt

Hochbetten werden immer beliebter. „Fast jeder Möbelhersteller hat eins oder mehrere Modelle von Hochbetten im Angebot“, sagt Gabriele Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie. 20 bis 30 Prozent der angebotenen Kinderbetten sind Hochbetten, schätzt Geismann. „Die große Nachfrage könnte auch daran liegen, dass die Zahl der Kinder in den Haushalten wieder steigt, die Wohnungen aber nicht größer werden“, mutmaßt Geismann. Denn Hochbetten sind praktisch und platzsparend. Daher sind sie nicht nur für kleine Jungen und Mädchen attraktiv – auch in Studentenzimmern und Altbauwohnungen kommen sie zum Einsatz.

Charakteristika und Typen von Hochbetten

Als Hochbett wird ein Bett bezeichnet, dessen Liegefläche mehr als einen Meter über dem Fußboden liegt. Der Platz darunter kann als Wohn- oder Stauraum genutzt werden. Hochbetten sind in der Regel Einzelbetten. Die Mehrzahl besteht aus Holz. Metallgestelle finden sich vor allem bei Stockbetten in Jugendherbergen und Kasernen. Es gibt verschiedene Typen von Hochbetten. Beim klassischen Hochbett befindet sich die Liegefläche etwa 1,5 Meter über dem Boden. Der Raum darunter ist frei und kann nach Belieben genutzt werden. Eingebaute Hochbetten sind quasi mit dem Gebäude verwachsen. Ihre Konstruktion ist meist recht komplex und erfordert teilweise eine Baugenehmigung. Sie dienen als Zwischenetage, beispielsweise im Altbau. In der Regel verbleiben sie beim Umzug im Zimmer. Halbhochbetten sind niedriger als klassische Hochbetten. Der gewonnene Platz wird vor allem als Stauraum genutzt.

Hochbett als Eigenbau

Hochbetten als Marke Eigenbau gibt es in unzähligen Varianten. Anleitungen dazu finden sich im Internet. Handwerkliches Geschick ist für den Bau aber vonnöten. Auch sollte bei der Planung das Gewicht berechnet und die Sicherheit bedacht werden, um späteren Unfälle vorzubeugen. Die Kosten sind nicht zwangsläufig geringer als bei einem Bett aus dem Handel. Vorteilhaft ist aber, dass sich solche Eigenkonstruktionen gut den Gegebenheiten und Anforderungen der Wohnung anpassen lassen.

Hochbetten für Kinder

Der am weitesten verbreitete Typ ist das Kinderhochbett. Dieses gibt es auch in der Variante Spielbett, das zusätzlich mit Rutschen, Kletterstangen oder Seilen ausgestattet ist und wie ein Abenteuerspielplatz für die Kleinen fungiert. „Sehr häufig zu finden sind im Bereich der Hochbetten für Kinder auch Themenbetten“, sagt Geismann. Märchenmotive wie Prinzessin oder Froschprinz, Piratenwelt, Rennautos oder Dschungel sind dann das Leitthema, das sich in Design, Farben und Bettwäsche wiederfindet. Themenbetten werden immer beliebter und sind oft etwas niedriger als klassische Hochbetten.


Mitwachsende oder umwandelbare Hochbetten richten sich speziell an die Bedürfnisse von Familien. Wird das Kind älter und möchte nicht mehr in einem Hochbett schlafen, muss das Bett nicht zwangsläufig entsorgt werden. „Es gibt Betten, die sich auf eine Normalhöhe umbauen lassen. Alternativ kann man das Kürzen auch selbst übernehmen oder vom Schreiner fachgemäß ausführen lassen“, sagt Geismann. Hochwertige Betten würden jedoch häufig auch an Geschwister oder Verwandte verschenkt oder verkauft.


Sogenannte Etagenbetten unterscheiden sich von klassischen Hochbetten darin, dass sie zwei Schlafstätten bieten: eine oben, eine unten. Dieser Bettentyp wird oft in Jugendherbergen oder Kasernen genutzt. Er ist aber auch in hochwertigeren Ausführungen für Kinderzimmer erhältlich und eignet sich gut für Räume, die sich Geschwister teilen.

Vorteile von Hochbetten

Hochbetten gibt es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Sie schaffen Zusatzraum beziehungsweise erlauben eine effektive Nutzung der Fläche und sind daher besonders gut für kleinere Räume und Nischen geeignet.

„Hochbetten sind für Kinder einfach witzige Möbel, mit denen sie viel Spaß haben und die sie bespielen können“, sagt Geismann. Sie können am Bett rauf- und runterklettern und sich so auch bei schlechtem Wetter drinnen austoben. Die Betten bieten Abwechslung und Kindern ihr eigenes Reich. Gerade für kleine Faulenzer, die sich im Alltag wenig bewegen, bieten Hochbetten eine gute Anregung. Die Betten ermöglichen eine optimale Platznutzung, da die Fläche unter der Liegefläche für den Schrank oder Arbeitsplatz genutzt werden kann. Daher eignen sie sich besonders gut für kleinere Stadtwohnungen. 

Auswahl an Hochbetten für Erwachsene gering

Die Auswahl von Erwachsenenbetten ist im Handel eher gering, obwohl etliche Hersteller gerade nachrüsten. Als klassische Doppelbettvariante sind sie nicht zu haben und Betten, die breit genug für zwei Personen sind, sind selten. Viele Hochbetten sind daher Marke Eigenbau.

Nachteile von Hochbetten

Für Räume mit einer sehr niedrigen Decke eignen sich Hochbetten ab einer bestimmten Höhe nicht mehr. „Dann läge man auf dem Hochbett wie in einer Kiste eingequetscht und das ist ja nicht Sinn der Sache“, sagt Geismann. Zudem ist der Aufbau von Hochbetten vergleichsweise aufwendig, auch das Bettenmachen oder Frischbeziehen kann sehr anstrengend sein.


Hochbetten eignen sich folglich nur für fitte und gesunde Menschen, mit einer Verletzung kann der Aufstieg unangenehm oder unmöglich sein. Wer sein Hochbett nicht auf Beine stellen will, sondern ausschließlich in der Wand verankern möchte, muss eine Genehmigung vom Vermieter einholen. Da die Wände eine sehr hohe Last tragen müssen, kann auch eine Genehmigung des Bauamtes notwendig werden. Das ist ein Aufwand, der sich oft nicht lohnt. Zudem muss die Wandbeschaffenheit eine solche Vorrichtung überhaupt tragen können.

Kinderhochbetten und Sicherheit

Insbesondere bei Hochbetten für Kinder spielt der Aspekt Sicherheit eine große Rolle. Schließlich ist das Bett für die Kinder nicht nur Schlaf-, sondern auch Spielplatz. Hochbetten eignen sich generell nur für Kinder ab einem Alter von sechs Jahren. „Spielende und tobende Kleinkinder unter sechs Jahren können die Gefahr des Herunterstürzens noch nicht einschätzen“, so Karoline Becker von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.. Eltern sollten daher auch den Entwicklungsstand ihres Nachwuchses berücksichtigen.

Das sollten Sie beim Kauf beachten

Damit Eltern nur wirklich sichere Betten ins Haus holen und diese keine Gefahr für den Nachwuchs darstellen, ist es sinnvoll, bei der Wahl eines Hochbettes auf einige Aspekte besonders Wert zu legen. „Es sollte eine ausreichend hohe Brüstung vorhanden sein. Laut Norm soll die Höhe zwischen der Oberkante der Matratze zur Oberkante der Brüstung mindestens 16 cm betragen, empfohlen sind jedoch 30 Zentimeter“, sagt Becker. Normalerweise wird die Matratze mit dem Bett mitgeliefert. Ist das nicht der Fall oder ist eine Neuanschaffung notwendig, berechnet man am besten die entstehende Höhe der Brüstung. „Wählt man ein hohes Matratzenmodell, ist die Brüstung nicht mehr hoch genug“, erklärt Becker. Zur Orientierung ist daher eine Markierung der maximalen Matratzenhöhe am Bett erforderlich.


Der Lattenrost sollte zudem fest im Bettenbodenrahmen liegen. „Das Bettgestell sollte nicht aus Spanplatten, sondern aus Holz oder Metall gefertigt sein und es dürfen keine scharfen, spitzen Kanten vorhanden sein“, so Becker weiter.


Wichtig für die Sicherheit der Jungen und Mädchen ist außerdem die Leiter. „Sie muss fest mit dem Bett verbunden sein und möglichst über einen Handlauf verfügen“, sagt Becker. „Der Abstand der Leitertritte muss zwischen 20 und 30 Zentimeter liegen. Die Stufentiefe sollte mindestens 9 Zentimeter und die nutzbare Breite der Stufenauftritte sollte mindestens 30 cm betragen“, sagt Becker. Sie rät dazu, die Stabilität beispielsweise durch einen Rütteltest am Ausstellungsmodell zu prüfen. Kommen da Zweifel auf, entscheidet man sich lieber für ein anderes Modell.


Das Bett sollte nachweislich die EU-Sicherheitsanforderung DIN EN 747-1 erfüllen. Auch ein GS-Siegel (GS steht für Geprüfte Sicherheit) sollte vorhanden sein. „Die Prüfzeichen vom TÜV bieten eine gute Orientierung in puncto Sicherheit“, sagt Geismann. Sie empfiehlt auch auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte zu achten. „Hochbetten von europäischen Herstellern sind in der Regel sehr gut geprüft“, sagt Geismann. Zeichen wie der blaue Engel geben zusätzliche Gewissheit. Vor allem muss dem Kind das ausgesuchte Modell gefallen. Lassen sie es bereits im Geschäft ausprobieren, ob es das Bett gut erklimmen kann. Für Kinder mit einem sehr unruhigen Schlaf eignen sich Hochbetten weniger gut.

Das sollten Sie bei der Nutzung beachten

„Auch wenn das vom Hersteller nicht vorgegeben wird: Hochbetten sollten immer fest an der Wand angeschraubt werden“, rät Geismann. Da die Kleinen auch schon mal unsachgemäß mit Möbeln umgehen, sollten diese in einem Haushalt mit Kindern immer gesichert sein, um Unfällen vorzubeugen.


Bei der Nutzung helfen einige Vorkehrungen, um die Sicherheit zu erhöhen – schließlich halten sich die Kinder in einer gewissen Höhe auf. „Stellen Sie Regeln auf, zum Beispiel ´Nicht auf dem Bett toben und springen!´“, sagt Becker. Denn allzu leicht kann es passieren, dass ein Kind herunterfällt, wenn es auf dem Bett steht oder hüpft. In diesem Zusammenhang ist auch die Wahl der Matratze entscheidend: Federkernmatratzen laden zum Springen geradezu ein. Deshalb sind sie für Hochbetten von Kindern nicht geeignet. „Verwenden Sie die mitgelieferte Matratze, da sonst die Sicherheitsmaße der Absturzsicherung nicht mehr gewährleistet sind“, sagt Becker – eine höhere Matratze verringere die Sicherheitshöhe.


Zudem empfiehlt die Bundesarbeitsgemeinschaft die Leitern mit einem Anti-Rutschbelag auszustatten und vor dem Bett einen weichen, stoßdämpfenden Untergrund auszulegen. Wenn ein Kind beim Klettern doch mal ungeschickt ist, dämpft ein weicher Untergrund den Fall. „Achten Sie darauf, dass die Leiter fest mit dem Bett verbunden ist“, sagt Becker. Wichtig ist auch, dass genügend Abstand zu Kabeln, Elektrogeräten, Steckdosen, Gardinen, Heizkörpern und Fenstern gewährleistet ist. Kinder sollten zum Beispiel nicht vom Bett aus ans Fenster klettern können. Von hängenden Kabeln geht die Gefahr der Strangulation aus. „Wenn Kleinkinder im Haushalt leben oder zu Besuch sind, sollte ein Hoch- oder Etagenbett gegens Hochklettern gesichert werden – zum Beispiel, indem Sie die Leiter tagsüber ganz abnehmen“, so Becker. Größere Kinder kommen mit Hochbetten aber gut zurecht. Und Bewegung und etwas Übung beim Klettern sind immer noch der beste Schutz vor ernsthaften Verletzungen.


Wie der Raum unter der Liegefläche am besten genutzt werden kann, hängt individuell von den bestehenden Raumverhältnissen ab. In den meisten Fällen ist der Platz jedoch recht dunkel und daher nicht unbedingt der beste Platz für den Schreibtisch eines Schulkindes. Ungenügend natürliches Licht bei den Hausaufgaben kann für Kinderaugen schädlich sein. Daher ist es besser, den Bereich als Stauraum für Schränke oder Regale zu nutzen oder eine Kuschel- oder Spielecke einzurichten.

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