Diese Gebühren fallen beim Hausbau an

Gebühren für den Hausbau - Immonet gibt eine Übersicht
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Neben dem Grundstückskauf und den reinen Herstellungskosten für das Eigenheim fallen weitere Ausgaben und Gebühren an: die Baunebenkosten. Damit es keine bösen Überraschungen bei der Finanzierung gibt, sollten Sie sich vor Baubeginn einen genauen Überblick über alle beim Hausbau anfallenden Gebühren verschaffen. Immonet gibt Tipps, worauf angehende Immobilienbesitzer achten sollten.

Kosten für den Grundbucheintrag und Notar

Schon mit dem Erwerb des Grundstücks sind nicht unerhebliche Gebühren verbunden. So müssen Sie sich als neuer Eigentümer ins Grundbuch eintragen lassen. Dazu benötigen Sie die Unterstützung eines Notars. Allein die Notariatskosten sind bei Eintragungen ins Grundbuch nicht zu unterschätzen. Ein Beispiel: Zahlt ein Bauherr 80.000 Euro für den Kauf eines Grundstücks und lässt er im Rahmen der Finanzierung eine Grundschuld in Höhe von 125.000 Euro ins Grundbuch eintragen, zahlt er am Ende grob kalkuliert rund 630 Euro an das Grundbuchamt und etwa 1.300 Euro an den Notar. Je höher Grundstückswert und einzutragende Grundschuld sind, umso höher fallen am Ende die Gebühren aus.

Kosten für die Baugenehmigung

Ist das Grundstück erworben, geht es um die Baugenehmigung. In der Regel reicht der Architekt oder Bauleiter die erforderlichen Papiere beim zuständigen Bauamt Ihrer Kommune oder Ihres Kreises ein. In einigen Regionen reicht es aus, den Behörden den Baubeginn anzuzeigen. Für die Erteilung der Baugenehmigung werden Gebühren fällig. Bei der Ermittlung der Höhe der Gebühr fließen Informationen wie der umbaute Raum sowie der Bauwert je Kubikmeter ein. Als Faustregel gilt, dass die Höhe der Kosten für den Bauantrag etwa 0,4 bis 0,5 Prozent der gesamten Herstellungskosten der Immobilie ausmacht. Rund 800 Euro sind im Durchschnitt für die Baugenehmigung zu zahlen.

Eine Baugenehmigung benötigen nicht nur die Bauherren neuer Immobilien. Auch wer etwa das Dach ausbaut, einen Anbau an ein bestehendes Haus plant oder den Keller als Wohnraum herrichtet, benötigt unter Umständen eine Baugenehmigung. Bevor die Arbeiten starten, sollten Sie sich ausführlich informieren, was genehmigungspflichtig ist.

Grunderwerbsteuer

Neben den reinen Gebühren kommen auf Häuslebauer weitere Baunebenkosten zu. Dazu zählt zum Beispiel die Grunderwerbssteuer, eine Art Mehrwertsteuer, die beim Immobilien- oder Grundstückskauf fällig wird. Die Höhe variiert von Bundesland zu Bundesland. In Bayern und Sachsen liegt sie bei 3,5 Prozent der Bemessungsgrundlage, in Brandenburg oder Schleswig-Holstein bei 6,5 Prozent.

Kosten für Versicherungen

Mit Blick auf die Bauarbeiten sollten Bauherren eine sogenannte Bauherrenhaftpflicht-Versicherung abschließen. Denn der Aufenthalt auf Baustellen ist gefährlich. Der Bauherr ist in der Pflicht, für die Sicherheit auf der Baustelle zu sorgen. Verletzen sich zum Beispiel spielende Kinder auf der Baustelle, die unerlaubt auf das Gelände gelangt sind, oder stürzt ein Kran um und beschädigt Häuser oder Autos in der Nachbarschaft, springt die Bauherrenhaftpflicht-Versicherung ein.

Wer viele Arbeiten in Eigenleistung erledigt und Bauhelfer aus dem Bekannten- oder Freundeskreis beschäftigt, benötigt eine Bauhelferversicherung. Sie springt ein, wenn ein Bauhelfer auf der Baustelle verunglückt und Schmerzensgeld oder etwaige Folgekosten gezahlt werden müssen. Pro Bauhelfer kostet die Versicherung für ein Jahr etwa 50 bis 100 Euro.

Erschließungskosten

Eine Investition, die Häuslebauer schnell aus dem Blick verlieren können, sind die sogenannten Erschließungskosten. Sie sind an die Kommune für den Straßenausbau zu zahlen. Gerade in Neubaugebieten sind diese Ausgaben nicht unerheblich.

Auch für den Anschluss an das Wasser-, Strom- und Gasnetz sowie die Telekommunikation sind sogenannte Anschlusskosten fällig. Sie müssen an den Energieversorger beziehungsweise den Netzbetreiber von Telefonnetzen gezahlt werden. Auch diese Kosten sind hoch. So liegt ein Hausanschluss an die Gasversorgung für ein Einfamilienhaus bei rund 3.000 Euro.

Kosten fürs Katasteramt

Ist das Eigenheim fertiggestellt, kommt das zuständige Katasteramt ins Spiel. Denn jedes Grundstück und jede Immobilie müssen dort verzeichnet sein. Dazu wird das Grundstück von Fachleuten des Katasteramtes oder von beauftragten Sachverständigen eingemessen. Je nach Größe des Grundstücks und Art der Immobilie fallen an Vermessungskosten schnell Zahlungen in Höhe von mehr als 2.500 Euro an.

Grundsteuer und laufende Kosten

Wer ein Grundstück in Deutschland besitzt, muss außerdem regelmäßig eine Grundsteuer an die jeweilige Kommune entrichten. Die sogenannten fiktiven Hebesätze werden jeweils von den Bundesländern empfohlen. Die Kommune kann mit ihrem Hebesatz jedoch von den Empfehlungen der Länder abweichen.

Weitere laufende Kosten für Grundstückseigentümer sind zum Beispiel die Gebühren für die Straßenreinigung sowie die Ausgaben für den Winterdienst. Auch diese Kosten variieren von Kommune zu Kommune.

Checkliste für Hausbaugebühren und Baunebenkosten:

  • Gebühren an das Grundbuchamt für die Eintragung ins Grundbuch
  • Gebühren für beglaubigte Abzüge aus dem Grundbuch zur Vorlage bei Banken und Behörden
  • Notarkosten für die Änderung der Grundbuch-Eintragung
  • Gebühren für etwaige Eintragungen von Grundschulden in das Grundbuch im Rahmen der Immobilienfinanzierung
  • Gebühren für die Baugenehmigung
  • Grunderwerbssteuer
  • Vermessungskosten
  • Bauherrenhaftpflicht-Versicherung
  • Bauhelferversicherung
  • regelmäßige Grundsteuer
  • Erschließungskosten
  • Hausanschluss für Wasser, Strom, Gas und Telekommunikation
  • Gebühren für Straßenreinigung und den winterlichen Streu- und Räumdienst

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