Trends bei Hängeleuchten

Trends bei Hängeleuchten

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Kaum eine Wohnung kommt heutzutage ohne Hängeleuchte aus. Sie sind die Klassiker unter den Leuchten und es gibt sie in zahlreichen Spielarten und Ausführungen. Welche Hängeleuchten derzeit im Trend liegen, was sie können und wo ihre Defizite liegen, weiß Immonet.

Hängeleuchten sind wichtig für die Grundbeleuchtung

Hängeleuchten werden in der Regel für die Grundbeleuchtung eines Raumes genutzt. Deshalb gehört selbst in der kärgsten Wohnung ein Auslass für eine Hängeleuchte zum Standard. Der Hängeleuchte kommt im Beleuchtungskonzept eines Zimmers in der Regel die Basisfunktion zu – eine gute Grundhelligkeit zu schaffen, um beispielsweise das Staubsaugen und Putzen zu ermöglichen.

Lichtexpertin Iris Vollmann empfiehlt, das Licht nicht zu schwach zu wählen: „Im Wohnraum sollte die Helligkeit mindestens 300 Lux betragen.“ In Lux wird die Helligkeit gemessen, die auf einer Fläche auftrifft. Denn nur ein Teil des Lichtes, das eine Lampe abgibt, kommt auch tatsächlich auf einer Fläche an. Je weiter weg eine Wand ist, umso schwächer erscheint das Licht. Optimal ist es, wenn eine Hängelampe eine Dimmfunktion hat. So kann kann die Helligkeit je nach Situation und Bedarf eingestellt werden.

Auch die Lichtfarbe – warm oder kühl – prägt die Atmosphäre eines Zimmers entscheidend mit. Sie sollte sich nach der Funktion des Raumes richten. Vollmann empfiehlt als Lichtfarbe in Wohnräumen ein warmes Weiß. Das entspricht einem Wert von mindestens Ra 80 (Ra steht für Referenzindex allgemein; diese Kennzahl beschreibt die Qualität der Farbwiedergabe von Lichtquellen).

Verschiedene Typen von Hängeleuchten

Die klassische Hängelampe hat eine Aufhängung, in der das Leuchtmittel steckt und der Lampenschirm hängt. Der Schirm kann aus Stoff, Metall oder Glas bestehen. Er kann hinsichtlich der Form flach und rund, zylindrisch oder kugelförmig sein. Die Auswahl an Farben, Stilen und Designs auf dem Markt ist groß.

Hängeleuchte in Glühbirnenform wirken sehr reduziert und retro-schick: Sie kommen ohne klassischen Schirm aus und ähneln einer – häufig überdimensionierten – Glühbirne. Meist handelt es sich dabei um LED-Lampen. Sie machen sich gut in einem modernen, reduziert gestalteten Umfeld. Für sehr große Räume sind sie weniger geeignet, können dort aber wunderbar in Gruppen aufgehängt werden.   

Lichtpaneele sind derzeit absolut angesagt, weil sie eine gute Helligkeit schaffen und oft viele Zusatzfunktionen bieten. Sie sind auch als Hängeleuchten zu haben. Die Form ist standardmäßig quadratisch, mittlerweile aber auch in abgerundeten und asymmetrischen Designs auf dem Markt. Sie passen gut in Arbeitsräume und in Zimmer, deren Stil eher kühl-modern ist.

Papierlampen, also Hängelampen mit Schirmen aus Papier, sind seit einigen Jahren  konstant beliebt. Die Lampenschirme sind oft kugelrund und in verschiedenen Größen zu haben. Der flexible Werkstoff ermöglicht eine große Bandbreite an Designs: Unregelmäßige Wolkenformen, origamiartig gefaltete Schirme, längliche, runde oder kantige Lampenschirme. Meist sind die Papierkörper Weiß, es gibt sie aber auch in bunten Bonbonfarben oder mit Motiven bedruckt.

Diese Leuchten geben in der Regel ein indirektes, warmes und gedämpftes  Licht ab. Daher eignen sie sich für eine dezente Grundbeleuchtung. Besonders angenehm sind Papierleuchten zum Beispiel im Schlafzimmer oder im Kinderzimmer. Wichtig ist dann allerdings eine entsprechende Zusatzbeleuchtung für den Schreibtisch oder Ergänzungsleuchten für den Kleiderschrank oder Spiegel, damit Farbe und Zustand der Kleidung vernünftig beurteilt werden können. Lampenschirme aus Papier sind preisgünstig und daher gut für Räume geeignet, die häufig umgestaltet werden.

Kronleuchtern ist anzusehen, dass sie ursprünglich mit Kerzen bestückt wurden. Sein Kennzeichen sind mehrere Arme mit Haltefunktionen, heute stecken dort die elektrischen Leuchten. Ringsum sind viele kleine Steinchen aus Kristall oder Glas zur Zierde angebracht. In ihnen bricht sich das Licht, glitzert und bringt tolle Effekte hervor. Wer es pompös mag, wird Kronleuchter lieben. Und nicht jeder Kronleuchter muss an Großmutter Zeiten erinnern. Auch in einem verspielten Mädchenzimmer kann ein zarter Leuchter eine tolle Wirkung entfalten. Kronleuchter eignen sich beispielsweise für Räume im Shabby-Chic-Stil.

Trends bei Hängeleuchten

Die Lampendesigns werden durch die großen Einrichtungstrends unserer Zeit bestimmt. Aktuell stehen Individualität, Gemütlichkeit und die Rückbesinnung auf alte Muster und Werte im Fokus. Alt gegen Neu – bei Lampen geht das oft Hand in Hand. Neue Technik wird mit alten Designs kombiniert. „Die Idee, aus Altem etwas Neues zu generieren, ist der Ansatz vieler Designs, die dekorativ einen sehr mondänen Look inszenieren und Vergangenes neu erschaffen“, sagt Desigerin Claudia Herke vom „stilbüro bora.herke.palmisano“. Ein modernes Design setzt generell auf Leichtigkeit: „In Mode sind grazile Formen. Das hat auch mit den neuen Möglichkeiten der LED-Technik zu tun. Designer nutzen diese Optionen gerne und spielen damit“, sagt Vollmann.

Eine große Rolle beim Material von Hängeleuchten spielt Metall. Leuchten im Retro-Stil der 1960er Jahre kommen meist in dunklen Tönen auf den Markt. Schwarz, anthrazit- und messingfarbene Schirme in geradlinigen Formen sind häufig zu sehen.  Aber auch gold- und silberfarbene Schirme sind in. Neben klaren konischen, halbrunden oder kegelförmigen Designs liegen auch aufwändigere Entwürfe im Trend. So gibt es Lampen, die fast wie schwebende, geschwungene Blätter mit durchbrochenen Flächen wirken und damit den derzeit sehr angesagten floralen Einrichtungsstil in Lampenform umsetzen. Holz ist kaum zu sehen und falls doch, werden nur helle Holzarten eingesetzt.

Ebenfalls im Trend: An dicken Schnüren aufgehängte Gläser, die beige abgetönt werden. Sie haben eine robuste, aber dezente und elegante Ausstrahlung. Für eine gemütliche Atmosphäre wählt man die Leuchtmittel in warmer Lichtfarbe. Die Modelle können sowohl eine moderne als auch eine nostalgische Wirkung erzielen.

Den richtigen Stil finden

Auffällige Hängeleuchten setzen ein Statement, schlichte oder unauffällige Leuchten passen sich dem Wohnumfeld an. Damit Designerstücke optimal zur Geltung kommen, ist besonders die Kombination entscheidend. Ein altmodisches Sofa kann den Glanz besonderer Stücke schnell verschwinden lassen. In einem gepflegten und eleganten Umfeld aber wird eine edle Leuchte als Prachtstück erkannt.  

Dabei muss keineswegs alles aus einem Guss kommen – Stilbrüche sind erlaubt und angesagt und können einen Raum beleben. Wer verschiedene Stile mischen möchte, sollte dennoch nicht zu wild dabei vorgehen. Generell gilt: Eine extravagante Leuchte – etwa ein moderner Lüster oder eine Lampen mit Pailletten – kann einen dezenten Raum aufwerten. Einfache, dezente Leuchten sollten zum Einrichtungsstil passen. Eine Holzlampe im 80er-Jahre-Schick in Kombination mit Hochglanzschränken ist hingegen eher ein Zeichen fehlenden Geschmacks.

Wer Lust auf Extravaganz hat, aber seinem Einrichtungsgeschick nicht traut, setzt lieber auf ein zurückhaltendes Lampenmodell und besondere Wohnaccessoires – die sind leichter auszutauschen.

Einrichten mit Hängelampen

Eine wichtige Regel für das Einrichten mit Hängelampen: Sie dürfen nicht zu tief hängen. Besonders in niedrigen und kleinen Räumen verlieren sie dann ihre Wirkung und werden im schlimmsten Fall zum Störfaktor. Schließlich möchte niemand beim Durchqueren eines Zimmers jedes Mal den Kopf einziehen müssen. Sehr schön zur Geltung kommen Hängelampen hingegen in Altbauzimmern.

Die Größe der Lampe sollte generell zu der Größe des Raumes – oder der beleuchteten Raumecke – passen. Zu kleine Lampen fallen ebenso auf wie überdimensionierte Exemplare. Gleiches gilt für die Aufhängung – die Länge sollte sich an der Größe von Raum und Schirm orientieren und vor allem nicht zu kurz ausfallen. Die Alternative in solchen Fällen sind Deckenlampen, die unmittelbar an die Zimmerdecke angebracht werden.

Eine Herausforderung hinsichtlich der Installation von Hängelampen ist häufig, dass die Auslässe in den Wohnräumen von vornherein mittig im Raum angelegt wurden. Denn die Mitte muss längst nicht immer der beste Ort für die Lampen sein, weil sich die Wirkung der Lampe und des Lichts hier leicht verlieren kann. In den meisten Fällen sollen Hängelampen jedoch für eine gute Allgemeinbeleuchtung des Raums sorgen. Deshalb sollte man nicht nur auf eine ausreichende Lichtstärke achten, sondern auch auf eine gute Position des Lichts.

Wer den Aufhängungsort der Hängeleuchte verändern möchte, um ihre Wirkung zu optimieren oder einen bestimmten Teil des Raumes zu betonen, hat zwei Möglichkeiten. Beide sind relativ simpel umzusetzen und optisch ansprechend. Eine Option sind abgehängte Decken. Wo sie bereits vorhanden sind, kann mit einem vertretbaren Aufwand die Auslassung neu positioniert werden. Auch der nachträgliche Einbau einer abgehängten Decke ist eine Option. Dafür sollte der Raum insgesamt aber recht hoch sein, damit die Hängeleuchte genügend Platz bekommt und die Bewegungsfreiheit der Bewohner nicht einschränkt.

In niedrigeren Neubauten sind Schienensysteme, die an die Decke angebracht werden, eine gute Variante. Sie sind vor allem dort empfehlenswert, wo zu erwarten ist, dass die Position der Lichtquelle noch mal wandern soll – etwa in Räumen, die in einigen Jahren vielleicht ganz anders genutzt werden sollen, etwa Kinder- oder Arbeitszimmer.