Was ist eine Grundschuld?

Was ist eine Grundschuld?
© iStock / Erwin Wodicka

Wenn Sie nicht Ihr ganzes Leben lang Miete zahlen wollen, sondern sich ein Haus kaufen oder bauen möchten, werden Sie vermutlich ein Darlehen bei einem Kreditinstitut aufnehmen müssen. Schließlich hat kaum jemand mehrere 100.000 Euro auf der hohen Kante.

Wenn ein Kreditinstitut Ihnen ein Darlehen zur Finanzierung ihrer Immobilie bewilligt, lässt sich als Sicherheit im Grundbuch eine Grundschuld eintragen. So kann das Institut auf Ihre Immobilie zugreifen und diese veräußern, falls Sie den Kredit nicht mehr bedienen können. So lange sie ihr Darlehen noch abzahlen, gehört Ihre Immobilie auf dem Papier nicht Ihnen, sondern der Bank.

Finanzierungsrechner

/mtl.

Es gibt zwei Arten von Grundschuld

Während die Buchgrundschuld lediglich im Grundbuch eingetragen wird, erstellt die Bundesdruckerei für die Briefgrundschuld zusätzlich einen Grundschuldbrief. Dieser ist eine zusätzliche Sicherheit für den Kreditgeber. Denn damit kann er beweisen, dass er der Eigentümer der Immobilie ist und diese so schneller veräußern. Wenn die Grundschuld hingegen nur im Grundbuch eingetragen ist, muss der Gläubiger erst belegen, dass die Immobilie ihm gehört, was wiederum den Verkaufsvorgang verzögern würde.

Nach Abzahlung des Darlehens: Lassen Sie ihre Grundschuld besser stilllegen als löschen

Wenn Sie Ihr Darlehen abbezahlt haben, können Sie beantragen Ihre Grundschuld im Grundbuchamt löschen zu lassen. Dafür muss der Gläubiger eine so genannte Löschungsbewilligung abgeben und Sie als Eigentümer der Löschung beim Notar zustimmen. Allerdings kosten die Eintragung und Löschung im Grundbuch jeweils Geld. Einige hundert Euro können Sie hingegen sparen, indem Sie die Grundschuld im Grundbuch lediglich stilllegen lassen. Denn so können Sie, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt ein neues Darlehen aufnehmen möchten, die Grundschuld einfach wieder reaktivieren, ohne dafür zahlen zu müssen.

Übertragung der Grundschuldauf Dritte

Eine Grundschuld lässt sich auch übertragen, so können beispielsweise Eltern – sofern Sie das Darlehen für die Hausfinanzierung bereits abgezahlt haben – ihr Haus mit einer Grundschuld erneut belasten, um eine Sicherheit für den Kredit ihres Kindes zu geben. Dieser Vorgang erfolgt durch einen Abtretungsvertrag. Hierfür sind eine Abtretungserklärung in schriftlicher Form und die Umtragung im Grundbuch erforderlich.

Weiterlesen:

Mehr über Hausfinanzierung finden Sie hier