Mehr erfahren über die Vorteile von Glastischen

Glastische: Schön und dezent

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Sie sind seit Jahren fester Bestandteil der Inneneinrichtung und verändern doch kontinuierlich ihre Optik: Glastische. Das ökologische Material Glas lässt sich leicht mit verschiedenen Wohnstilen kombinieren und ist daher sehr beliebt. Immonet gibt einen Überblick über die aktuellen Trends bei Glastischen und Tipps zum richtigen Platz in der Wohnung oder im Haus.

Glastische: Zeitlos und beliebt

Glas ist ein zeitloses Material, deshalb gehören Glastische zu den Klassikern in der Wohnung. „Man findet sie als kleine Beistelltische im Schlafzimmer, als Gartentische auf der Veranda und ins Wohnzimmer passen Glastische ohnehin immer“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie.

Vor- und Nachteile von Glastischen

„Glas ist ein ökologisches Material und lässt sich im Gegensatz zu Kunststoff auch leicht wiederverwerten“, sagt Geismann. „Glastische wirken in der Regel nicht dominant. Da sie oft sehr neutral gestaltet sind, kann man sie zu vielen verschiedenen Wohnstilen kombinieren.“


Glas hat aber auch Nachteile: „Es ist laut, wenn man etwas darauf abstellt“, sagt Wohnexpertin Katharina Semling. Ohne Tischdecke kann es schon beim Ablegen des Bestecks laut werden. Eine Tischdecke mag zwar die Ästhetik schmälern, doch ist auch aus einem anderen Grund praktisch: „Vor allem als Bürotisch ist Glas nervig. Schließlich legt man da seine Hände und Arme ab. Das gibt jedes Mal Flecken“, sagt Semling.


In der Tat ist auf Glastischen jeder Fingerabdruck und jedes Staubkörnchen zu sehen. „Allerdings ziehen sie Staub nicht so stark an wie zum Beispiel Acryl“, sagt Geismann. Wer es blitzblank mag, muss dennoch oft zum Lappen greifen. „Dafür geht die Reinigung aber auch sehr schnell von der Hand. Einmal darübergewischt und der Tisch ist sauber.“ Zurückbleibende Flecken wie auf Holztischen sind bei normaler Reinigung nicht zu befürchten.

Glastische nicht unbedingt für Kinder geeignet

Umstritten sind Glastische, wenn es um den Einsatz in Haushalten mit kleinen Kindern geht. Bruchgefahr, warnen die einen. Dem setzen Hersteller Tische mit gehärtetem Glas entgegen. „Oft haben Glastische auch spitze Kanten, die für kleine Kinder ein Verletzungsrisiko bedeuten“, sagt Geismann. Genauso sind aber auch runde Exemplare oder Tische mit abgerundeten Ecken zu haben. Trendexpertin Gabriela Kaiser ist Mutter und ein Fan von Glastischen. „Man muss die Kinder daran gewöhnen, Untersetzer zu benutzen. Dann ist das alles kein Problem.“


Vorteil und Nachteil gleichermaßen: Glastische sind in der Regel durchsichtig. „Ein Glastisch füllt einen Raum nicht so stark aus wie ein Holztisch“, sagt Kaiser. Man kann allerdings alles sehen, was sich unter der Glasplatte befindet. „Beim Essen kann es ganz schön irritieren, wenn man die Füße sieht“, sagt Semling. „Bücher, Zeitschriften, Schokolade – das kann den Blick anziehen“, ergänzt Geismann.


Es gibt eine Faustregel: Je weniger das Auge verarbeiten muss, umso größer wirkt ein Raum. „Das kann beim Glastisch nachteilig sein, weil man durch ihn alles wahrnehmen kann“, so Semling. „Vorteilhaft ist ein Glastisch, wenn man ganz bewusst einen besonders schönen Teppich präsentieren möchte, der unter dem Tisch liegt.“

Große Auswahl bei Glastischen

Im Esszimmer oder Büro werden Glastische derzeit zwar selten eingesetzt, im Wohnraum erfreuen sie sich aber großer Beliebtheit. „Die Formen sind vielfältig. Es werden sowohl eckige Glastische als auch welche mit runden Formen angeboten“, sagt Kaiser.


Glas entwickelt eine besonders starke Wirkung in Kombination mit anderen Materialien. Das spiegelt sich auch in den aktuellen Entwürfen: „Ein Tisch aus zwei Materialien kann sehr spannend wirken, etwa ein sehr rauer Holztisch mit Glaselementen. Das kann ein Glaskubus sein oder eine Ecke des Tisches komplett aus Glas. Materialrisse im Holz können auch durch Glas aufgefüllt sein“, sagt Semling.


Der Einrichtungstrend geht derzeit weg von großen Couchtischen, hin zu mehreren kleinen Beistelltischen in unterschiedlichen Größen und Materialien, die sich übereinandersetzen lassen. Auch hier spielt Glas eine große Rolle. „Es werden Holz, Glas- und Metallelemente miteinander kombiniert“, beobachtet Geismann.


Im Trend liegen derzeit auch Tische aus getöntem Glas. „Das Material ist nicht mehr nur transparent, sondern erscheint in bunten und dunklen Farben, wie Knallrot, ein tiefes Dunkelgrün, Petrol. Auch Anthrazit ist zu sehen. Das passt sehr gut zu den aktuellen Farbtrends, die sich in eine dunklere Richtung entwickeln“, sagt Kaiser. Dabei sei das Glas manchmal durchscheinend, manchmal wirke das Material hingegen wie lackiert.

Glastische in der Wohnung vielseitig einsetzbar

Glastische sind in sehr vielen Varianten und Materialkombinationen auf dem Markt, daher können sie in einer Wohnung an verschiedenen Stellen zum Einsatz kommen und passen sich meist hervorragend der Umgebung an. „Zu Puristen passt Glas eigentlich immer. Man muss aber aufpassen, denn Glas kann schnell steril und zu kühl wirken“, sagt Kaiser.


Entscheidend seien das Design und der Kontext. Das gilt umso mehr für große Glastische. „Sehr wichtig für die Wirkung eines Glastisches sind die Beine. Dünne Metallbeine lassen einen Glastisch nahezu schweben und sind sehr modern. Glastische mit einem massiven Fuß versprühen hingegen überhaupt keine Leichtigkeit“, sagt Kaiser. Eine Komposition aus einer Glasplatte und Beinen aus Holz ist nicht zufällig ein häufig gewähltes Design: „Glastische entfalten ihre reizvolle Wirkung vor allem in Kombination mit anderen Materialien.“

Expertentipp: Ausgeglichenes Warm-Kalt-Verhältnis

Die Expertin Kaiser empfiehlt, auf ein ausgeglichenes Warm-Kalt-Verhältnis zu achten: „Sehr schön sehen Glastische mit Metallbeinen auf einem Holzfußboden aus.“ Dort, wo der Boden gefliest ist, haben Glastische hingegen nichts verloren – das wirke kalt und ungemütlich.


Für ein angenehmes Warm-Kalt-Verhältnis sei auch die Auswahl der Stühle entscheidend. „Der Trend geht ohnehin zum Stil- und Materialmix. Das kann man sich rund um einen Glastisch zunutze machen und auf Kontraste setzen“, rät Kaiser zu einem spielerischen Umgang mit den Möbeln insgesamt. Einen großen Einfluss auf die Wirkung eines Glastisches hat außerdem die Dekoration des entsprechenden Raumes. Semling plädiert dabei für ein wenig Extravaganz. Glastische, die mit einsehbaren Schubladen ausgestattet sind, könnten ruhig auch mal mutig dekoriert werden: „Wieso nicht mal Matchbox-Autos oder Pixibücher verwenden?“ Wichtig sei aber, dass die Dekoration zur Person passe.