Den Gartenteich selbst anlegen

Den Gartenteich selbst anlegen

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Einen Teich zu beobachten ist Balsam für die Seele. Doch aufgepasst: Ist der Teich nicht richtig angelegt, entwickelt sich schnell ein Tümpel. Deshalb ist vor dem ersten Spatenstich eine gute Planung des Gartenteiches wichtig. Immonet verrät, auf was Sie unbedingt achten sollten und welche Schritte zum gewünschten Ergebnis führen.

1. Schritt – die Teichplanung

Bevor es losgeht, sollten Sie sich überlegen: Was für ein Teich ist gewünscht und wie groß darf er sein? Welcher Standort eignet sich? Soll der Teich kindersicher gebaut sein? Und sind Teichbewohner vorgesehen? Generell kann man sagen: Ein Gartenteich benötigt ausreichend Licht und Schatten. Sechs Stunden Sonne am Tag sind ideal für das Wachstum der Pflanzen. Mehr kann einen Teich aufheizen, was das Algenwachstum unnötig fördert.

Mehr als eine Zierde: Fische im Teich

Platzieren Sie das Gewässer am besten so, dass es während der heißen Mittagssonne von Gehölzen, Bauwerken oder einem Sonnensegel beschattet wird. Achtung: Bäume mit flachem Wurzelwerk wie zum Beispiel Birke, Essigbaum sowie Bambus sollten nicht in unmittelbarer Nähe wachsen. Ist der richtige Platz gefunden, müssen Sie entscheiden, ob Sie den Gartenteich mit Hartkunststoffbecken oder Teichfolie anlegen wollen. Letzteres eröffnet Ihnen mehr Auswahl an Größe, Form und Gestaltung, ist aber etwas aufwändiger.


Wenn Sie viel Gartenfläche zur Verfügung haben, lohnt es sich, diese zu nutzen: Je größer der Teich, desto leichter kann ein biologisches Gleichgewicht entstehen. So reinigt sich das Wasser selbst und der Pflegeaufwand ist gering. Planen Sie jedoch mit einem hohen Fischbestand, muss der Teich mittels Technik gefiltert und gereinigt werden. Exkremente der Teichbewohner überdüngen das Gewässer und bringen es schnell zum „Kippen“. Das kann eine Pumpe verhindern, die den Zu- und Ablauf des Wassers regelt.

Tipps:

  • Machen Sie eine Skizze von Ihrem Garten und zeichnen Sie die Stellen ein, an denen ein Teich entstehen könnte.
  • Bedenken Sie, dass der Teich mit mindestens drei unterschiedlichen Tiefezonen angelegt werden muss. Wenn Fische im Teich schwimmen sollen, muss die tiefste Stelle einen Meter betragen, damit die Tiere überwintern können.
  • Wenn Sie kleine Kinder haben oder öfter Besuch erwarten, sollten Sie den Teich umzäunen.
  • Halten Sie zu Leitungen für Strom, Gas, Wasser oder Abwasser genügend Abstand, da diese gewartet werden müssen.

2. Schritt – der Teichbau

Teich Anlegen mit Kunststoffbecken: Markieren Sie den Umriss des Kunststoffbeckens mit Sand auf dem Boden und heben sie dann die Teichgrube aus. Diese sollte in der Breite und Tiefe etwa zehn Zentimeter tiefer sein, als das Teichbecken misst. Nun kann das Teichbecken in die vorbereitete Grube eingesetzt werden. Wichtig ist, dass die Beckenränder waagerecht sitzen. Damit das Becken nicht mehr verrutscht, füllen Sie es zu einem Drittel mit Wasser auf. Den Zwischenraum rund um das Becken und alle Hohlräume müssen nun mit Sand aufgefüllt werden. Damit sich der Sand überall verteilt, wird er mit Wasser eingeschlämmt.

Tipp:

  • Mit der Wasserwaage immer wieder den waagerechten Sitz des Beckens überprüfen.


Anlegen mit Teichfolie:
Markieren Sie den gewünschten Platz des Teiches mit einer Schnur – diese können Sie so lange ausrichten, bis Ihnen die Form gefällt. Planen Sie gleich die verschiedenen Teichzonen (Sumpfzone bis 10 cm, Flachwasserzone 20-50 cm und Tiefwasserzone 100-150 Meter) mit. Das Gefälle zwischen den Zonen sollte nicht größer als 30 Grad sein. Heben Sie dann die Teichgrube von außen nach innen aus – und zwar tiefer, als es für den späteren Wasserstand vorgesehen ist. Modellieren Sie die Tiefenzonen und heben Sie rund um den Teichrand einen Graben aus, als Abtrennung von der Vegetation außerhalb des Teiches. Es ist wichtig, dass dieser Rand auf einer Ebene liegt – Schieflagen lassen sich mit der Wasserwaage korrigieren.


Wenn Steine und Wurzelreste aus der Grube entfernt worden sind, bedecken Sie diese mit einer zehn Zentimeter dicken Schicht Sand, die Sie festklopfen. Legen Sie darauf ein Teichvlies aus. Dieses schützt später die Teichfolie vor Beschädigungen. Nun kann die Teichfolie über die Mulde gezogen und eingebracht werden. Sie sollte am Rand etwa 50 cm überstehen. Streuen Sie nun eine dünne Schicht feinen Kies oder Sand auf den Boden und gießen Sie vorsichtig Wasser auf.

Tipp:

  • Die Teichfolie lässt sich am besten bei warmem Wetter verlegen, weil sie dann elastischer ist. So lässt sich Faltenwurf vermeiden.   

3. Schritt – das Setzen von Teichpflanzen

Die Tiefzonen des Teiches sollten zunächst mit Wasser gefüllt und dann bepflanzt werden. Zu den beliebtesten gehören Seerosen, der Zungenhahnenfuß oder Rohrkolbenarten. Um sie zu pflanzen, eignen sich Pflanzkörbe und -taschen aus Kokoswolle, die mit Nährboden gefüllt sind. Die Kokoswolle verhindert, dass die Nährstoffe ausgespült werden. Als Untergrund für die Pflanzkörbe legt man eine Schicht Sand aus. Setzen Sie die Pflanzen in den tieferen Zonen vorsichtig ab und bedecken Sie diese mit Sand. Teichpflanzen in der Sumpf-Zone gräbt man in eine Sandschicht ein, bis die Pflanztasche nicht mehr zu sehen ist.

Tipps:

  • Arbeiten Sie bei der Bepflanzung von der tiefsten Stelle hin zum Rand des Teiches.
  • Setzen Sie zu Beginn keine Schwimmpflanzen, denn die anderen Pflanzen brauchen in der ersten Wachstumsphase so viele Nährstoffe, dass für sie nicht genug Nahrung im Wasser bleibt.
  • Verwenden Sie nur nährstoffarme Teicherde, um das Wasser nicht zu überdüngen.  

4. Schritt – Teichbewohner heimisch machen

In einem Gartenteich tummelt sich einiges: Neben Fröschen und Libellen sagen sich hier auch viele Kleinstorganismen gute Nacht. Teichbewohner, die Sie sich selbst aussuchen, sind Fische. Besonders robust und pflegeleicht ist der Goldfisch. Aber auch Goldorfe, Stichling, Schleierschwanz und Koi eignen sich für die Haltung im Teich. Bevor sie ins Wasser gesetzt werden können, muss das Ökosystem allerdings stabil sein – und das kann bis zu einem Jahr dauern. Zusätzlich sollten Sie Schnecken ansiedeln, denn diese sind engagierte Wasserreiniger. Bei einem hohen Fischbestand kommen Sie allerdings nicht ohne Filteranlage aus.

Hinweis:

  • Der Pflegeaufwand des Gartenteiches erhöht sich durch den Fischbestand. Das Wasser sollte täglich von Algen, Laub und anderen Verschmutzungen befreit werden.