In 10 Schritten zum neuen Garten

In 10 Schritten
zum neuen Garten

© iStock / Katarzyna Bialasiewicz

Die Gestaltung von Garten und Terrasse sollte genau geplant und sorgfältig umgesetzt werden. Denn bevor es an die die Auswahl der richtigen Blumen und Pflanzen geht, sind wichtige Vorarbeiten wie die Grundrissplanung und die Bodenaufbereitung zu leisten. Immonet erklärt die Neuanlage eines Gartens in zehn Schritten.

1. Schon beim Hausbau an den Garten denken

Wer schon bei der Hausplanung an den Garten denkt, erspart sich später Arbeit und Zeit. Denn dann können Sie frühzeitig Stromleitungen und Wasserrohre verlegen. In welcher Ecke des Garten diese später genutzt werden, müssen Sie jetzt noch gar nicht entscheiden. Sie vorab zu installieren ist jedoch einfacher und kostengünstiger, als das nachträglich zu tun.

2. Grundlage schaffen

Nach dem Hausbau ist der Boden für den Garten durch den Einsatz von schweren Baumaschinen meistens stark verdichtet. Der Grund muss vor dem Anlegen des Gartens aufgelockert werden, damit Wasser abfließen kann. Gerade bei Lehmböden ist deshalb auch die Einarbeitung von Sand sinnvoll.

Die Fläche sollte nicht zu lange brachliegen. Wer absehen kann, dass die Gartenanlage noch eine Weile warten muss, sollte baldmöglichst Grunddünger ausstreuen. Dieser versorgt den Boden mit den notwendigen Nährstoffen, damit später Pflanzen gedeihen können. Solche Düngemittel gibt es im Handel auch mit Samenmischungen versetzt, aus denen Pflanzen wie beispielsweise Lupinen entstehen, die mit ihren Wurzeln den Boden zusätzlich auflockern.

3. Ideen sammeln

Einen eigenen Garten neu zu gestalten ist eine tolle Gelegenheit, sich eine grüne Ruhezone zu Hause zu schaffen. Alle Familienmitglieder haben Wünsche und Vorstellungen davon, was dazu gehört: Grillplatz, Spielhaus, Kräutergarten oder Obstbäume. Lassen Sie sich bezüglich der Möglichkeiten inspirieren und überstürzen Sie nichts. Schreiben Sie zunächst alle Ideen auf und denken Sie dabei noch nicht an Machbarkeit und Kosten.

4. Grundriss zeichnen

Zeichnen Sie sich einen Plan mit den bestehenden Flächen. Messen Sie alles sorgfältig aus. Hilfreich bei diesem Arbeitsschritt sind Online-Gartenplaner, die im Internet kostenlos zur Verfügung stehen.

5. Grenzen ziehen

Gerade wenn Sie kleine Kinder haben, ist es wichtig, das Grundstück sicher abzugrenzen. Sträucher und Hecken brauchen Zeit, um hoch und dicht zu wachsen. Deswegen ist für den Anfang ein Zaun vielleicht die bessere Wahl. Sie können ihn später teilweise oder ganz abbauen.

Die Kosten für die Umzäunung weichen je nach Material deutlich voneinander ab. Holzlattenzäune bekommen Sie inklusive Aufbau von einem Fachbetrieb ab etwa 30 Euro pro Meter. Metall- oder Kunststoffzäune liegen bei 100 bis 150 Euro. Für steinerne Umrandungen werden bis zu 200 Euro fällig.

Bei einer gängigen Gartengrundstücksgröße von 20 mal 50 Metern sind demnach auch bei der günstigsten Variante Kosten von 2.000 Euro zu kalkulieren, wenn mindestens zwei Seiten umzäunt werden sollen. Bedenken Sie aber, dass Holzzäune viel Pflege benötigen und wegen ihrer Witterungsanfälligkeit häufiger erneuert werden müssen als Metall- oder Kunststoffzäune.


Rechte und Pflichten an der Grundstücksgrenze

Grundsätzlich gilt: Auf seinem Grundstück darf jeder schalten und walten, wie er möchte. Dies gilt allerdings nur, solange er Dritte – also vor allem die Nachbarn – nicht einschränkt. Konkret sind deswegen die Höhe von Anbauten und Pflanzen sowie deren Abstände zu den Nachbarsgrundstücken gesetzlich geregelt.

An der Gartengrenze und beim Sichtschutz gilt das Nachbarrecht. Dieses ist Ländersache und folglich je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet. Darüber hinaus kann es Verordnungen der Gemeinde zu Zäunen, Hecken und Mauern geben. Informieren Sie sich rechtzeitig, um sich doppelte Mühen und Kosten zu ersparen.

6. Rasen als Grundlage

Es ist ratsam, bei der Gartenplanung mit dem Einsäen eines Rasens zu beginnen. So haben Sie bis zur Fertigstellung Ihres Gartens keine ackerähnliche Fläche, sondern schnell einen Ausblick ins Grüne.

Beginnen Sie mit der Anlage des Rasens am besten im April. Zunächst muss der Boden umgegraben werden. Dann benötigt er zwei bis drei Wochen Ruhezeit. Für den nächsten Schritt – das sogenannte Aufkrümeln – sollte die Bodentemperatur über zehn Grad betragen. Ist der Boden so vorbereitet, bringen Sie die Saat aus.

In den folgenden Wochen darf der Rasen keinesfalls austrocknen, also wässern Sie ihn regelmäßig. In den folgenden vier bis sechs Wochen sollte die Fläche so selten wie möglich betreten werden. Danach nimmt der Rasen es Ihnen nicht mehr so übel, braucht aber weitere zehn bis 14 Wochen, um robust genug für die tägliche Nutzung zu sein.

Schneller geht es mit industriell gefertigtem Rollrasen. Dieser braucht nach der Vorbereitung des Bodens nur zwei bis drei Wochen, um anzuwachsen und belastbar zu sein. Der selbstgesäte Rasen erfordert mehr Arbeit und Geduld – ist aber wesentlich günstiger als zuvor kultivierter Rollrasen. Für qualitativ gutes Material rechnen Sie bei Saatgut mit 25 Cent pro Quadratmeter. Rollrasen kostet drei bis vier Euro (bei größerer Abnahme kann der Preis auch auf zwei Euro sinken). Für eine Fläche von 100 Quadratmetern können Sie folglich zwischen 25 Euro (Rasensaat) und 400 Euro (Fertigrasen) ausgeben.

7. Die Terrasse als Kernstück

Zu einem vielseitig nutzbaren Garten gehört eine Terrasse. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sich die Ausrichtung auszusuchen, wählen Sie sorgfältig. Für Sonnenanbeter ist die Ausrichtung nach Süden sinnvoll. Wer vor allem einen sonnigen Frühstücksplatz wünscht, sollte über eine Ostausrichtung nachdenken. Wer am liebsten die Abendstunden und lauschige Nächte draußen verbringt, profitiert von einer Ausrichtung nach Westen. Wenn das Grundstück nur eine Nordterrasse hat, gibt es im Sommer morgens und abends viel Licht und Sonne, mittags ist es angenehm schattig.

Die Größe der Terrasse hängt von Ihren Wünschen ab. Wer mit Freunden und der Familie zusammensitzen will, braucht mehr Platz für Möbel. Wer einen Grill aufstellen will, muss weiteren Raum einplanen. Rechnen Sie lieber großzügig – später ist es nervenaufreibend, wenn Möbel den Weg in den Garten versperren oder man nicht vom Tisch abrücken kann, ohne auf die Wiese auszuweichen.

Eine Faustregel lautet: Alle Stühle sollten mindestens einen Meter Abstand zum Rand der Terrasse haben. Auch eine kleine Terrasse sollte nicht weniger als drei Meter pro Seite, also insgesamt mindestens neun Quadratmeter groß sein.


Material entscheidet über Pflegeaufwand und Kosten

Das Aussehen, der Pflegeaufwand und die Kosten Ihrer Terrasse werden entscheidend durch das  Material beeinflusst. Zur Wahl stehen Holz, Naturstein, Beton oder Fließen. Am Anfang steht immer eine tragende ebene Kiesschicht.

Der Favorit für einen natürlichen Look sind Terrassendielen aus Holz. Sie haben den Vorteil, dass sie sich in der Sonne nicht so schnell aufheizen. Sie geben ein sanfteres Bild ab als ein Steinboden und entwickeln im Laufe der Zeit eine ansehnliche Patina. Für eine Holzterrasse benötigen Sie eine Balkenkonstruktion, auf der die Dielen befestigt werden.

Bei der Wahl der Holzart haben sich Robinie, Lärche oder Douglasie bewährt. Günstigeres Kiefernholz ist nicht als Ganzjahresbelag zu empfehlen. Hochwertige Tropenhölzer sind umstritten und im Sinne der Nachhaltigkeit von Ressourcen nicht mehr zeitgemäß. Je nach dem verwendeten Holz kostet das Material für die Terrasse zwischen 20 und 50 Euro pro Quadratmeter.

Natursteinplatten als Terrassenbelag wirken edel. Sie sind hitzebeständig, frostsicher und rutschfest. Die Materialkosten liegen pro Quadratmeter bei rund 30 Euro für Granit oder Sandstein. Kalkstein oder Basalt sind für 50 Euro pro Quadratmeter zu haben. Günstiger sind Betonplatten, bei denen man längst nicht mehr auf tristes Einheitsgrau festgelegt ist. Je nach Design gibt es sie für zehn bis 25 Euro pro Quadratmeter.  

Wenn Sie Ihre Terrasse von einem Fachbetrieb planen und anlegen lassen, bezahlen Sie pro Quadratmeter zwischen 90 Euro für Betonböden, ab 130 Euro für Holzdecks und bis zu 250 Euro für hochwertige Natursteine.

8. Zeit lassen

Mit dem Rahmen, einer Rasenfläche und einer Terrasse haben Sie die Grundlagen geschaffen. Nun haben Sie etliche Möglichkeiten, Ihren Traumgarten zu gestalten.

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich Zeit. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass Ihr Garten innerhalb eines Jahres fertig sein soll. Statt günstige Kompromisse einzugehen, warten Sie lieber ab, bis Sie die nötigen Kosten stemmen können. Die beste Möglichkeit, um Geld zu sparen: möglichst viel selbst machen.

9. Einen einheitlichen Stil wählen

Die Idee von einem wilden, spontan gestalteten Garten ist reizvoll – macht aber nicht lange Freude. Besser, Sie entscheiden sich für einen Stil. Wer einen üppigen Garten im Landhausstil möchte, sollte viele Rosen- und Staudenbeete einplanen.

Für einen formal angelegten, übersichtlichen Garten sind Hecken und Wege wichtig. In einem Bauerngarten haben neben Zier- auch Nutzpflanzen Platz. Wer Gemüse- oder Kräuterbeete plant, legt besonderes Augenmerk auf die Wege, die zu den Beeten und um sie herum führen. Das erleichtert später die Gartenarbeit enorm.

10. Blumen, Sträucher und Bäume passend arrangieren

Stellt man Pflanzen ohne Konzept nach dem berühmten Bauchgefühl zusammen, ist das Ergebnis meist unbefriedigend. Die Komposition wirkt häufig nicht natürlich, sondern unruhig. Am besten wählen Sie einen Hauptdarsteller und ergänzen ihn mit farblich und stilistisch passenden Pflanzen.

Suchen Sie die Bepflanzung auch danach aus, wie viel Mühe Sie in die Pflege stecken möchten. Robust sind Stauden und viele Kräuterpflanzen. Es gibt eine große Auswahl an Pflanzen, die genügsam sind und Ihnen trotzdem rund ums Jahr eine ansehnliche Blütenpracht bescheren. Dazu gehören Vergissmeinnicht, die Fette Henne oder auch Lavendel.

Von Früchten aus dem eigenen Garten träumen viele. Wenn Sie gerne einen oder mehrere Obstbäume hätten, beachten Sie aber, dass diese viel Platz benötigen – sowohl für die Wurzeln im Erdreich als auch überirdisch. Ein ausgewachsener Apfelbaum kann durchaus eine Krone von zehn Metern Durchmesser aufweisen. Daher sollte genügend Abstand zum Haus und zum Nachbarn vorhanden sein. Als Pflanzzeit ist der Herbst optimal.

Wollen Sie auch mit einem sehr kleinen Garten nicht auf Obstbäume verzichten, kann Spalierobst eine Alternative sein – die Gestaltung Ihres Traumgartens liegt ganz in Ihrer Hand.