Das sind die aktuellen Gardinen-Trends

Die aktuellen Gardinen-Trends

© Eduard Militaru / Unsplash

Gardinen sind nicht nur dekorativ. Sie verhindern auch, dass die Nachbarn ins Zimmer schauen können und schützen außerdem vor Sonne. Immonet fasst die aktuellen Trends bei Gardinen zusammen.

Gardine versus Vorhang

Zunächst einmal soll hier ein weit verbreitetes Missverständnis ausgeräumt werden. Denn eine Gardine ist nicht dasselbe wie ein Vorhang – auch wenn beide Begriffe in unserer Alltagssprache oft gleich verwendet werden. Es gibt aber einen elementaren Unterschied: Ein Vorhang ist blick- und lichtdicht, eine Gardine dagegen ist transparent.

Gardinen schaffen Privatsphäre

Gardinen am Fenstern können gleich mehrere Funktionen erfüllen. In erster Linie halten sie neugierige Blicke von draußen ins Zimmer ab – ein Nutzen, den besonders Mieter und Wohnungseigentümer im Erdgeschoss zu schätzen wissen dürften. „Bei den meisten Gardinen können Sie zwar nach draußen schauen, umgekehrt sieht man aber nichts“, sagt Nasha Ambrosch, Expertin für textile Raumgestaltung.

Zugleich lässt die Gardine aber noch Tageslicht in den Raum fallen. Auf diese Weise kann man den Lichteinfall dämpfen, etwa bei grellem Sonnenschein. Und nicht zuletzt ist die Gardine auch ein dekoratives Element in der Gesamtgestaltung eines Raumes.

Gardinen können Räume vor Überhitzung schützen

So wie sie vor zu viel Licht schützen, bewahren manche Gardinen einen Raum auch vor zu viel Wärme. „In den modernen Häusern mit bodentiefen Fenstern sind hitzereduzierende Gardinen beliebt“, sagt Ambrosch. Der Stoff solcher Store ist leicht mit Aluminium beschichtet und reflektiert das einstrahlende Sonnenlicht zu einem gewissen Teil. Wer noch mehr Funktionen in seinen Gardinen haben möchte, sollte einen Fachhandel aufsuchen. Angeboten werden etwa Produkte, die eine flammhemmende Wirkung haben – eine Eigenschaft, die für Fensterbehänge von Immobilien wie beispielsweise Hotels vorgeschrieben ist. Diese Gardinen stehen im Falle eines umgestoßenen Kerzenständers nicht in Sekundenschnelle in Flammen und können so auch für mehr Sicherheit zu Hause sorgen.

Trends im Gardinenbereich

Was die Farbe von Gardinen betrifft, liegt Hellgrau oder Weiß momentan voll im Trend. „Cremefarben dagegen sind vollkommen out“, sagt Nasha Ambrosch. Wer es farbiger mag, kann auch Gardinen bekommen, in die bunte Muster oder Motive eingearbeitet sind. Bei der Farbwahl bietet es sich an, die bereits in Raum vorherrschende Farbe auch in der Gardine aufzugreifen.

Bezüglich der Länge von Gardinen hat sich der Zeitgeist gewandelt. Bevorzugten die meisten Verbrauchen früher Gardinen, die auf Höhe der Fensterbank endeten, fallen sie heute bis knapp über den Boden. Das gilt Ambrosch zufolge nicht nur für große Fenster in Neubauten, sondern auch für kleine Fenster in älteren Häusern. Lange Gardinen lassen einen Raum nämlich höher wirken als er in Wirklichkeit ist.

Kunstfasern als Hauptbestandteil

Die modernen Gardinen sind überwiegend aus Polyester hergestellt, einer Faser auf Kunststoffbasis. Dieser Stoff hat eine Reihe von Vorteilen: Er ist reißfest, leicht und trocknet sehr schnell. „Außerdem fühlt sich Kunstfaser an wie Baumwolle und lässt sich sehr leicht reinigen“, sagt Raumgestalterin Ambrosch. Leinengardinen gehen beim Waschen ein und passen anschließend wohlmöglich nicht mehr ans Fenster. Sie müssen deshalb immer vorgewaschen werden.

Die richtige Wahl bei der Befestigung

Um eine Gardine vor das Fenster zu bringen, gibt es verschiedene Befestigungslösungen, insbesondere Gardinenschienen, -stangen oder –seile. Welche die passende Lösung ist, muss laut Nasha Ambrosch individuell anhand des Raumes entschieden werden. Ausschlaggebend ist hierbei der sogenannte Sturz, also der Abstand zwischen der Oberkante des Fensters und der Zimmerdecke. „Hat man einen niedrigen Sturz, nimmt man an besten eine Gardinenschiene“, rät die Expertin. Ist der Sturz hingegen hoch wie in vielen Altbauten, wirkt eine Stange besser. Es gibt sie in Holz, Eisen, Messing oder auch Edelstahl. „Sie sollte auf jeden Fall cool und modern sein“, sagt Ambrosch.

So ermitteln Sie die richtige Gardinen-Breite

Die meisten Fertig-Gardinen sind in der Standard-Breite von 140 Zentimetern erhältlich und lassen sich durch einfaches Kürzen an die jeweilige Fenstergröße anpassen. Wer seine Gardine selbst nähen möchte oder im Fachhandel bestellen will, muss einige Abmessungen berücksichtigen, damit die fertige Gardine passt und optimal zur Geltung kommt.

Zunächst ist die Fensterbreite zu messen. Dazu kommt ein Überstand neben dem Fenster. „20 Zentimeter links und rechts sind ideal“, sagt Nasha Ambrosch. Soll die Gardine gerafft werden, also später in vertikalen Falten fallen, muss entsprechend mehr Stoff zur Verfügung stehen. Dazu multipliziert man die Festerbreite plus den Gesamt-Überhang mit 2,5 oder 3. Wer es weniger voluminös mag, kann auch nur die 1,5-fache Zugabe hinzurechnen. Zum Schluss schlägt man zehn Zentimeter für die Endnaht oben drauf. So erhält man die richtige Breite des benötigten Stoffes.