So finden Sie den passenden Fußboden für Ihren Balkon oder Ihre Terrasse

Fußboden für Balkon und Terrasse

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Steigen die Temperaturen, wird das heimische Idyll unter freiem Himmel schnell zu einem zentralen Wohnbereich. Ob auf dem Balkon oder der Terrasse – Sonnenbaden, Grillen und Abende mit Wein und Freunden sind angesagt. Doch wie drinnen, so gilt auch für draußen: Die meisten Sitzmöbel brauchen einen festen Untergrund. Die Qual der Wahl beim Boden ist groß. Soll es Holz oder doch lieber Stein oder Kunststoff sein? Alle Materialien haben ihre Vorzüge. Trotzdem gibt es entscheidende Unterschiede.

Holzterrassen sind in

Holz liegt voll im Trend als Balkon- oder Terrassenbelag. Davon ist jedenfalls der Hamburger Architekt Joachim Schmidt überzeugt: „Es fügt sich besonders gut in den Garten ein.“ Außerdem könne manches Holzdeck innerhalb eines Tages verlegt werden – schneller als Untergründe aus anderen Werkstoffen. Richtig verarbeitet, sei das Material nicht nur sehr strapazierfähig, sondern halte auch über Jahrzehnte. Allerdings ist Holz nicht gleich Holz. „Sibirische Lärche, Bangkirai, Douglasie oder kanadische Rotzeder können beispielsweise ohne besonderen Schutz verarbeitet werden“, weiß Schmidt. Andere Holzarten müssten unbedingt druckimprägniert sein, um jedem Wetter trotzen zu können.

Fundament ist entscheidend

Dabei gilt: Je besser die Unterkonstruktion, desto langlebiger der Holzboden für draußen. Architekt Schmidt sagt, warum: „Nur wenn das Fundament für den Belag stimmt, kann das Holz darüber gut trocknen.“ Andernfalls könne sich Staunässe bilden und die verlegten Dielen beschädigt werden. Abhilfe schaffe ein wasserdurchlässiger Untergrund aus Sand und Kies, auf den das Gerüst für den eigentlichen Terrassenbelag kommt. Aufpassen heißt es trotzdem, denn auch auf der Holzoberfläche müsse stehende Nässe, etwa unter Blumenkübeln, zwingend vermieden werden. Schmidt empfiehlt deshalb ein Terrassengefälle in Richtung Garten, damit Wasser problemlos ablaufen kann.

Terrassenhölzer: Qualität und Kosten

Von allen Holzarten am preiswertesten ist Kiefer. Wer seinen Balkon oder seine Terrasse neu gestalten will, ist ab etwa 13 Euro pro Quadratmeter dabei. Untergründe aus Harthölzern gehen deutlich mehr ins Geld. Die Spannbreite reicht von 40 bis 60 Euro den Quadratmeter. Wer sparen will, aber nicht auf Holzoptik verzichten mag, der baut mit WPC – mit Wood-Plastic-Composite, einem Mix aus Holzfasern in einem Polypropylen-Mantel. Zwar sind die Kunststoffdielen mit Naturkern nicht immer günstiger als ihre Vollholz-Vorbilder. Dafür werben die Hersteller mit einer längere Haltbarkeit, was auf lange Sicht wieder den Geldbeutel schone. Außerdem sei der WPC-Werkstoff elastischer sowie schwerer als Holz und damit unterm Strich bruchfester.

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Pflege der Holzterrasse

Wie Vollhölzer benötigen auch die Komponenten-Dielenbretter gelegentlich Pflege. Sind sie schmutzig, sollten sie erst mit einem Besen gereinigt werden und nicht gleich mit einem Hochdruckreiniger. Auch auf feuchte Stellen gilt es zu achten. Denn gegen Stockflecken sind sie ebenso wenig gefeit wie ihre naturbelassenen Pendants. Und wie bei denen kann es vorkommen, dass sich WPC-Beläge im Laufe der Zeit verfärben – je nach Witterung, Region und Luftverschmutzung mal weiß, grau oder schwarz. Sorge um ihre blanken Sohlen brauchen Barfußfans allerdings nicht haben. Laut Herstellerangaben splittern die Wood-Plastic-Composite-Werkstoffe auch dann nicht, wenn sie schon viele Jahre beansprucht wurden.

Steinböden sind sehr langlebig

Was die Langlebigkeit angeht, gelten Steinböden nach wie vor als Nonplusultra. „Solche Terrassen überdauern locker 50 Jahre“, sagt Reiner Krug vom Deutschen Naturwerkstein Verband (DNV). Für das Material aus dem Erdboden spreche außerdem, dass es längst nicht mehr im Einheitsgrau daherkommt, sondern durch eine Vielzahl an Formen, Farben und Oberflächen hervorsticht. „Der gestalterischen Freiheit sind kaum Grenzen gesetzt.“ Auch Kombinationen sind beim Verlegen möglich, zum Beispiel Betonplatten mit Pflasterklinker, Natursteine mit beschichteten Elementen. Und weil die Palette des Werkstoffs Stein so umfangreich ist, lassen sich auch die Materialkosten nur so ungefähr bestimmen. Laut Krug liegen sie zwischen 20 und 100 Euro pro Quadratmeter.

Steinterrasse: Natürlicher Wärmespeicher

Wie beim Holz- und Kunststoffuntergrund ist auch beim steinernen Boden die Drainage das A und O. „Regen muss stets gut abfließen können“, sagt Krug. Sind sie dünner als drei Zentimeter, sollten Steinplatten in einem Mörtelbett verlegt werden. Sind sie dicker, kommt eher ein Sanduntergrund in Frage. Was alle Steine gemeinsam haben, ist: Sie heizen sich auf. Wer zu später Stunde auf der Terrasse oder dem Balkon sitzt, kann sich über die Wärme freuen, die von den Steinen ausgeht. Wer mit nackter Sohle auf ihnen läuft, wenn die Sonne brennt, bekommt hingegen im Nu heiße Füße.