Förderratgeber – Zuschüsse für Hausbau und Eigenheim

Förderratgeber – Zuschüsse für Hausbau und Eigenheim
© plainpicture / John Smith

Staat, Länder, Kommunen und sogar die Kirche unterstützen Bauherren und Modernisierer bei ihren Vorhaben – und zwar mit mehr als 5.000 unterschiedlichen Förderprogrammen. Bei dieser Vielzahl an Unterstützungsangeboten ist es nicht einfach, sich einen Überblick zu verschaffen. Immonet sagt, auf welche Förderungen Sie bauen können.

KfW-Förderung

Die Bundesregierung unterstützt Bauherren über eine eigene Förderbank, die KfW-Bank. Diese kofinanziert den Hausbau, die Modernisierung eines Altbaus sowie den Eigentumserwerb über zinsgünstige Kredite und zum Teil auch über Zuschüsse. Eine Förderung über das KfW-Wohneigentumsprogramm kann jeder beantragen – unabhängig von Familienstand oder Eigenkommen. Einzige Bedingung: Der Antragssteller muss selbst in die geförderte Immobilie ziehen.

Der KfW-Kredit ist bis zu fünf Jahre tilgungsfrei und deckt bis zu 100 Prozent der „förderfähigen Kosten“. Hierzu zählen bei Neubauten die Kosten für das Grundstück, für den Bau des Hauses sowie für die Errichtung der Außenanlage. Bei Altbauten fließen neben dem Kaufpreis noch die Nebenkosten sowie Auslagen für die Sanierung oder für den Umbau ein. Auch Energiespar-Investitionen werden von der KfW-Bank gefördert. Hier gilt: Je näher eine bestehende Immobilie dem Standard von modernen Energieeffizienzhäusern kommt, desto höher fällt der Zuschuss aus.

Übrigens: Investitionszuschüsse für energetisches Sanieren oder Bauen werden direkt bei der KfW-Bank beantragt. Hier erhalten Sie ein Formular, das von einem Energieberater unterschrieben werden muss. Wünschen Sie einen KfW-Kredit, führt der Weg über Ihre Hausbank. Aufgepasst: Der Förderantrag muss immer vor Beginn der Baumaßnahme gestellt werden. Eine Nachfinanzierung ist nicht möglich. Weitere Informationen zu den KfW-Förderprogrammen finden Sie hier

BAFA-Förderung

Für die Umsetzung von Energie-Einsparmaßnahmen können Sie sich zusätzlich Fördergelder sichern. Hausbesitzer, die in Erneuerbare Energie – konkret in Photovoltaik- und Biomasseanlagen oder in Wärmepumpen – investieren, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse und Bonuszahlungen. Seit April 2012 werden auch Mini-Blockheizkraftwerke unterstützt. Förderbar sind Vorhaben, die ab dem 1. Januar 2009 begonnen und zum Zeitpunkt der Antragseinreichung bereits fertiggestellt wurden. Neubauten werden grundsätzlich nicht gefördert, sondern nur die Investition in Anlagen, die in bestehenden Gebäuden installiert werden.

Übrigens: Der Förderantrag muss innerhalb von 6 Monaten, nachdem eine Anlage in Betrieb genommen wurde, bei der BAFA eingereicht sein. BAFA-Förderung ist mit Teilen der KfW-Programme kombinierbar. Informationen zu den Fördervoraussetzungen und den Möglichkeiten zusätzlicher Bonusförderung erhalten Sie hier.

Förderung durch „Wohn-Riester“

Der Staat fördert auch auf anderen Wegen den Immobilienerwerb – zum Beispiel über eine Altersvorsorge mit Eigentumsrente namens „Wohn-Riester“. Während ein herkömmlicher Riester-Vertrag das Ziel hat, eine zusätzliche Rente aufzubauen, investiert man bei „Wohn-Riester“ in eine Immobilie, bekommt aber die gleichen Zulagen und Steuervorteile.

Und so funktioniert „Wohn-Riester“: Wer ein Eigenheim baut oder kauft, spart während der Darlehensphase auf einem sogenannten Wohnförderkonto Geld an. Dieses hat mit dem Kreditkonto bei der Bank nichts zu tun. Während sich der Betrag auf dem Kreditkonto nach und nach reduziert, wird das Wohnförderkonto aufgebaut. Spätestens mit 68 Jahren muss der Sparer dieses Konto auflösen und kann das im Laufe der Jahre aufsummierte Geld als Eigenkapital für die restliche Schuldentilgung einsetzen.

Achtung: Da die Summe zu versteuern ist, sollten Sie unbedingt prüfen, ob die ersparten Beträge höher sind als die zu erwartende Steuerpflicht – oder eben geringer. Aber auch wenn es rein rechnerisch positiv aussieht, sollten Sie sich nicht vorschnell für „Wohn-Riester“ entscheiden. Denn die potenziellen Vorteile gegenüber einem nicht geförderten Darlehen sind an eine Vielzahl von Voraussetzungen geknüpft, die Sie bis ins hohe Rentenalter zu erfüllen haben. Der Käufer muss die Immobilie zum Beispiel selbst bewohnen. Sollten diese oder andere Bedingungen nicht über Jahrzehnte erfüllt sein, droht im Nachhinein die Rückzahlung der Förderung – selbst wenn das ursprüngliche Darlehen schon lange getilgt ist.

Bundesländer-Förderung

Wie der Bund verfügen auch die Länder über Förderbanken als Pendant zur KfW-Bank. Mit Ausnahme von Berlin unterstützen alle Bundesländer die Finanzierung eines Eigenheims über Wohnungseigentumsprogramme. Über diese erhalten Immobilienkäufer zinsgünstige Darlehen sowie Zuschüsse. Jedes Bundesland fördert aber in unterschiedlichem Ausmaß verschiedene Vorhaben. Und auch die Bedingungen, die ein Antragsteller zu erfüllen hat, sind von Land zu Land anders: Die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt etwa bietet Baukredite an, die sich nach dem Jahreseinkommen des Antragsstellers sowie der Familiengröße richten und nicht nach den Kosten der Immobilie. Einen Überblick über die Möglichkeiten in den einzelnen Ländern gibt es hier

Förderung über Städte und Kommunen

Baugeld vom Bürgermeister? Auch das gibt es. Damit sich insbesondere junge Familien ansiedeln oder bleiben, stellen etliche Städte und Gemeinden Fördermittel zur Verfügung. So vergeben nach Angaben der „Aktion-pro-Eigenheim“ 650 Kommunen Gelder an Baufamilien. Ebenfalls zum Förderrepertoire gehören vielerorts Preisnachlässe oder Bevorzugungen bei der Vergabe von Baugrundstücken sowie zinsgünstige Kredite für Bauherren, die Finanzierungen abschließen. Die Konditionen und zu erfüllenden Voraussetzungen sind von Ort zu Ort verschieden. Einige Angebote gelten zum Beispiel nur für bestimmte Stadt- und Baugebiete. Mehr Infos finden sie hier

Förderung durch die Kirche

Selbst katholische Bistümer und die evangelische Landeskirche unterstützen den Bau von Eigenheimen. Das Förderangebot beinhaltet niedrig verzinste oder gar zinslose Darlehen, Zuschüsse sowie Erbbaurechte, über die ein Bauherr ein Grundstück pachtet, statt es zu kaufen, und damit Geld spart. Mehr Infos finden Sie hier

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Informieren Sie sich über die Fördergelder von Bund und Ländern