12 Tipps zur Flurgestaltung von Immonet

12 Tipps zur Flurgestaltung

© vicnt / iStock

Der Flur ist in den meisten Haushalten gleichermaßen Empfangszimmer und Stauraum. Lange Zeit wurde dieser Raum auf Wohn- und Einrichtungsmessen vernachlässigt, doch mittlerweile beschäftigen sich Möbelhersteller und Architekten verstärkt mit dem Flur – immerhin bekommt man durch ihn den ersten Eindruck von einer Wohnung. Die passende Einrichtung eines Flurs stellt allerdings häufig eine Herausforderung dar: zu klein, zu schmal, zu dunkel. Immonet hat zwölf Tipps für Sie, um das Beste aus Ihrem Flur herauszuholen.

Der erste Eindruck zählt

Flur und Eingangsbereich einer Wohnung oder eines Hauses begrüßen die Gäste und können viel über den Lebensstil und das Wesen der Bewohner verraten. Hier zählt wie so oft der berühmte erste Eindruck. Ein vollgestopfter, unaufgeräumter Flur hinterlässt eine andere Wirkung als ein freundlich gestalteter Empfangsbereich. Es lohnt sich also, dem Flur ausreichend Aufmerksamkeit zu schenken und ihn bewusst zu arrangieren. Immonet hat zwölf Tipps parat, wie Sie Ihren Flur verschönern können.

1. Aufmerksamkeit schenken

Flure wurden von Architekten Jahrzehnte lang als reine Funktionsräume angelegt. Das macht die Gestaltung heute nicht leichter. Zudem hat jeder Flur seine ganz eigenen Herausforderungen. Für viele Probleme gibt es aber Lösungen. Überlegen Sie, wo Potenzial vorhanden ist. „Bevor Sie renovieren oder Möbel anschaffen, machen Sie sich ein paar Gedanken, wie Ihr Flur einladender aussehen könnte“, rät Einrichtungsexpertin Gabriela Kaiser. In manchen Fällen reicht es, Ordnung zu schaffen und ein schönes Bild aufzuhängen, in anderen kann es helfen, mit einer freundlichen Farbe zu streichen oder die Möbel umzustellen.

2. Blickachsen beachten

Bei der Gestaltung des Flurs empfiehlt Wohnexpertin Katharina Semling, auf die Blickrichtung zu achten. „Entscheidend für den ersten Eindruck ist der erste und zweite Blick nach dem Betreten der Wohnung, also von der Eingangstür aus. Dort, wo das Auge zuerst hinfällt, sollte möglichst wenig los sein. Wenn die Jacken ausgerechnet dort hin müssen, empfiehlt sich am ehesten ein geschlossener Schrank“, sagt die Designerin. Können Mäntel und Co. in einer versteckten Nische untergebracht werden, sei ein offenes System hingegen viel praktischer.

3. Ausreichend Stauraum schaffen

Im Flur müssen allerlei Dinge wie Kleidung und Schuhe ihren Platz finden. Nicht selten werden auch Haushaltsgegenstände im Flur gelagert. Wenn alles offen herumliegt, wirkt der Raum schnell zugemüllt. Daher gilt generell: „Stauraum ist im Flur das Wichtigste“, sagt Semling.

Je nach Beschaffenheit des Flurs können Möbel, eine gut genutzte Nische oder eine offene Garderobe das Richtige sein. Für den Raum unter der Treppe empfiehlt Semling einen Einbauschrank. „Sinn kann auch eine individuelle Lösung vom Schreiner machen.“ Sie warnt davor, unter offenen Stufen eine Garderobe anzubringen. „Da muss man aufpassen, dass man die Kleidung von oben nicht vollkrümmelt oder einstaubt. Regalbretter, die über den Kleiderstangen angebracht werden, können dies verhindern.“

4. Auf moderne Möbel setzen

Einheitslösungen sind passé. Der Trend des individuellen Gestaltens hat auch den Flur erfasst. Die Möbelhersteller haben sich darauf eingestellt und bieten verschiedene Lösungen an. „Beliebt sind modulare Systeme, da sie sich jedem Raum anpassen“, sagt Kaiser. Die einzelnen Elemente lassen sich genau wie die Kleiderhaken in Anzahl und Höhe nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen.  

Herumliegende Schuhe sind für viele ein Graus. „Praktisch sind Schuhschränke mit Klappfächern. Sie sind schmal und nehmen viele Schuhe auf“, sagt Semling. Doch nicht jeder ist ein Fan dieser funktionalen Lösung. Eine gute Alternative und derzeit sehr angesagt sind Sideboards. „Im Flur werden Retro-Sideboards aus den 60er und 70er Jahren gefeiert. Damit kann man ein echtes Statement setzen“, sagt Semling. Kaiser zufolge vertragen die Sideboards kräftige Farben wie Koralle, Rot oder Grün: „Möbel müssen sich nicht mehr verstecken, sondern haben auch im Flur die Funktion eines Eyecatchers.“

5. Mut beweisen

Es müssen nicht immer die allerneusten Einrichtungsgegenstände sein und Möbel aus einem Guss sind ohnehin out. Der Trend zur Individualisierung erlaubt, neue Wege zu gehen. Semling empfiehlt, auch mal auf dem Sperrmüll nach alten, gebrauchten Gegenständen zu suchen und Fundstücke kreativ einzusetzen. „Wer ein bisschen mutig ist, kann alte Türklinken um 90 Grad verdreht an der Wand anbringen und als Kleiderhaken nutzen. Das sieht interessant und lustig aus.“

6. Das Beste aus der Form holen

Größe und Form des Flures lassen sich in den meisten Fällen nicht verändern und  stellen die schwierigste Herausforderung dar. Die Wirkung des Raumes lässt sich mit ein paar Kniffen optimieren. Viele Flure sind sehr schmal und lang. „Um diesen Korridor-Effekt abzumildern, sollten Schränke an die kurzen und nicht an die langen Seiten gestellt werden, soweit dies möglich ist“, rät Kaiser. Oft sind aber Zimmertüren im Weg. „Müssen Möbel an den Seiten aufgestellt werden, wählt man lieber ein niedriges Sideboard als einen zwei Meter hohen Schrank. Das wirkt viel luftiger.“ Ein Spiegel gehört ohnehin zu den wichtigsten Elementen im Flur und kann über dem Sideboard platziert werden. „Dies schafft zusätzliche Weite“, sagt Kaiser.

Farbe darf im Flur gern eine Rolle spielen. „Lange, schmale Flure können optisch verkürzt werden, wenn die kurzen Seiten in kräftigen Farben gestrichen werden. Die schmalen Seiten sollten dann hell bleiben“, sagt Kaiser. Vor allem bei engen und dunklen Eingangsbereichen ist die Wahl des richtigen Farbtons sehr wichtig. Kleine Flure erhalten mehr Weite, wenn sie hell gestrichen sind. Das muss nicht immer Weiß sein. Auch ein helles Blau kann den Raum öffnen. Übrigens: Werden im Flur Farbakzente gesetzt, mache es Sinn,  dass sich die Farbe wie ein Motiv durch die Wohnung oder angrenzende Räume zieht, rät Semling. Das schafft einen einheitlichen Rahmen. „Blaue Akzente finden sich dann sowohl im Flur als auch in der Küche wieder.“

7. Licht bewusst einsetzen

Da viele Flure ohne Tageslicht auskommen müssen, ist die Beleuchtung umso wichtiger. „So kann man auch mit relativ einfachen Mitteln eine komplett andere Atmosphäre herstellen“, verspricht Geismann. Neben einer guten Deckenleuchte machen auch Strahler oder Lichtpaneele an der Wand Sinn. „Licht ist heute in vielen Möbeln integriert. So gibt es innenbeleuchtete Garderobenschränke oder innenbeleuchtete Schubladen. LED-Licht-Meterware wird zudem gerne als Hinterbeleuchtung von Spiegeln oder Garderobenteilen verwendet“, sagt Geismann. Der Vorteil indirekter Lichtquellen ist eine angenehme Helligkeit. Die Lichtfarbe lässt sich zudem oft variieren. Dies trägt zu einer angenehmen Atmosphäre bei.

8. Gemütlichkeit schaffen und den Komfort erhöhen

Wem Gemütlichkeit besonders wichtig ist und wer den Platz hat, darf den Flur gerne auch mit ungewohnten Funktionen aufwerten. „Neben der eigentlichen Garderobe kann eine kleine, gut ausgeleuchtete Leseecke hier ihren Platz finden oder ein zusätzliches Regal für Bücher“, sagt Geismann. In vielen Fluren eigne sich ein schmaler Sekretär mit Sitzgelegenheit für einen Home-Office-Bereich im Miniformat.

Nicht ganz neu, aber Komfort versprechend: eine Sitzgelegenheit im Flur, die das Schuheanziehen erleichtert. Das kann eine Sitzbank sein oder ein niedriges, stabiles Sideboard, das mit Polstern ausgestattet wird. Semlings Tipp: „Alte Kinosessel kommen im Flur super an. Man kann sich drauf setzen, um sich die Schuhe anzuziehen und wenn sie nicht gebraucht werden, lassen sie sich platzsparend hochklappen. Außerdem schaffen sie einfach eine tolle Atmosphäre.“ Auch ein schmaler Sessel im Vintage-Stil kann Gäste freundlich begrüßen und Gemütlichkeit ausstrahlen.

9. Ablageflächen einplanen

Schlüssel, Post und die Zeitung – Dinge, die im Flur immer wieder abgelegt werden und einen Platz brauchen. Daher macht es Sinn, eine Ablagefläche für solche Gegenstände einzuplanen. „Wer eine Heizung im Flur hat, kann darüber ein schmales Wandbrett anbringen. Das schafft eine Ablage und sieht netter aus als ein Heizkörper“, lautet Semlings Tipp.

10. Wichtig: Persönlichkeit zeigen

Im Flur vermittelt sich Besuchern der erste Eindruck von den Gastgebern und ihrem Einrichtungsstil. Überlegen Sie sich, wie Sie gesehen werden möchten und bringen Sie Ihre Persönlichkeit zum Ausdruck. Ein beliebtes Mittel, um Individualität in den Flur zu bringen, sind Galeriewände. „Die Gestaltung hängt von der Einrichtung und dem Geschmack der Bewohner ab“, erklärt Semling. In einem sehr zurückhaltend eingerichteten Flur könne die Galerie ruhig aus einem wilden Mix aus Fotos, Bildern, Grafiken und Sammlerstücken mit unterschiedlichen Rahmen bestehen. Wo schon viel los ist, kann über weiße Bilderrahmen Ruhe und ein verbindendes Element hineingebracht werden. „Wichtig ist, dass die Galerie dem Charakter der Bewohner entspricht“, sagt Semling. Ihr Tipp: „Über die Bande spielen. Das heißt: Viele Bilder an einer Wand und ein einzelnes an der gegenüberliegenden Wand. Das schafft eine Verbindung, ohne zu wild zu wirken.“

Semling ermutigt dazu, im Flur Persönlichkeit zu zeigen, warnt aber davor, es zu übertreiben: „Der Flur empfängt die Menschen und nicht selten sind das auch Fremde.“ Da sei es vernünftig zu bedenken, was man von sich offenbart. „Das ist wie beim Kennenlernen mit einem fremden Menschen. Im ersten Gespräch mit einem Unbekannten thematisiere ich ja auch nicht, welche Unterwäsche ich trage. Genauso ist das im Flur. Da sollte man sich schon gut überlegen, ob man dort unbedingt Bikini-Fotos aus dem letzten Urlaub aufhängen will“, rät Semling. Eine gute Alternative zu privaten Fotos kann ein Filmplakat des Lieblingsfilms sein. Es schmückt den Flur und verrät etwas über die Vorlieben des Bewohners, ohne ihn bloßzustellen. Auch ein, zwei Sammlerstücke als Dekoration können gut funktionieren.

11. Dekoration einbringen

„Nicht alles im Flur muss eine Funktion erfüllen“, ist Kaiser überzeugt. Und es müssen nicht die ganz persönliche Dinge sein, die den Flur aufwerten. Auch ein gut gewähltes Bild an der Wand oder eine schöne Vase mit Blumen auf dem Sideboard tragen zur freundlichen Atmosphäre im Eingangsbereich einer Wohnung bei.

12. Schwerpunkte setzen

Viel hilft viel ist im Flur ein Trugschluss. Statt den Flur zu überfrachten, setzt man lieber sehr gezielt Akzente. Überlegen Sie sich, was Ihnen im Flur am wichtigsten ist. Wollen Sie den Fokus lieber auf die Möbel, die Beleuchtung, die Farben und die Dekoration oder die persönliche Note richten? Sie können einige der aufgeführten Tipps problemlos kombinieren, sollten aber nicht alles durcheinanderwürfeln. Überlegen Sie, was der Raum hergibt und am besten zu Ihnen und Ihrer Persönlichkeit passt.