Zeitplanung beim Fertighausbau

Zeitplanung beim Fertighausbau
© Fotolia - K. Dobler

Ein eigenes Heim soll es sein, nach den persönlichen Vorstellungen und Wünschen gebaut. Und das ganze möglichst schnell. Das sind für die meisten Gründe, sich für ein Fertighaus zu entscheiden. Doch auch wer ein Fertighaus errichten lassen möchte, muss einige Zeit bis zum Umzug einplanen. Zehn bis zwölf Monate können vom Entschluss bis zum Einzug ins neue Heim vergehen. Wie viel Zeit die Bauherren bei der Planung für die Bauphasen veranschlagen sollten und welche Faktoren die Länge der Abschnitte beeinflussen können, hat Immonet zusammengefasst. 

Eine Produktion von Immonet

Entscheidungsphase und Grundstückskauf

  • Wo will ich wohnen?
  • Welche Anforderungen stelle ich an ein Grundstück und das Wohnumfeld?
  • Finde ich einen passenden Bauplatz?
  • Was kann ich mir leisten und wie finanziere ich die Verwirklichung des Traums?

Alle diese Fragen müssen geklärt werden, bevor das Grundstück gekauft werden kann. Damit hängt die Dauer dieser ersten Phase vor allem vom Bauherren und den individuellen Umständen ab. 

Die Planung

Besitzt man ein Grundstück, kann es an die Planung gehen. Dies ist beim Kauf eines Fertighauses die längste und entscheidendste Phase. Denn durch die Fertigung der Bauteile im Werk, muss jedes Detail genau festgelegt werden. Änderungen sind später nicht oder nur mit sehr großem Aufwand möglich und mit entsprechenden Kosten verbunden. Mindestens drei bis vier Termine mit dem Fertighausanbieter sollten zur Besprechung und Überarbeitung der Pläne eingerechnet werden. Realistisch gesehen dauert die Planungsphase zwischen zwei und sechs Monaten.

Häuslebauer sollten sich gerade an diesem Punkt nicht hetzen (lassen). Dazu rät auch Volker Koch, Vertriebsleiter von Fertighaus Weiss, eindringlich. „Bloß keine Schnellschüsse“, warnt er. „Ein Hausbau bringt die meisten Kunden pekuniär an ihre Grenzen, da sollte jede Entscheidung wohlüberlegt sein. Schließlich sollen die Eigenheimbesitzer am Ende mit dem Ergebnis zufrieden sein.“ Da die meisten Kunden Laien seien, rät er, sich ein Stück zum Baufachmann zu entwickeln. „Entscheidungen brauchen Informationen und Zeit.“

Die Genehmigungsphase

Je nach Anbieter und Vertrag reichen entweder die Fertighausfirma oder der Kunde die Unterlagen für den Bauantrag bei der Behörde ein. Diese Phase dauert im Schnitt zwei bis drei Monate, kann sich im schlimmsten Fall, vor allem in großen Städten, bis zu sechs Monate hinziehen. „Es ist oft schwer einzuschätzen, wie schnell der Antrag beschieden wird. In Neubaugebieten mit einem festgelegten Bebauungsplan arbeiten die Behörden in der Regel am schnellsten. Dann kann ein Antrag auch schon mal nach vier Wochen durch sein“, sagt Peter Hofmann, Vertriebsleiter bei dem Fertighausanbieter Kampa.

Die Bauphasen

Der Bau eines Kellers oder der Bodenplatte wird nicht automatisch vom Fertighausanbieter übernommen. Zwar bieten einige Firmen diese Leistung an, jedoch ist das nicht die Regel. Den Keller müssen Häuslebauer daher in Eigenregie planen und durchführen lassen. Dies ist entweder mithilfe eines Architekten und einer Baufirma oder mit einem Fertigkelleranbieters möglich. Vor dem Keller- beziehungsweise dem Bodenplattenbau sollte eine Baugrunduntersuchung erfolgen, die entscheidend für die spätere Ausführung ist. Der Bau eines Kellers, inklusive der der Hausanschlüsse, Kontrolle und Abnahme, wird je nach Jahreszeit und äußeren Bedingungen rund drei  Wochen in Anspruch nehmen. Eine Bodenplatte ist etwas schneller errichtet.

Eine Baugrunduntersuchung dient auch der Planungssicherheit und ist entscheidend für die Wahl der Kellerausführung. Sie gibt zum Beispiel Auskunft über die Grundwasserhöhe. „Bei Ausschachtarbeiten ist man auch schon überraschend auf alte Fliegerbomben oder archäologische Funde gestoßen. Das bringt natürlich eine Verzögerung mit sich“, berichtet Volker Koch aus seiner Erfahrung. Allerdings seien solche Funde mittlerweile sehr selten. 

Der Rohbau

Es folgt die kürzeste Phase im Baugeschehen: heute ein leeres Grundstück, morgen ein komplettes Haus. Der Rohbau eines Fertighauses in Holzskelettbauweise, aber auch der eines Massiv-Fertighauses, und die Herstellung eines Dachs dauern dank vorgefertigter Elemente nur etwa zwei Tage. Der Einfluss schlechten Wetters auf die Baudauer ist daher gering. Die Trocknungsphase des Gebäudes entfällt.

Etwas mehr Zeit muss man für ein Fertighaus in Blockbauweise veranschlagen. Hierbei werden zugeschnittene Einzelteile zunächst sortiert und dann zusammengefügt. Nach rund zwei Wochen sollten die Arbeiten abgeschlossen sein und der Innenausbau kann beginnen.

Der Innenausbau

Etwa drei Monate muss man nun bis zur Übergabe eines schlüsselfertigen Hauses kalkulieren. Bei den Arbeiten des Innenausbaus unterscheiden sich Fertighäuser von herkömmlich errichten Häusern nicht. Der Innenausbau beginnt in der Regel mit der Installation von Sanitäreinrichtungen und Elektroanschlüssen. Zwei sehr zeitraubende Phasen sind das Gießen des Estrichs und das Verputzen der Innenräume, das rund zwei Wochen dauert. Entscheidender ist aber die Trocknungsphase, die von Material und Witterung abhängig ist und wesentlich länger als die reinen Arbeiten dauern kann.

Danach kann es mit dem erweiterten Innenausbau losgehen: Dazu zählen der Einbau von Treppen und Türen, die Verlegung von Bodenbelägen, Maler- oder Tapezierarbeiten.

Die Dauer dieser Phase hängt auch mit der Planung zusammen: Werden die Leistungen hauptsächlich aus einer Hand erbracht, ist mit weniger Verzögerung zu rechnen. Bei verschiedenen Firmen beziehungsweise Gewerken kann eine einzige Verzögerung den gesamten Zeitplan durcheinanderbringen, schließlich takten die Firmen ihre Leistungen und Baustellen längerfristig ein und können nur bedingt spontan reagieren. Eigenleistungen sind hier möglich, diese und die eigenen handwerklichen Fähigkeiten sollten aber realistisch eingeschätzt werden. Schließlich kann eine Verzögerung schnell mehr Geld kosten als die eigene Arbeit einspart.

Nach einer erfolgreichen Abnahme steht dem Einzug ins Haus dann nichts mehr im Weg.

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