Energie sparen: Fenster austauschen

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Dichte Fenster sparen Energie

Wer seine Immobilie so modernisiert, dass möglichst wenig Energie verschwendet wird, handelt ökologisch verantwortungsvoll und spart viel Geld. Eine Möglichkeit, den Wärmeverlust zu verringern, ist der Austausch von Fenstern in älteren Häusern. Sind diese nicht ausreichend dicht, dringt kalte Luft nach innen, während warme Luft entweicht. Alle, deren Fenster vor dem Jahr 1995 eingebaut wurden, sollten prüfen lassen, welchen sogenannten U-Wert diese haben.

Wie dicht ist dicht genug?

Der U-Wert (früher: k-Wert) heißt auch Wärmedurchgangskoeffizient und bietet eine gute Vergleichsmöglichkeit. Der U-Wert von Fenstern besteht aus den Werten für den Rahmen und für die Verglasung, angegeben wird er in der Einheit Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K). Je geringer der U-Wert ist, desto besser, denn das bedeutet, dass das Fenster weniger durchlässig ist.

Einfache Glasscheiben, die es noch immer in vielen Altbauten gibt, haben einen U-Wert von bis zu 5,8. Das ist enorm. Zweifaches Isolierglas aus den 1970er- und 1980er-Jahren weist Werte um 2,7 auf. Dreifachverglasung kommt auf rund 1,9. Das ist laut Experten der Grenzwert, bei dessen Überschreitung sich der Austausch lohnt. Denn schon eine Verbesserung des U-Wertes um 0,1 spart pro Quadratmeter einen Liter Heizöl im Jahr. Wie viel das unterm Strich ist, hängt vor allem von der Zahl und Größe der Fenster ab. Realistisch ist demnach aber eine Einsparung bis zu 250 Euro an Heizkosten im Jahr.  

Es ist keine Pflicht, dass die Fenster von Bestandsimmobilien einen bestimmten U-Wert einhalten. Auch die geltende Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) enthält keine Nachrüstpflicht. Wer sich allerdings entscheidet, Sanierungsarbeiten vorzunehmen, muss die in der EnEV festgeschriebenen U-Werte aber einhalten. Diese liegen für komplette Fenster bei 1,3, für neue Verglasung bei 1,1.

Wärmebrücken ausmerzen

Vor allem in Altbauten sollten Hausherren es nicht beim Austausch der Fenster belassen, sondern auch die Umgebung gut dämmen. Sonst entweicht hier die Wärme. Aus dem gleichen Grund ist es nicht empfehlenswert, lediglich neues Glas in alte Rahmen einzusetzen.

Verbriefte Arbeit vom Fachbetrieb

Der Austausch von Fenstern wird von entsprechend qualifizierten Fachbetrieben schnell und sauber durchgeführt. Sie stellen zudem eine Unternehmererklärung aus, mit der sie garantieren, dass die Baumaßnahmen entsprechend der geltenden Energieeinsparverordnung erfolgt sind. Diese schriftliche Erklärung sollten Immobilienbesitzer unbedingt verlangen. Dazu ist kein separates Formular nötig, es reicht der Satz „Die ausgeführten Arbeiten entsprechen der Energieeinsparverordnung“ auf der Rechnung des Betriebes.

Fenster in Eigenregie austauschen

Versierte Heimwerker können den Austausch ihrer Fenster im Prinzip auch selbst vornehmen. Grundvoraussetzung ist Erfahrung im Umgang mit Bohrungen in Holz und Mauerwerk. Unterschätzt werden sollte aber vor allem der Aufwand bei dem Ausbau der alten Fenster nicht. Häufig sind sie mit sehr hartem Beton im Mauerwerk verankert und müssen mit brachialer Gewalt herausgebrochen werden. Die dabei unvermeidlichen Schäden am Mauerwerk müssen sorgfältig ausgebessert werden, bevor die neuen Fenster eingesetzt werden können.

Wer seine Fenster selbst austauschen will, sollte dabei immer mindestens zu zweit arbeiten. Vor allem mehrfach verglaste Isolierfenster nach neuestem Standard sind sehr schwer. Es erfordert Kraft und Geschick, sie ordentlich und dicht zu verbauen.

Ein großer Nachteil beim Fensteraustausch in Eigenregie: Dass die Energieeinsparverordnung dabei eingehalten wurde, müssen Heimwerker selbst garantieren, im Zweifel entsprechende Messungen vornehmen. Das betrifft die U-Werte des Materials, aber auch Winddichtigkeit, Fugendurchlässigkeit und Mindestluftwechsel.

Finanzielle Förderung beim Fenstertausch

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt mit ihrem Programm "Energie Effizient Sanieren"(Programm 430) die energetische Sanierung von Wohnraum, wenn die Richtlinien eingehalten werden. Dazu gehören auch Einzelmaßnahmen wie der Austausch von Fenstern. Dafür muss vor Beginn der Umbauarbeiten zur Planung und Einschätzung ein Sachverständiger hinzu gezogen werden. Er begleitet das Projekt und überprüft, ob technische Mindestanforderungen erfüllt werden. Diese gehen zum Teil über den EnEV-Standard hinaus – genau wieder der von der KfW geforderte U-Wert.

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