Tipps zum Verlegen von Estrich

Estrich als Untergrund
für jeden Bodenbelag

© Jaroslaw Ceborski / Unsplash

Der Fußboden ist innerhalb eines Hauses der am stärksten beanspruchte Bauteil. Er muss jeden Tag unterschiedlichsten Belastungen standhalten und ist gleichzeitig eine wichtige Grundlage für Wärme- und Trittschallschutz. Somit wird die Auswahl eines hochwertigen Fußbodens zur Grundvoraussetzung für komfortables Wohnen.

Estrich als Basis für den gewünschten Bodenbelag

Dabei beginnt diese Auswahl nicht erst bei der Entscheidung für den Bodenbelag. Ob Sie sich für LaminatParkettFliesen oder Kork entschließen, spielt erst später für das Wohngefühl eine Rolle. Zunächst geht es beim Neubau um den Untergrund – den Estrich. Er wird als „Nutzschicht“ über Dämmung und Unterkonstruktion aufgebracht und ist entscheidend für die optimale Aufbringung des endgültigen Bodenbelags. Dabei steht der Bauherr zunächst vor der Entscheidung, welcher Estrich für sein Vorhaben besser geeignet ist: Trockenestrich oder Fließestrich.

Fließestrich – Komfort und Gestaltungsfreiheit

Die große Stärke von Fließestrich liegt darin, dass der Boden wesentlich schlanker aufgebaut werden kann. So lassen sich etwa 20 Prozent Schichtdicke einsparen, die für zusätzliches Dämmmaterial oder einen optimierten Trittschallschutz genutzt werden können. Ein weiterer Vorteil des klassischen Estrichs besteht darin, dass bei der Auswahl der Bodenbeläge, die aufgebracht werden sollen, keine Grenzen gesetzt sind. So kann diese Art Estrich gleichermaßen als Untergrund für Holz-, Naturstein- oder Keramikbeläge genutzt werden.


Für den puristischen Geschmack kann der Fließestrich auch als Sichtestrich – eingefärbt oder in seiner ursprünglichen Farbe – genutzt werden. So können Sie den Räumen Ihren ganz persönlichen Charakter verleihen. Ein weiterer Faktor dürfte die Eignung für die Installation einer Fußbodenheizung sein. So garantieren die Fließeigenschaften des Estrichs einerseits eine saubere Umschließung der Heizleitungen und weisen andererseits eine optimale Wärmeregulierung auf.

Die Vorteile von Fließestrich auf einen Blick

  • Gesunde Wohnatmosphäre
  • Energieeffizient und dadurch kostengünstig
  • Verlegung ist großflächig und beinahe fugenlos möglich
  • Entstehung ebener Flächen ohne Schmutzfugen und (größere) Unregelmäßigkeiten
  • Geeignet für alle Bodenbeläge
  • Optimale Bedingungen für eine Fußbodenheizung durch perfekte Wärmeabgabe und -verteilung
  • Relativ einfache und schnelle Verarbeitung
  • Verhältnismäßig kurze Trocknungsphase, somit frühe Begehbarkeit und Belastung möglich

Die Nachteile sind einerseits das mögliche Eindringen von Feuchtigkeit in die Gebäudekonstruktion sowie die anfallende Trocknungszeit.

Trockenestrich – gut gegen Baufeuchte

Im Gegensatz zum Fließestrich besteht der Trockenestrich aus fertigen Platten, die im Verbund verlegt werden. Meist handelt es sich dabei um OSB- (oriented strand board, auf Deutsch etwa "Platte aus ausgerichteten Spänen") oder Gipsfaserplatten, die einfach miteinander verklebt oder verschraubt werden. Es gibt inzwischen aber auch so genannte Klicksysteme, wie man sie von Laminatböden kennt. So ist eine einfache Verlegung selbst für Laien möglich. Eine saubere Verlegung ist allerdings nur auf sehr ebenen Flächen möglich. Bereits kleine Unebenheiten können die optimale Anbringung beeinträchtigen und die spätere Verlegung des Bodenbelags erschweren. So müssten Sie in diesem Fall zunächst eine Ausgleichsschüttung vornehmen, um zu einem optimalen Ergebnis zu kommen.


Auch sollte bei der Verlegung immer eine Dampfsperre eingebaut werden, um den Eintritt von Feuchtigkeit zu verhindern. Weiterhin ist der Trockenstrich nur bedingt mit einer Fußbodenheizung kombinierbar und nicht jede Art von Fußboden kann aufgebracht werden. Der etwaige Zeitgewinn und die verhältnismäßig einfache Verlegung sollte also auf jeden Fall ins Verhältnis zu den Einschränkungen gesetzt werden. Der große Vorteil ist die Vermeidung zusätzlicher Baufeuchte im Gebäude, die insbesondere bei Altbauten ins Gewicht fallen kann.