Frühjahrsputz: Wie entrümpelt man am besten?

Frühjahrsputz:
Wie entrümpelt man am besten?

© Unsplash / Onur Bahçıvancılar

Wenn die ersten Sonnenstrahlen hervorkommen, steigt bei vielen die Lust auf einen Frühjahrsputz. Alles neu macht der Lenz – und dazu zählt auch Gerümpel zu entsorgen. Doch wie schafft man es, Nützliches von Unbrauchbarem zu unterscheiden und sich von altem Kram zu trennen? Wer kennt das nicht: Seit Jahren liegt ein ungeliebtes Geschenk vom Großonkel herum und will einfach nicht kaputt gehen. Weder schön, noch gebraucht, das raubt Platz. Und glaubt man Einrichtungsberatern auch Energie. Also weg damit.

Besser Entrümpeln mit drei Leitfragen

Doch nicht jedes Teil lässt sich einfach in die Kategorie „Entsorgen“ einordnen. Erste Frage für alle, die Probleme haben sich von altem Zeug zu trennen: Wann habe ich das Teil das letzte Mal getragen beziehungsweise benutzt? Ist es mehr als ein Jahr her, und es handelt sich nicht um Saisonartikel wie Skier oder Weihnachtsschmuck, kann man sich getrost davon lösen.

Zweiter Ansatzpunkt: Mag ich das Ding oder Kleidungsstück überhaupt? Finde ich es noch schön? Passt es zu meinem aktuellen Leben, meiner Wohnung und Stimmung? Wer das verneint, kann noch mehr aussortieren.

Dritte Frage: Wie viele Exemplare eines Gegenstandes habe ich? Ein Teil und ein Ersatzstück, mehr ist in der Regel nicht nötig. Oder wer nutzt schon regelmäßig drei Suppenkellen?

Das heißt nicht, dass auch die angeschlagene Tasse der verstorbenen Patentante daran glauben muss. Erinnerungsstücke haben schließlich einen hohen emotionalen Wert. Aber wer in jeder Ecke an alte Geschichten erinnert wird, sollte gründlich überlegen, welche Stücke mit positiven Erlebnissen verbunden sind, was noch zum  aktuellen Lebensabschnitt passt und was vielleicht eher den Blick in die Zukunft versperrt. Wegschmeißen kann da durchaus sehr befreiend wirken.

Die Tipps sind einfach, die Praxis nicht immer. Wer sich partout nicht trennen kann, aber vor lauter altem Kram nicht weiter weiß, kann sich auch professionelle Hilfe holen. Einrichtungsberater, Entrümpeler oder Stilcoachs gibt es in fast allen Städten. Manchmal reicht aber auch der Rat einer guten Freundin. Schließlich macht Entrümpeln zu zweit gleich mehr Spaß.

Mit einem kleinen Bereich beginnen

Damit man beim Aufräumen nicht ins Chaos stürzt:  Immer mit einem kleinen Bereich anfangen und erst wenn dieser zufriedenstellend aussieht mit dem nächsten beginnen. Denn ein gründliches Entrümpeln kostet oft mehr Zeit als erwartet. Deshalb sollte man auch einen ganzen Tag für die Aktion einplanen. Zuerst die Küche nach abgelaufenen Lebensmitteln durchsuchen, dann den Kleiderschrank sortieren und zuletzt den Dachboden. Viele finden es hilfreich zunächst mit einem kleinen Bereich zu beginnen, bevor man sich dem eigentlichen Chaos stellt. So kann man auf Erfolge blicken und das motiviert für größere Aufgaben.

Das Prinzip der drei Kartons

Sinnvoll beim Entrümpeln ist es drei Kartons für die aussortierte Sachen bereit zu halten. Einen für Müll: alte Zeitungen, kaputte Sachen, die niemand mehr will.
In den zweiten wandern Dinge, die man zwar nicht mehr braucht, die sich aber für den Verkauf oder als Spende eignen. Hier sollte man sich aber auch kritisch fragen, ob man den Wert der Gegenstände tatsächlich realistisch einschätzt.

Der dritte Karton ist für schwierige Fälle gedacht. Dinge also, bei denen man sich einfach nicht entscheiden kann. Die Kiste kann dann an einem Ort an dem sie nicht stört, zum Beispiel im Keller, zwischengelagert werden. Aber Achtung: Was nach einem Jahr noch nicht wieder benutzt wurde, kann weg. Und auch das Ausmaß der Vielleicht-Kiste sollte übersichtlich bleiben, sonst verlagert man sein Gerümpel nur.

So entrümpeln Sie richtig

Wer gut entrümpelt, der macht sich nicht nur frei von Altlasten, sondern spart auch Platz, Zeit und Geld. Mit diesen Schritten entrümpeln Sie richtig:

  • Rechtzeitig mit der Entrümpelung anfangen: Fangen Sie schon ein paar Wochen vor Ihrem Umzug mit dem Entrümpeln an. So haben Sie genug Zeit, sich um die beste Methode zur Entsorgung zu kümmern.
  • Gut erhaltene / wertvolle Dinge verkaufen: Bei Online-Auktionshäusern, auf Flohmärkten, in Second-Hand-Läden oder sogar Antiquitäten-Läden werden Sie gut erhaltene Möbel und Kleidungsstücke nicht nur mit relativ wenig Aufwand los, sondern können sogar noch etwas Geld damit verdienen. Eine Alternative sind Verschenkbörsen oder Möbelspenden. Hiermit verdienen Sie zwar kein Geld, aber meistens werden die Möbel direkt bei Ihnen zu Hause abgeholt, sodass Sie Zeit sparen und Stress vermeiden.
  • Spenden: Überlegen Sie sich, ob Sie einige aussortierte Dinge – gerade gut erhaltene Klamotten – nicht lieber spenden wollen. Gerade kleine, lokale Abnehmer wie Kirchen oder Frauenhäuser freuen sich sehr und Ihre Spende kommt garantiert dort an, wo sie gebraucht wird.
  • Sperrmüll: Möbel, die nicht mehr zu gebrauchen sind, können Sie im Sperrmüll entsorgen. Hier gibt es drei Varianten:
  • Sperrmüllabfuhr bestellen: Sperrmüll lässt sich gegen Bezahlung bequem von der Stadt vor Ort abholen und entsorgen. Allerdings sollte der Abholtermin mindestens drei Wochen im Voraus angemeldet werden. Die Sperrmüllmenge wird in einigen Städten pro Kubikmeter berechnet und bei Abholung bar bezahlt. In manchen Städten ist der Service kostenlos. Eine kurzfristige Expressabholung für den nächsten Tag kostet im Durchschnitt 53 Euro für einen Kubikmeter Sperrmüll.
  • Sperrmüll selbst zum Recyclinghof fahren: Sie können die Abfälle auch selbst beim zuständigen Recyclinghof anliefern. Hier gilt: Je besser Ihr Sperrmüll sortiert ist, desto günstiger wird die Entsorgung. Grundsätzlich sollten Sie unterschiedliche Materialien voneinander trennen. Metalle werden im Recyclinghof kostenlos angenommen. Holzmöbel werden als Altholz verwertet, auch Span- oder Furnierholz gehören dazu. Beschläge oder Scharniere müssen dabei nicht entfernt werden. Sofas, Sessel, Matratzen, Polstermöbel, Bodenbeläge, Teppiche oder alle möglichen Kunststoffe gelten als energetisch verwertbare Abfälle und sollten auch getrennt angeliefert werden. Große Elektrogeräte werden dagegen meist nach Stückzahl abgerechnet.
  • Spermüll-Entsorgung mithilfe eines Containerdienstes: Vielleicht können Sie Ihren Sperrmüll selbst entsorgen, verfügen aber nicht über ein ausreichend großes Fahrzeug für den Abtransport. Containerdienste stellen Ihnen einen Sperrmüllcontainer vor die Haustür, den Sie nur noch befüllen müssen. Um die Abholung und die fachgerechte Entsorgung des Sperrmülls kümmert sich der beauftragte Containerdienst. Weitere Infos gibt es unter www.containerbestellung24.de
  • Richtig entrümpeln – eine App kann helfen: Wenn Sie mit Ihrem Vorhaben, Ihr Hab und Gut noch vor dem Umzug  zu entrümpeln, etwas überfordert sind, kann eine App helfen. Sie strukturiert Ihr Vorgehen und gibt Tipps. Mehr Infos zur Entrümpelungs-App finden Sie hier.
  • Mit einer Entrümpelungs-Firma Zeit sparen: Wer sich partout nicht von ungenutzten Haushaltsgegenständen trennen kann, sollte eine Entrümpelungs-Firma mit dem Abtransport beauftragen. Auf diese Weise ist man gezwungen, Gegenstände, die einem ans Herz gewachsen sind, aber ein unnötiges Dasein fristen, auch wirklich auszusortieren. Professionelle Entrümpelungs-Unternehmen kommen nicht nur zum vereinbarten Termin, um Sie emotionslos von der überflüssigen Last zu befreien, sondern lassen das alte Domizil auf Wunsch zu einem vereinbarten Preis besenrein zurück – sie bauen sogar Einbauschränke ab und entfernen Bodenbeläge.