10 Tipps: So machen Mieter ihre Wohnung energieeffizient

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Strom- und Nebenkosten schießen in die Höhe, der Sommerurlaub droht flach zu fallen, weil einfach zu viel Energie verbraucht wird. Und den Vermieter lässt das kalt. Doch auch Mieter haben einiges in der Hand, wenn es darum geht weniger Energie zu verbrauchen. Immonet hat die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Welchen Maßnahmen der Vermieter zustimmen muss, ist strittig. Als allgemeine Regel gilt jedoch: Sind die Veränderungen ohne großen Aufwand rückgängig zu machen und sind keine Substanzschäden zu erwarten, muss nicht zwingend eine Erlaubnis eingeholt werden. Wer sich unsicher ist, kann geplante Umbauten zur Sicherheit mit dem Vermieter absprechen. Wer größere Investitionen plant, sollte dies ohnehin tun und einen Ausgleich mit seinem Vermieter aushandeln. Kleinere Maßnahmen lassen sich jedoch auch ohne großen Aufwand umsetzen.

1. Verbrauch kontrollieren

Wer sparen möchte, muss zunächst einmal wissen, wo das überhaupt möglich ist. Deshalb ist es wichtig, die Verbräuche und Verluste zu kontrollieren. Nur wer seine Verbrauchsdaten regelmäßig checkt, kann beurteilen, ob die höheren Heizkosten an dem vermehrten Verbrauch oder an den generell steigenden Energiepreisen liegen.

Dafür haben Mieter zwei Möglichkeiten: Sie können einen Strommessgerät zwischen Steckdose und Gerät schalten und so zum Beispiel feststellen, wie viel eine Waschmaschine verbraucht. Die Strommessegeräte gibt es in jedem Baumarkt zu kaufen, die Anschaffung ist nicht sehr teuer und lohnt. Alternativ kann man sich so ein Gerät bei der Verbraucherzentrale leihen oder die Messungen direkt durch die dortigen Mitarbeiter durchführen lassen. Die Beratung ist dann inklusive.

Ob es Einsparpotenziale gibt und wie hoch diese sind, können Mieter feststellen, indem sie die ermittelten Werte mit Durchschnitts- und Bestwerten anderer Geräte vergleichen.

Mit dieser Methode lassen sich auch Elektrogeräte identifizieren, die selbst im ausgeschalteten Zustand noch Strom verbrauchen. Zu diesen Stromdieben können Wasserkocher, Toaster, Handyladegerät, Drucker, aber auch Waschmaschine zählen. 

2. Verluste ausschalten

Da immer mehr Elektrogeräte mit konventionellen Netzschaltern auch im ausgeschalteten Zustand noch Strom verbrauchen, macht es Sinn Zwischenschalter zu benutzen: So lassen sich die Verbräuche kontrollieren. Die Anschaffung moderner und effizienter Haushaltsgeräte rechnet sich in vielen Fällen ebenfalls.

3. Gegen Zugluft schützen

Am meisten Energie geht in der Wohnung über Wärmeverluste verloren. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, wo der größte Schwund lauert. Mit Hilfe einer Wärmebild-Kamera können Energieverluste optisch erfasst werden. Doch oft wissen Mieter auch ohne einen solchen Aufwand genau, wo ist es mangelt. Zugluft ist ein deutliches Zeichen für Wärmeverluste.

Dagegen lässt sich aber am einfachsten etwas tun: Im Baumarkt gibt es für wenige Euro Dichtungsbänder und Bürstendichtungen. Diese können auch handwerkliche Laien leicht selbst anbringen und so Energie sparen. 

4. Fensterfolie

Auch einfach verglaste oder schlecht isolierende Fensterscheiben geben viel Wärmeenergie ab. Fenster-Isolierfolie ist die schnelle Alternative zum Austausch der Fenster und kann ebenfalls von Laien durchgeführt werden. Die Folie wird einfach von innen auf die Scheibe geklebt. Zwischen Folie und Glas bildet sich eine dünne Luftschicht und verstärkt die Dämmwirkung der Fenster. Die Folie ist recht günstig, kann aber auch leicht beschädigt werden und muss dann ausgetauscht werden.

5. Vorhänge bewusst einsetzen

Wer seine Rollläden in der Heizperiode bei Einbruch der Dämmerung frühzeitig runterzieht, kann bereits viel Energie sparen. Schwieriger ist es in Wohnungen ohne solche Vorrichtungen. Der nachträgliche Einbau von Klapp- oder Rollläden durch den Mieter kann strittig und aufwendig sein. Schwere Vorhänge erfüllen jedoch eine ähnliche Funktion und sehen zudem hübsch aus. Mieter sollten aber immer  beachten, dass die Stoffe lediglich die Fenster, nicht aber die laufende Heizung abdecken. Grade nachts, wenn die Heizung ohnehin auf null steht, sind Vorhänge  eine gute Möglichkeit der zusätzlichen Isolierung. 

6. Heizverluste minimieren

Wo Heizkörper durch Möbel, Verkleidungen oder Vorhänge abgedeckt sind, kann die Wärmeleistung nicht voll genutzt werden. Auch Thermostate arbeiten unter solchen Bedingungen nicht optimal. Sorgen Sie dafür, dass die Heizung frei ist und die Luft zirkulieren kann.

Wer es nicht mag, wenn die Wohnung beim nach Hause kommen ausgekühlt ist, kann programmierbare Thermostatventile einbauen. Sie ermöglichen die individuelle Steuerung der Heizzeiten – unabhängig von der Zentralheizung und in jedem Raum  einzeln. Mit sogenannten smarten Thermostaten kann man die Heizungswärme sogar per App und Mobiltelefon von unterwegs aus steuern. Die alten Thermostate sollte man aber aufbewahren, da sie bei einem Auszug wieder angebaut werden müssen.

7. Heizkörpernischen dämmen

Eine weitere Verlustquelle sind Heizkörpernischen. Die Heizung erwärmt die Außenwand stark, diese gibt die Wärmeenergie jedoch nach außen ab. Dagegen helfen Dämmstoffplatten. Sie reduzieren den Wärmeverlust und können von den Mietern selbst angebracht werden, wenn genügend Raum zwischen Wand und Heizkörper vorhanden ist. Muss der Heizkörper abgebaut werden, kann man Hilfe von einem Handwerker einholen. Dann sollte man die Maßnahme zur Sicherheit mit dem Vermieter absprechen. Wichtig ist jedoch, die Platten lückenlos über die gesamt Fläche zu verkleben. 

Eine etwas einfachere Lösung bietet Reflektorfolie, die ebenfalls Heizkosten spart. Sie strahlt die abgegebene Wärme zurück und lässt sich in der Regel einfacher als Platten verbauen.

8. Heizung entlüften und kontrollieren

Gluckern oder ein nicht wirkliches warm werden der Heizung sind bereits Warnzeichen: Wenn der Wasserdruck in der Heizung nicht stimmt, kann sie nicht voll arbeiten. Dann muss sie entlüftet werden. Das kann man selbst machen oder den Hausmeister damit beauftragen. Die Druckkontrolle können Mieter regelmäßig selbst durchführen.

9. Warmwasserverluste vermeiden

Nach dem Heizen ist die Warmwassererwärmung der zweitgrößte Energieverbraucher im Haushalt. Besonders stark macht sich das bemerkbar, wenn Strom zur Wassererwärmung genutzt wird. Deshalb sollten Mieter darauf achten, dass der Boiler auf aktuellem Stand ist und ihren Vermieter auf Missstände hinweisen.

Ein wichtiger Faktor sind alle wassersparenden Maßnahmen. Mit Einhebel-Mischarmaturen lässt sich die Wassertemperatur einfacher regeln als mit zwei getrennten Armaturen, so läuft weniger Wasser durch. Verbraucher sollten jedoch darauf achten, dass sie die Mischbatterie nach dem Gebrauch auf kalt stellen.

Der Einbau von Sparbrausen macht sich ebenfalls bezahlt. Durch sie fließen nur etwa sechs Liter Wasser in der Minute, bei alten Duschköpfen ist es das Doppelte. Ein Wannenbad verbraucht übrigens etwa 100 Liter Wasser mehr als das Duschen. Für die Warmwasseraufbereitung für ein Bad benötigt man daher viermal mehr Energie als beim Duschen.

10. Das eigene Verhalten ändern

Nicht nur die Wohnung kann energieeffizienter gestaltet werden. Auch das eigene Verhalten hat einen großen Einfluss auf den Energieverbrauch. Mieter können eine ganze Reihe von Tipps beherzigen, die dabei helfen, weniger Strom und Energie zu verbrauchen:

  • Wer die Zimmertemperatur nur um ein Grad absenkt, kann bereits sechs Prozent der Heizkosten sparen.
  • Die Wahl kleinerer Geräte hilft ebenfalls: Brötchen können auch auf dem Toaster statt im Backofen aufgebacken werden, das spart Energie.
  • Ebenso die Benutzung eines Topfdeckels: Beim Kochen ohne Deckel gehen 75 Prozent der Energie verloren.

Informieren Sie sich über energiesparende Maßnahmen im Alltag.

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