Energieeffizient bauen – Fördermöglichkeiten

Energieeffizient bauen – Fördermöglichkeiten
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Wer heute baut, legt nicht nur auf Grundstückslage und Ausstattung der Immobilie Wert. Genauso wichtig ist mittlerweile auch die Energieeffizienz des Hauses. Das rentiert sich doppelt: Zum einen spart man mit einem energieeffizienten Haus viel Geld beim Unterhalt. Zum anderen gibt es in Deutschland viele Förderprogramme für den Bau von Immobilien, die energieeffizient sind und damit zum Schutz von Umwelt und Klima beitragen. Sie werden als sogenannte Effizienzhäuser bezeichnet. Doch was genau steckt dahinter und wird wie gefördert? Immonet hat die wichtigsten Energiestandards und Programme zusammengefasst.

Förderung durch die KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die größte Geldgeberin für alle, die energieeffizient bauen möchten. Die KfW hat auch, gemeinsam mit anderen Institutionen, die wichtigste Klassifizierung von Gebäuden in Hinblick auf die Energiestandards festgelegt.

Es existieren drei Klassen für die sogenannten Effizienzhäuser. Sie reichen von Effizienzhaus 40 Plus bis Effizienzhaus 55. Je kleiner die Kennzahl, umso besser ist die Energieeffizienz des Gebäudes. Die Zahl entspricht dem Energiebedarf im Vergleich zu den in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegten Standards: Ein Haus der Klasse 40 verbraucht im Schnitt entsprechend 60 Prozent weniger als ein Standardhaus.

Wichtig sind dafür zwei Werte: der Jahresprimärenergiebedarf, also die Energie, die für Heizung, Wasser und die Umwandlung gebraucht wird. Und der Transmissionswärmeverlust, also die Wärme die ein Haus an die Umwelt abgibt.

Wer neu bauen und Förderungen erhalten möchte, die über den Kredit im Rahmen des für alle erhältlichen Wohneigentumsprogramms hinausgeht, muss mit seinem Haus deutlich unter den von der EnEV vorgegebenen Werten bleiben. Dann kann man zusätzlich das Förderprogramm „Energieeffizientes Bauen“ (KfW-Förderprodukt 153) in Anspruch nehmen. Gefördert werden aber nur Neubauten, die den Klassen 40 Plus bis 55 entsprechen.

Effizienzhaus 55

Das Effizienzhaus 55 verbraucht nur 55 Prozent der Energie der Mindeststandards an Neubauten. Ein Haus der Klasse 55 darf also maximal 40 kWh (Kilowattstunden) Primärenergiebedarf pro Quadratmeter und Jahr haben. Energieeffizienz wird bei der KfW besonders gefördert. Unter dem Titel „Energieeffizient Bauen“ (Förderprodukt Nummer 153) können Privatleute zu günstigen Bedingungen einen Kredit abschöpfen. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Effizienzhaus 40

Das Effizienzhaus 40 entspricht dem derzeit höchsten Standard. Es liegt bei nur 40 Prozent der in der EnEv festgelegten Grenzwerte. Erreicht werden können diese zum Beispiel durch unterschiedliche, ineinandergreifende Maßnahmen wie Gas-Brennwertkessel, solare Trinkwassernutzung und Heizungsunterstützung, Abluftanlagen mit achtzigprozentiger Wärmerückgewinnung oder Wanddämmung.

Mehr Informationen zur Förderung finden Sie hier.

Effizienzhaus 40 Plus

Ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus entspricht einem KfW-Effizienzhaus 40. Allerdings muss zusätzlich folgendes Plus Paket umgesetzt werden:

  • Eine stromerzeugende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien
  • Ein stationäres Batteriespeichersystem (Stromspeicher)
  • Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • Eine Visualisierung von Stromerzeugung und Stromverbrauch über ein Benutzerinterface

Der in der Bilanz anrechenbare Strom aus erneuerbaren Energien muss auf dem Grundstück mit dem Gebäude oder zum Beispiel mit Garage, Carport, Schuppen erzeugt werden. Der Strom wird beispielsweise aus Photovoltaik-Anlagen, kleinen Windkraftanlagen oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gewonnen, die zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Der Strom sollte überwiegend selbst genutzt werden.

Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung muss einen Wärmebereitstellungsgrad von mindestens 80 Prozent aufweisen. Der Stromspeicher muss mindestens eine nutzbare Speicherkapazität aufweisen, die der Leistung der stromerzeugenden Anlage (z. B. Peakleistung Ppk der Photovoltaikanlage) multipliziert mit einer Stunde entspricht. Eine Fachkraft muss die Inbetriebnahme der Anlage bestätigen und ein Nachweis darüber vorlegen.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Wer ein Haus nach Effizienzhaus-Standard bauen will, muss viele technische Details beachten. Eine kompetente Beratung hilft, alle von der KfW geforderten Voraussetzungen zu erfüllen. Deshalb können Bauherren einen Zuschuss für eine Baubegleitung beantragen – ebenfalls über die KfW. Hier ist die Kostenerstattung für einen sogenannten Energieeffizienz-Experten von 50 Prozent, maximal 4.000 Euro, möglich.

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