Das Effizienzhaus - Schutz für Umwelt und Konto

Effizienzhaus
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Selber bauen und dabei an die Umwelt denken. Wer dieses Ziel verfolgt, kommt am Effizienzhaus nicht vorbei. Dieses ist nicht nur für grün denkende Menschen interessant, sondern für alle, die kein Geld zu verschenken haben. Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff? Immonet hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

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Auf die Dämmung kommt es an

Der Begriff Effizienzhaus steht für Gebäude mit einem niedrigen Energiebedarf und ist zudem ein offizielles Prädikat für den Klimaschutz. Dahinter steht aber auch ein Förderprogramm und damit die Möglichkeit, bei der Finanzierung der eigenen Immobilie Geld zu sparen.

Die Standards für das Gütesiegel wurden gemeinsam festgelegt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Deutschen Energie Agentur (dena). Die Klassifizierung umfasst acht verschiedene Standards, die von Effizienzhaus 115 bis Effizienzhaus 40 Plus reichen. Dabei gilt: Je kleiner die Kennzahl, umso besser ist die Energieeffizienz des Gebäudes.

Investitionen, die lohnen

Wer sich ein Haus mit einer guten oder sehr guten Energieeffizienz wünscht, muss investieren. Diese Aufwendungen amortisieren sich aber meistens schnell. Schon heute gelten Mindeststandards, und diese zu unterschreiten lohnt sich langfristig: Ein hoher Wohnkomfort und der langfristige Werterhalt des Gebäudes sind positive Aspekte.

Zudem sind die Energiestandards und die entsprechenden Zertifizierungen für Immobilienkäufer und Häuslebauer finanziell sogar in doppelter Hinsicht interessant. Zum einen geben sie den voraussichtlichen Energiebedarf wieder – und damit einen wichtigen Kostenfaktor für das Leben in der neuen Immobilie. Schließlich steigen die Preise für Energie regelmäßig und überdurchschnittlich. Zum anderen existieren für den Kauf von Effizienzhäusern und für Sanierungsmaßnahmen, die zum Effizienzhaus-Standard führen, verschiedene Förderungen in Form zinsgünstiger Kredite und Zuschüsse. Diese werden von der KfW vergeben.

Kredite mit Tilgungszuschuss

So bietet die KfW zum Beispiel einen Kredit bis zu einer Höhe von 100.000 Euro für alle an, die ein neues Effizienzhaus kaufen oder bauen. In diesem Rahmen gewährt die Förderbank einen Tilgungszuschuss, der sich nach dem Effizienzstandard richtet: Je besser der Standard, desto höher ist auch die Förderung.

Für ein Effizienzhaus 40 Plus gibt es 15 Prozent der Darlehenssumme, also bis zu 15.000 Euro geschenkt, für ein Effizienzhaus 55 immerhin 5.000 Euro. In der Praxis muss der Betrag am Ende der Rückzahlungszeit nicht erstattet werden, diese verkürzt sich also automatisch.

Tilgungszuschüsse sind aber auch in Verbindung mit KfW-Programmen für Altbauten erhältlich. Der Kredit für energieeffizientes Sanieren fördert Maßnahmen für Effizienzhäuser der Klassen 55 bis 115. Die Reduzierung des Darlehens für ein Effizienzhaus 55 beträgt 27,5 Prozent, bei einer maximalen Darlehenssumme von 100.000 Euro sind das 27.500 Euro. Für ein KfW-Effizienzhaus 70 gibt es zum Beispiel 22,5 Prozent Zuschuss, für den Standard 115 immerhin noch 12,5 Prozent, also maximal 12.500 Euro.

Die Standards

Doch wie werden die Standards festgelegt und ermittelt? Die energetische Qualität eines Hauses wird an zwei Kennzahlen gemessen: dem Jahresprimärenergiebedarf, also der Menge der benötigten Energie für Heizung, Wasser und der Umwandlung, zum Beispiel von Kohle zu Strom. Und dem sogenannten Transmissionswärmeverlust, also der Wärme, die ein Haus durch Wände, Fenster und Dach an die Umwelt abgibt.

Für diese beiden Kennzahlen gibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) Höchstwerte für Neubauten vor. Ein nach den aktuellen Mindeststandards errichteter Neubau entspricht einem Effizienzhaus 100.

Für die Einordnung eines Gebäudes in die unterschiedlichen Kategorien werden diese Kennzahlen in Vergleich zu dem Mindeststandard gesetzt. Ein KfW-Effizienzhaus 115 verbraucht also 15 Prozent mehr Energie als das Vergleichsobjekt. Der Verbrauch eines Effizienzhauses 55 liegt entsprechend bei 55 Prozent des Referenzwertes, der eines Effizienzhauses 40 nur bei 40 Prozent.
Dabei spielt das Alter des Gebäudes keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Anforderungen erfüllt werden. Bei Neubauten fördert die KfW allerdings nur die Standards 55, 40 und 40 Plus.

Diese jeweiligen Anforderungen werden von unabhängigen Energieexperten geprüft, die die Einhaltung der Standards auch formell bestätigen. Erst mit diesem Zertifikat lässt sich bei der KfW ein entsprechender Kreditantrag stellen. Die Energieexperten beraten zudem Hausbesitzer und führen die Planungen durch. Denn jedes Haus ist anders: Nicht alle Maßnahmen führen zu den gleichen Ergebnissen. Die Fachleute helfen bei der Suche nach möglichst effektiven Lösungen. Dazu können der Einbau moderner Heizungsanlagen auf Basis von Holzpellets oder Biomasse, eine Dach- oder Wanddämmung aber auch die Nutzung von Solaranlagen zur Trinkwassererwärmung zählen.

Weiterlesen:

Überblick über die Förderprogramme der KfW