Die Dusche ist bei Mietern einer Umfrage zufolge mittlerweile beliebter als die Badewanne

Die aktuellen Trends bei Duschen

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Die Dusche ist ein absolutes Muss in Badezimmern – egal, ob sie nur für eine kurze Erfrischung oder ein individuelles Wellness-Programm genutzt wird. Mittlerweile laufen sie sogar Badewannen den Rang ab, was die Beliebtheit betrifft. Immonet stellt die aktuellen Trends bei Duschen vor.

Duschen liegt voll im Trend

Ob morgens vor der Arbeit die Müdigkeit vom Körper spülen oder sich nach dem Sport oder der Gartenarbeit frisch machen – die Dusche ist wichtig fürs Wohlbefinden. Zwei von drei Deutschen duschen Umfragen zufolge mindestens einmal täglich. Noch vor wenigen Jahrzehnten galt ein Badezimmer ohne Wanne als schwer vermietbar. Doch mittlerweile bestehen die meisten Mieter auf eine Dusche im Nassbereich. Bei einer Immowelt-Umfrage gaben 85 Prozent der Befragten an, bei der Wohnungssuche auf eine Dusche zu achten, nur 57 Prozent war eine Badewanne wichtig.

Die einfachste Variante einer Dusche

Die einfachste und zugleich meist kostengünstigste Ausführung der Dusche besteht aus einer Duschtasse mit einem Schutz gegen Spritzwasser und einer einfachen Handbrause an einem Schlauch. Die Duschtasse ist in der Regel etwa 30 Zentimeter hoch und meist aus Sanitäracryl oder Stahlemaille gefertigt. Die Duschtür schützt vor Wasser auf dem Fußboden oder den Fliesen. Hier sind verschiedene Varianten erhältlich, etwa Schiebe-, Falt oder auch Pendeltüren.

Duschköpfe haben eine Vielzahl von Strahlarten

Komplettiert wird die Standard-Dusche in der Regel mit einer Schlauchbrause. Der große Vorteil: Sie ist flexibel in der Anwendung. Mit ihr kann man das Wasser gezielt an jeden Punkt des Körpers leiten. Doch heutzutage kommt aus der Handbrause nicht einfach nur Wasser gelaufen. „Moderne Duschköpfe haben mittlerweile bis zu sieben verschiedene Strahlarten“, sagt Andreas Braun, Referent Sanitär beim ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima). Der Druck lässt sich nach eigenem Belieben einstellen, die Düsen zu- oder abschalten. So entsteht zum Beispiel der wohltuende Massagestrahl, der weiche Regenstrahl oder der harte Monostrahl.

Ein Teil, viele Funktionen: Das Duschpaneel

Immer beliebter werden sogenannte Duschpaneele. Sie bestehen aus einem großen Duschkopf und einer zusätzlichen Handbrause. Viele Modelle weisen darüber hinaus auch seitliche Düsen oder Auslässe auf, die eine Massagefunktion haben. Bei solchen Paneelen kommt das Wasser nicht nur von oben, sondern trifft auf Wunsch auch von der Seite oder von vorne auf den Körper.  

Und weil Duschen heutzutage neben der Körperreinigung auch der Entspannung dient, sind bei manchen Duschpaneelen neben der gezielten und verstellbaren Beleuchtung durch LED-Technik (light-emitting diode) auch Lautsprecher für die passende Musik integriert. „Das Highlight sind dann Duschen, die zu den verschiedenen Strahlbildern auch noch eine Farb- oder Musikkulisse bilden“, sagt Sanitärexperte Braun.

Duscharmaturen mit Thermostat sind gefragt

Bei den Duscharmaturen hat sich der Einhebelmischer mittlerweile als Standard etabliert. „In der Dusche, wo es auf erhöhten Komfort ankommt, nehmen jetzt Thermostat-Batterien zu“, weiß Braun. Hier kann man die Wassertemperatur vorwählen bzw. einstellen. Das erhöht zugleich die Sicherheit: So können sich Kinder beispielsweise nicht mehr so leicht verbrühen. Gleichzeitig sind moderne Armaturen auch ins Design eingepasst. Sie dienen etwa gleichzeitig als Ablage für die Seife und das Shampoo und haben griffige, aber gleichzeitig optisch ansprechende Bedienelemente.

Der Trend geht zu bodengleichen Duschen

Ein großes Thema bei Renovierung und Neubau ist die Barrierefreiheit. Das gilt auch im Badezimmer. Die Aufbauhöhen von Wanne oder Dusche werden immer geringer. „Der Trend geht stark in Richtung bodengleiche Dusche“, sagt Andreas Braun. Bei dieser Lösung ist die Dusche in den Badezimmerboden eingearbeitet. Duschen gelten dann als bodengleich, wenn ihr Rand maximal zwei Zentimeter hoch ist. Hatten 2011 gerade einmal sieben Prozent aller Bäder eine ebenerdige Dusche, waren es 2017 nach Angaben der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft bereits 17 Prozent.

Variante 1: Ultraflache Duschtassen

Um eine bodengleiche Dusche zu erhalten, kann man entweder sehr flache Duschtassen verwenden, die meistens nur vier bis fünf Zentimeter hoch sind und im Boden versenkt werden. Diese Duschwannen lassen sich direkt an die Fliesen des Fußbodens anschließen. „Man merkt nur den Wechsel zwischen Fliesenbelag und der leicht rauen Oberfläche der Dusche“, so Braun.

Variante 2: Duschboards

Soll die Dusche ebenerdig liegen und sich bezüglich des Bodenbelags überhaupt nicht mehr vom restlichen Bad unterscheiden, kann ein sogenanntes Duschboard eingebaut werden. Hierbei handelt es sich um ein flaches Element aus EPS (Expandiertes Polystyrol), das mit Glasfasergewebe verstärkt ist und leicht unter Bodenhöhe eingebaut wird. Das Board lässt sich anschließend mit Fliesen bekleben.

Art des Wasserablaufs lässt sich oft frei wählen

Damit bei bodengleichen Duschen das Wasser problemlos ablaufen kann, haben die meisten im Handel erhältlichen Duschboards ein Gefälle integriert. Wo sich der eigentliche Ablauf innerhalb der Dusche befindet und welche Art zum Einsatz kommt, kann der Kunde oft frei wählen. Auch diese Individualität sei ein Trend bei modernen Duschen, meint Andreas Braun vom ZVSHK. Etwa bei den Abläufen: Es gibt Punktabläufe, die mittig platziert werden können, in einer Ecke oder sogar in der Wand.

Doch sie müssen nicht zwangsläufig rund mit Edelstahlrost sein: „Mittlerweile gibt es auch sehr schicke Ablaufrinnen, etwa aus Metall, die ein Muster haben oder mit einer Glasabdeckung versehen sind“, berichtet Braun. Manche Modelle sind – wie das Duschboard – befliesbar und können im gleichen oder einem anderen Muster als die Dusche gefliest werden.

Größe der Dusche ist eine Frage des Geschmacks

Die meisten deutschen Badezimmer sind mit durchschnittlich acht Quadratmetern nicht besonders groß. Was die Größe einer Duschkabine angeht, gelten 80 mal 80 Zentimeter als Mindestmaß, damit man sie noch komfortabel nutzen kann. Als Standard-Maß hat sich eine Fläche von 90 mal 90 Zentimetern etabliert. Doch auch die verwendeten Materialien nehmen Einfluss darauf, ob ein Badezimmer beengt wirkt oder nicht. „Eine Klarglasabtrennung an der Dusche macht den Raum optisch nicht kleiner“, meint Experte Braun.

Wer ein Badezimmer mit Wanne saniert, die nicht mehr benötigt wird, hat den Vorteil, dass genügend Raum für eine größere Dusche vorhanden ist. Wie groß die Dusche im Bad sein darf, hängt in erster Linie vom persönlichen Befinden ab. „Ein Merkmal der modernen Dusche ist, dass es für jeden Anwendungsfall und jeden Geschmack eine eigene Lösung gibt“, sagt Braun. Wer sich vor der Badrenovierung in Ruhe umschaut, findet viele Möglichkeiten, um die Dusche nach den eigenen Vorstellungen zu bauen.