Tipps für den Dachausbau

Tipps für den Dachausbau
© Fotolia/photo 5000

Wer zusätzlichen Wohnraum sucht, schaut häufig nach oben: Das Dachgeschoss gerät zwangsläufig ins Visier von Modernisierern, die mehr Platz schaffen wollen. Baugrund ist schließlich teuer – und ein Dachausbau kostet ungefähr 500 Euro pro Quadratmeter weniger als ein Neubau. Die stillen Platzreserven unter der Dachschräge lassen sich außerdem durch technische Neuerungen leichter nutzen als bisher.

Unter dem Dach findet sich in vielen Gebäuden ungenutzter Raum, der sich meist verhältnismäßig leicht und kostengünstig als Wohnraum ausbauen lässt. Dachgeschosswohnungen bestechen zusätzlich dank individueller Gestaltungsmöglichkeiten durch ihren besonderen Charme. Bevor es mit der Planung losgeht, sollten Sie überlegen, wie der neugewonnene Platz genutzt werden soll: als Gäste-, Kinder- oder Arbeitszimmer, Küche, Bad oder Hobbyraum?

Individueller Wohnraum unter dem Dach

Je nach Neigungsgrad des Daches und dem möglichen Kostenrahmen für den Umbau lässt sich aus der ungenutzten Fläche einiges machen. Dabei wirken sich die bestehende Dachform und -neigung auf das Raumangebot aus. Besitzt der Dachboden einen Neigungswinkel von 35 bis 50 Grad, lässt sich eine ganze Wohnebene gestalten, während sich bei weniger als 35 Grad nur kleine Projekte wie etwa ein zweites Schlafzimmer oder eine kleine Galerie verwirklichen lassen. Da die individuelle Gestaltung des Daches meist nicht durch tragende Bauteile eingeschränkt ist, kann der Bauherr seinen Vorstellungen freien Lauf lassen. Besonders doppelstöckig konstruierte Böden eignen sich nach Entfernen der Zwischendecke zum Ausbau loftartiger Wohnungen.

Ganz wichtig: Vor der Planung des Dachausbaus sollten sich Bauherren beim örtlichen Bauamt erkundigen, ob eine Baugenehmigung für das Bauvorhaben notwendig ist.

Dachstuhl zur Wohnung ausbauen

Wer auch Badezimmer und Küche einbauen möchte, sollte in der Planung die sanitären Anlagen direkt berücksichtigen. Auf diese Weise lassen sich Installationen in den Zwischenwänden bündeln, Abwassergeräusche räumlich besser planen und Leitungen kostengünstiger verlegen.

Ausbau in Eigenregie oder mit dem Profi?

Wer als Bauherr Kosten sparen möchte, kann Arbeiten wie den Trockenausbau oder das Verlegen des Fußbodens in Eigenregie erledigen. Elektrische Arbeiten sowie Sanitär- und Heizungsinstallationen sollten aber dem Fachmann überlassen werden, weil dazu Expertenwissen notwendig ist. Vor der Planung des Bauvorhabens ist unbedingt der Rat eines Sachverständigen einzuholen, da dem Ausbau manchmal eine teure Sanierung des Dachstuhls vorausgeht.

Auswahl der Dachfenster

Dachfenster oder Gauben sorgen für den nötigen Lichteinfall. Bis zum Boden verglaste Dachgauben oder Dachwohnfenster in den Dachschrägen lassen viel Tageslicht herein und sorgen so für ein positives Wohngefühl. Sie bestehen meist aus einem Pultdach und senkrecht darunter verlaufenden Fenstern. Kostengünstiger ist der Einbau von Dachwohnfenstern, durch die ebenfalls viel Licht in den Raum scheint. Tipp: Die Vorschriften für Dachneigungen sind häufig im Bebauungsplan vorgeschrieben.

Die richtige Dämmung

Eine ausreichende Dämmung ist beim Dachausbau nicht nur für ein ganzjährig angenehmes Wohnklima sowie die Regulierung von Hitze und Kälte wichtig, sondern auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Die Anforderungen der Energiesparverordnung zur Wärmedämmung besagen beispielsweise, dass die Dämmstoffe mindestens 16 cm dick sein müssen. Wird der Dachboden nicht als Wohnraum ausgebaut, genügt es, die Geschossdecke zu dämmen. Rollläden schützen zusätzlich vor Wärmeverlust über die Fensterflächen und zugleich vor starker Sonneneinstrahlung im Sommer.

Schallschutz einplanen

Auch beim Schallschutz sollte bei alten und für ihre Hellhörigkeit bekannten Holzbalkendecken umsichtig geplant werden. Eine Zwischendecke mit Federbügeln oder ein auf zehn Millimeter dicken Filzbahnen verlegter Teppich schafft Abhilfe. Den besten Schallschutz bietet die Füllung des Leerraumes in der Decke mit Magerbeton oder Lehm.

Bau- und Brandvorschriften beachten

Gerade Dachwohnungen unterliegen strengen Brandschutzvorschriften, die den Einbau schwer entflammbarer Dämmstoffe notwendig machen. Weiterhin ist eine feststehende Treppe vorgeschrieben. Wendeltreppen sind zwar schön anzuschauen, erfordern jedoch viel freistehenden Raum in der unteren Wohnung.

Weiterlesen:

Erfahren Sie mehr über Wärmmedämmung unter dem Dach