Diese Vorschriften fürs Büro müssen Sie kennen

Büro Vorschriften
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Wer eine Immobilie anmietet, um darin ein Gewerbe zu betreiben, muss gewisse Vorschriften beachten. Diese sind in der Arbeitsstättenverordnung festgelegt und dienen dazu, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu erhalten. Immonet gibt einen kurzen Überblick über die wichtigsten Vorschriften fürs Büro.

1. Raumgröße

Der Raumbedarf richtet sich nach der Anzahl der darin arbeitenden Beschäftigten und ihrer Tätigkeit. Als Faustregel gilt: Einzel- oder Zweierbüros müssen den Mitarbeitern jeweils mindestens acht Quadratmeter (qm) Raum bieten. Gruppenbüros mit drei Arbeitsplätzen oder mehr sollten mindestens zehn Quadratmeter Platz pro Person gewährleisten.

Ein eventueller Mehrbedarf entsteht bei Beschäftigten mit körperlichen Beeinträchtigungen oder je nach Tätigkeit auch durch die Notwendigkeit von großen Ablageflächen, Archiven oder mehreren PCs am Arbeitsplatz. Werden im Büro Kunden empfangen oder Meetings abgehalten, muss auch dafür der Raum entsprechend größer sein.

2. Größe des Arbeitsplatzes

Um sich am Arbeitsplatz frei bewegen zu können, muss jedem Angestellten eine unverstellte Bodenfläche von 1,5 Quadratmetern zur Verfügung stehen. So wird der regelmäßige Wechsel der Körperhaltung zur Vermeidung von gesundheitlichen Problemen sichergestellt. Genauso wichtig ist die Möglichkeit, sich ungehindert zu Schränken, Türen und Fenstern bewegen zu können.

Sind mehrere Arbeitsplätze nebeneinander angeordnet, gilt es, einen Mindestabstand von 1,20 Metern zwischen den Beschäftigten einzuhalten. Anderenfalls kommt es zu gegenseitiger Störung sowie erhöhtem Lärmpegel. Der Rückgang der Arbeitsmotivation ist eine häufige Folge von Platzmangel.

3. Ausstattung des Arbeitsplatzes

Laut Arbeitsstättenverordnung sollte ein Büroarbeitsplatz zumindest über einen Schreibtisch, einen höhenverstellbaren Bürostuhl, Fußstützen, Konzepthalter und Büroschränke verfügen. Der Schreibtisch darf dabei eine Mindestgröße von ein mal einem Meter nicht unterschreiten. Bei einer stehenden Tätigkeit beträgt die einzuhaltende Mindesttiefe des Arbeitstisches 80 Zentimeter (cm).

4. Sicherheit

Büroräume sollten allen Beschäftigten und von jedem Arbeitsplatz aus im Notfall die Flucht ermöglichen. Die sogenannten Verkehrswege, also die Wege zwischen den Arbeitsplätzen, Fenstern und Türen müssen dafür an jeder Stelle mindestens 87,5 Zentimeter breit und frei von jeglichen Stolpergefahren sein. Fluchtwege dürfen bis zu einem sicheren Bereich laut Gesetz nicht länger als 35 Meter sein und müssen als solche eindeutig gekennzeichnet werden.

5. Arbeitsplatzbedingungen

Weitere entscheidende Faktoren bei Büroräumen sind die Luftzirkulation, die Beleuchtung und der Geräuschpegel. Für alle Mitarbeiter und auch Besucher sollte jederzeit ausreichend Atemluft zur Verfügung stehen. Um dies zu gewährleisten, ist auch hier eine bestimmte Raumgröße sowie Raumhöhe erforderlich.

Bei leichter körperlicher Tätigkeit soll für jeden Anwesenden ein Mindestraumvolumen von 12 Kubikmetern zur Verfügung stehen. Wird dieses Mindestmaß unterschritten, muss eine Belüftungsanlage installiert werden, die für den nötigen Sauerstoffgehalt in der Luft sorgt.

Ebenso bedeutsam als gesundheitserhaltender Faktor ist die Raumbeleuchtung. Hoch im Kurs steht bei den meisten Beschäftigten das natürliche Tageslicht. Aber besonders in Großraumbüros ist eine Ausleuchtung mit Tageslicht an vielen Arbeitsplätzen nicht realisierbar. Hier muss eine Lichtquelle mit mindestens 750 Lux zur Verfügung stehen.

Um konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen, sollte die Arbeitsplatzumgebung möglichst frei von jeglichen Geräuschquellen sein. Der Lautstärkepegel darf nicht höher als 70 Dezibel sein, bei überwiegend geistigen Fähigkeiten sogar nicht mehr als 55 Dezibel.

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