Blower-Door-Test: Mit dem Differenzdruck-Messverfahren das Haus auf Energielücken überprüfen

Blower Door Test
© Fotolia / Ingo Bartussek

Der Heizwärmebedarf von Immobilien wird neben der Wärmedämmung auch von der Luftdichtheit der Gebäudehülle bestimmt. Umso mehr warme Luft durch undichte Stellen ungenutzt nach außen dringt, desto höher sind die Heizkosten. Zudem mindert Zug die Wohnqualität. Aber es geht nicht nur Energie verloren, es können auch Bauschäden entstehen. Dringt im Winter feuchte Raumluft in die Wärmedämmschicht ein, so kann sich Schimmel bilden und die Dämmung schädigen. Um diesen Problemen auf den Grund zu gehen, empfiehlt sich bei Neu- und Altbau ein Blower-Door-Test.

Was ist ein Blower-Door-Test?

Bei einem Blower-Door-Test, auch Differenzdruck-Messverfahren genannt, wird im Haus künstlich ein Über- oder Unterdruck erzeugt. Während alle Fenster und Türen geschlossen sind, pumpt ein Ventilator Luft aus beziehungsweise in das Haus. Dadurch entsteht eine Druckdifferenz zwischen Außen und Innen. Der Luftverlust und die Luftwechselrate eines Gebäudes werden somit messbar. Ein guter Wert für eine Luftwechselrate bei Einfamilienhäusern ist das 1 bis 1,5-fache Luftvolumen der Innenräume. Schlechte Werte betragen bis zu einem sechs- bis zwölffachen des Luftvolumens. Mit dem Blower-Door-Test lassen sich selbst kleine Luftlecks aufspüren.

Warum ist ein Blower-Door-Test gerade beim Neubau wichtig?

Viele Bauschäden beispielsweise im Dachbereich entstehen aufgrund von Sickerverlusten in der Dampfbremse. Die Dampfbremse ist eine Folie zwischen Innenraum und Dämmung, die verhindert, dass Luftfeuchtigkeit aus dem Raum in die Dämmung eindringen kann. Um schon während des Neubaus solche Schäden aufdecken zu können, ist die rechtzeitige Durchführung eines Blower-Door-Tests besonders wichtig. Für die Ortung wird dabei ein Rauchstift oder eine Nebelmaschine eingesetzt. Im Gebäude wird dann ein Luftdruck von 50 Pa (Pascal) hergestellt. Anschließend geht man das Gebäude systematisch Schritt für Schritt ab und sucht nach undichten Stellen. Zum einen können auf diese Weise Mängel rechtzeitig behoben werden bevor weitere Bauschritte eine spätere Nachbesserung verteuern. Zum anderen kann die Dokumentation dieser Baumängel durch einen Sachverständigen bei Streitigkeiten während der Bauabnahme hilfreich sein.

Wird ein Blower-Door-Test bezuschusst?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Blower-Door-Test im Rahmen einer Energieberatung. Neben dem BAFA fördern auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie viele Städte und Gemeinden einen Blower-Door-Test. Für einen Zuschuss muss in der Regel vor Beauftragung und Durchführung ein Antrag auf Fördermittel gestellt werden. Dieser sollte grundsätzlich von einem dem jeweiligen Förderprogramm entsprechend qualifizierten und zertifizierten Sachverständigen gestellt werden.

Wann muss ein Blower-Door-Test durchgeführt werden?

Ein Blower-Door-Test ist beim Neubau von bestimmten KfW-Effizienz- und Passivhäusern vorgeschrieben. Wird ein Altbau saniert, so ist der Blower-Door-Test vielfach Fördervoraussetzung. Der Blower-Door-Test muss nach den Verfahren DIN EN 13829 und DIN 4108-7 durchgeführt werden. Seit dem 31.07.1998 ist demnach der Blower-Door-Test "anerkannte Regel der Technik".

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