Was ist ein Blockheizkraftwerk?

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Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage, mit der man Zuhause eigenen Strom und Wärme gewinnen kann. Funktionsprinzip ist die Kraft-Wärme-Koppelung (KWK). Ein BHKW erzeugt Strom durch die Verbrennung von Brennstoff. Der enthaltene Motor erzeugt darüber hinaus Wärme, die zur Beheizung genutzt wird. Ein BHKW erzeugt also zwei Arten von Energie in einem Vorgang. Als Brennstoffe kommen fossile, regenerative und nachwachsende Rohstoffe in Frage: Heizöl, Pflanzenöl (meist Palmöl), Biodiesel, Erdgas, Biogas oder Holzpellets.

Es gibt mehrere Größen von Blockheizkraftwerken

  • Mini-BHKW bringen eine elektrische Leistung von 15 bis 50 Kilowatt
  • Micro-BKHW bringen eine elektrische Leistung bis maximal 15 Kilowatt
  • Nano-BKHW sind erst seit einigen Jahren erhältlich und bringen eine elektrische Leistung von 1 bis 1,5 Kilowatt

Lohnt sich ein Blockheizkraftwerk für mich?

Kleinere BHKW sind für den Betrieb in Wohngebäuden konzipiert. Nano- oder Micro-BHKW eignen sich von ihrer Leistung her für Privathaushalte, insbesondere Einfamilienhäuser. Sie benötigen wenig Platz, sie haben in etwa die Größe einer Waschmaschine. Sie lassen sich in jedem Gebäude installieren, unabhängig davon, ob es sich um einen Neu- oder Altbau handelt.

Mini-Blockheizkraftwerke sind ebenfalls kompakt gebaut und relativ einfach installiert. Sie werden als Alternative für die Energieerzeugung in Mehrfamilienhäusern ab sechs Wohneinheiten vermarktet. Die Leistung von kleineren BHKW wird von Herstellern optimistisch bewertet. Sie geben zum Beispiel an, dass sich mit einem Mikro-BHKW 40 Prozent des Strombedarfs einer vierköpfigen Familie abdecken lassen. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizanlagen sollen sie einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent haben.

Das entspricht der Idee des BHKW: Energie dort zu erzeugen, wo sie gebraucht wird. Gelingt das effizient, punkten BHKW mit einer positiven Öko-Bilanz. Genau wie die Wirtschaftlichkeit gilt es aber, diese genau zu berechnen.

Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Blockheizkraftwerken

Ob sich ein Blockheizkraftwerk lohnt, muss vor dem Kauf genau berechnet werden. Die Anschaffungskosten sind mit durchschnittlich 19.000 Euro für ein Micro-BHKW im Vergleich mit einer herkömmlichen Heizanlage ziemlich hoch. Sie müssen sich im Laufe der Zeit durch Energiepreisersparnisse ausgleichen. Zudem erfordern BKHW einer relativ hohen Wartungsaufwand durch Fachhandwerker. Wie hoch die Wartungskosten voraussichtlich sind, können Sie über eine Anfrage bei den Herstellern erfahren.

Gegen die Kosten für ein BKHW werden nicht nur Ersparnisse, sondern auch Zuschüsse und Leistungen für Strom, den Ihr BKHW ins Netz einspeist, aufgewogen. Wichtig zu beachten: Die Angabe des Wirkungsgrades ist ein Maximalwert, der abhängig von Motor und Brennstoff ist und nur unter idealen Bedingungen und optimaler Nutzung erreicht wird.

Als Faustregel gilt: Ein BKHW lohnt sich, wenn es das ganze Jahr über einen relativ hohen Energiebedarf gibt es es mindestens 5.000 Stunden jährlich betrieben wird.

Vorteile von Blockheizkraftwerken

  • Selbsterzeugung von Strom und Wärme und damit Unabhängigkeit vom Energieversorger
  • Umweltfreundliche Aspekte: Transport von Energie entfällt, da sie vor Ort genutzt wird. Bei Verbrennung von Biogas oder Holz gute ökologische Bilanz
  • Finanzielle Förderung dank Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und Einspeisung von Stromüberschüssen in das öffentliche Netz (siehe unten)
  • nur geringfügige Umbauten an der Heizanlage nötig: jedes Eigenheim kann mit einem BKHW nachgerüstet werden

Nachteile von Blockheizkraftwerken

  • Man kann nicht davon ausgehen, dass sich die Anschaffungskosten rechnen: Komplizierte Berechnung der Wirtschaftlichkeit
  • Maximaler Nutzungsgrad hängt von der Auslastung des Motors und dessen Wirkungsgrad ab
  • Im Sommer, wenn wenig oder nicht geheizt wird, sinkt der Wirkungsgrad. Die Anklage muss teilweise sogar gekühlt werden.
  • Die dezentrale Energieversorgung mit kleinen Anlagen verursacht einen verhältnismäßig hohen Wartungsaufwand und entsprechende Kosten. Das hat auch Einfluss auf die Ökobilanz (zum Beispiel Anfahrt des Monteurs).
  • Geräuschentwicklung je nach Größe der Anlage. In Mehrfamilienhäusern stehen Mini-BKHW deswegen häufig in Nebengebäuden.
  • Emissionsausstoß bei Verwendung fossiler Brennstoffe wie Öl.

Wie werden Blockheizkraftwerke gefördert?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt für Blockheizkraftwerke in bestehenden Gebäuden einen Investitionszuschuss. Die Höhe ist abhängig von der Leistung des BHKW. Voraussetzung für die Gewährung ist, dass die angeschaffte Anlage in einer Liste des BAFA mit förderfähigen Anlagen enthalten ist.

Nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gibt es eine Förderung für den Betrieb eines Blockheizkraftwerks. Grundlage ist ein Zulassungsbescheid des BAFA. Damit zahlt der Stromnetzbetreiber unabhängig von der Leistung des BKHW über einen begrenzten Zeitraum einen Zuschlag. Die beiden Förderungsarten müssen unabhängig voneinander und zu unterschiedlichen Zeitpunkten beantragt werden.

Die Anschaffung von einem Blockheizkraftwerk kann als energieeffiziente Maßnahme gelten. Deswegen kommt für Betreiber mitunter eine Unterstützung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frage. Beantragt werden können zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse für die Anschaffung im Rahmen der Förderprogramme 430, 151 oder 152 zum energieeffizienten Sanieren.

Wer mehr Strom erzeugt als er verbraucht und den Überschuss ins örtliche Stromnetz einspeist, bekommt dies vom Netzbetreiber vergütet. Die Höhe ist abhängig vom Strompreis. Darüber hinaus entfällt für selbstproduzierten und -verbrauchten Strom die Stromsteuer. Erkundigen Sie sich über die Höhe und Abläufe bei Ihrem örtlichen Energieversorger.

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