Heizen mit Biomasse

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Sie möchten umweltfreundlich heizen? Die Biomasse Heizung nutzt natürliche Brennstoffe wie Holz, Pflanzen und Getreide. Doch bei der Auswahl ist Vorsicht geboten. Immonet informiert Sie über Vor- und Nachteile der Technologie.

Emissionsarmes Heizen

Als Brennstoffe bei der Biomasse-Heizung werden Holz in verschiedenen Formen (Pellets, Scheitholz, Holzspäne), Pflanzenreste oder Getreide eingesetzt. Der Preis der Biomasse ist nicht wie das Öl starken Schwankungen durch internationale Konflikte unterworfen. Da die Biomasse ein klimaneutraler Brennstoff ist, wird diese Art der Heizungsmodernisierung vom Bund, Ländern und Kommunen gefördert. Kritiker bemängeln, dass in manchen Regionen Deutschlands zu wenig Wälder bestehen und daher Holz aus Tschechien oder Polen importiert wird. Wer der Umwelt etwas Gutes tun will, informiert sich genau, woher sein Brennholz stammt. Wenn Sie Ihr Holz aus der Region beziehen, stärken Sie damit die heimische Wirtschaft.

Heizen mit Holzpellets

Es gibt die Möglichkeit den Biomassekessel mit Holzpellets als Brennstoff zu nutzen. Diese kleinen Holzpresslinge werden ohne chemische Zusatzstoffe hergestellt und stammen von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Bei der Verbrennung wird weniger klimaschädliches CO2 freigesetzt. Die Pellets lassen sich einfach transportieren, dosieren und lagern. Mit einem Kilogramm Pellets erzielen Sie eine Leistung von ca. 5 Kilowattstunden, was dem Verbrauch von einem halben Liter Heizöl entspricht. Zehn Kilogramm Holzpellets kosten circa 3,50 Euro.

Die Kosten für die Anschaffungen der Pelletheizung sind bei circa 19.000 – 25.000 Euro relativ hoch, doch langfristig gesehen sparen Sie gegenüber einer Öl-Heizung etwa 30 Prozent.

Heizen mit Strohpellets

Strohpellets sind aus Getreide gepresste Kugeln, die sich wie Holzpellets einfach lagern und dosieren lassen. Sie nehmen wegen ihrer hohen Dichte sogar weniger Platz ein. Die Anlagen für Strohpellets sind im Vergleich zu den Holzpellet Heizungen teurer, da der Verbrennungsprozess anders abläuft. Hinzu kommt, dass Strohpellets Emissionen erzeugen, die im Vergleich zum Holz weniger klimaschonend sind. Es entstehen bei der Verbrennung zehnmal so hohe Feinstaub- und Aschewerte wie bei der Holzheizung. Gerade wurden von Bund und Ländern neue Grenzwerte für Emissionen festgesetzt, die mit Heizkesseln, wie sie Privathaushalte nutzen, kaum eingehalten werden können. Die Heizung mit Strohpellets eignet sich daher eher für große Betriebe, die über komplexe Filtersysteme und größere Kessel verfügen.

Pflanzenheizungen

Relativ neu am Markt sind die Pflanzenheizungen. Diese werden mit Agrarrückständen, Energiekorn oder Halmpellets beheizt. Letztere bestehen aus getrockneten Pflanzenresten. Dazu wird die Pflanze Miscanthus genutzt, die auch „Elefantengras“ genannt wird, da sie schnell wächst. Miscanthus wird in Deutschland angebaut und kommt mit wenig Düngung und Pflanzenschutzmittel aus. Die Halmpellets sind günstiger als Holzpellets. Ihr Brennwert von zweieinhalb  Kilogramm entspricht etwa einem Kilogramm Heizöl. Zehn Kilogramm Miscanthus-Briketts kosten circa 2,50 Euro.

Nachteil der Pflanzenheizungen ist, dass diese für die Verfeuerung eine Hackschnitzelanlage benötigt wird, das heißt ein Silo mit Austragungssystem und einen besonderen Kessel. Somit ist die Anschaffung einer „Hackschnitzelheizung“ bis zu 30.000 Euro teuer und braucht sehr viel Platz.

Förderungsmaßnahmen

Anlagen zur Verbrennung fester Biomasse für die thermische Nutzung werden unter sehr spezifischen Voraussetzungen vom Bafa (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gefördert. Wichtig ist es, sich vorab über die neuen Grenzwerte für Emissionen zu informieren. Besuchen Sie hier die Seite des Amtes.
Die KfW-Förderbank fördert unter bestimmten Gesichtspunkten große Anlagen zur Verbrennung fester Biomasse mit einem Zuschuss oder Kredit. Informationen zur Beantragung finden Sie unter der Fördermaßnahme „KfW 55“.

Vor und Nachteile

Die Entscheidung für das Heizen mit Biomasse will gut überlegt sein. In der Regel rentieren sich die Modelle erst nach 10-20 Jahren Dauerbetrieb. Pelletheizungen müssen oft gewartet werden und ziehen häufige Schornsteinfegerbesuche mit sich. Lassen Sie sich eingehend von einem unabhängigen Energieberater informieren.

Vorteile

  • Minderung von CO2 Emissionen
  • Preisstabilität der Brennstoffe  
  • Einfache Lagerung der Pellets
  • Leichte Dosierung möglich
  • Unterstützung der heimischen Wirtschaft
  • Nutzung heimischer Rohstoffe
  • Förderungsmöglichkeiten vom Staat

Nachteile

  • hohe Anschaffungskosten
  • Amortisierung erst nach 15 Jahren
  • Anbau und Herstellung erzeugt in manchen Regionen höhere Emissionen als der Heizungsbetrieb selbst
  • großer Platzaufwand
  • hoher Wartungsaufwand

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