Bioheizöl – für umweltfreundliche Wärme

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In den letzten Jahren hat sich – nicht nur im Zusammenhang mit dem Klimawandel – das Umweltbewusstsein deutlich verstärkt. Immer mehr Hausbesitzer denken über ökologische und umweltschonende Konzepte nach. Wichtige Themen dabei sind fossile Ressourcen und regenerative Energiequellen. In den Fokus rückt dabei zunehmend Bioheizöl. Doch worum handelt es sich bei diesem neuen Brennstoff überhaupt und wie „bio“ ist Bioheizöl wirklich? Alle wichtigen Informationen hat Immonet zusammengefasst.

Pflanzliche Rohstoffe als Wärmeträger

Bioheizöl besteht aus einer Mischung aus schwefelarmem Heizöl und flüssigem Brennstoff, der aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt ist. Gebräuchlich als biologische Komponente ist Fettsäuremethylester (FAME), der aus Pflanzenölen durch eine chemische Reaktion hergestellt wird. Bekannt ist diese Mischung bereits als Kraftstoff für Fahrzeuge unter dem Begriff Biodiesel. Bioheizöle werden heute schon mit unterschiedlich hohen Bioanteilen angeboten, DIN-gerechte Mischungen enthalten einen Anteil von 3 bis 5,9 Prozent. Als Verbraucher können Sie dies an der Bezeichnung „Heizöl EL A Bio 5“ erkennen. Je nach Region wird dieses Heizöl in Deutschland bereits von verschiedenen Mineralölhändlern angeboten, zum Teil ist auch Heizöl mit Bioanteilen von bis zu 20 Prozent erhältlich.

Energieeffizienz – auch bei Bioheizöl ein Thema

Generell lautet auch bei der Verwendung von Bioheizöl die Empfehlung, auf energieeffiziente Technik umzusteigen. Dies spart Kosten, da sich die benötigte Heizölmenge reduziert, und kommt zusätzlich der Umwelt zugute. Denn auch nachwachsende Rohstoffe sind nicht unendlich verfügbar und müssen nachhaltig produziert werden.

Die Mineralölindustrie ist ebenso verpflichtet, energieeffiziente und nachhaltige Standards einzuhalten. So müssen über den ganzen Produktionsprozess des Bioheizöls die Treibhausemissionen unterhalb der Werte für fossile Brennstoffe liegen, soziale wie auch ökologische Standards sind laut Nachhaltigkeitsverordnung der EU ein wichtiges Thema.

Ist meine Ölheizung für Bioheizöl geeignet?

Diese Frage stellt sich dem Verbraucher vor allem dann, wenn die eigene Heizung in den letzten Jahren bereits modernisiert oder ausgetauscht wurde. Die Geräteindustrie hat dazu eine recht klare Aussage getroffen: Danach kann Bioheizöl bis zu einem Bioanteil von 10,9 Prozent in allen Ölheizungen eingesetzt werden.

Allerdings sollten Sie vorab die Herstellerangaben genau prüfen. Eventuell müssen verschiedene Ergänzungen oder besondere Maßnahmen an der Heizungsanlage vorgenommen werden, um den reibungslosen und wirtschaftlichen Betrieb zu sichern. „Echtes“ Bioheizöl, also Heizöl, das zu 100 Prozent aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen wird, ist dagegen in herkömmlichen Heizungsanlagen nicht verwendbar. Grund dafür ist der hohe Säuregehalt. Damit der vollständig biologische Brennstoff eingesetzt werden kann, müssen alle ölführenden Teile der Anlage mit hoher Säurefestigkeit, also bioheizölstabil, ausgestattet sein.

Vor- und Nachteile von Bioheizöl

Der ganz große Pluspunkt von Bioheizöl – selbst wenn es nur Anteile von Pflanzenölen enthält – ist, dass der Verbrauch des fossilen Erdöls reduziert wird. Dadurch ergeben sich gleich viele weitere Vorzüge:

  • Der CO2-Ausstoß und damit die Treibhausemissionen werden reduziert, bzw. bei 100 Prozent Bioheizöl auf null gefahren.
  • Der Brennstoff ist ganz oder in Teilen biologisch abbaubar.
  • In Kombination mit leistungsfähiger Brennwerttechnik entsteht eine hohe Energieeffizienz bei gleichzeitig geringen Emissionen.
  • Heizöl mit Bioanteilen bis fünf Prozent kann in allen vorhandenen Ölheizungen ohne weitere Nachrüstungen verwendet werden.

Die Schattenseiten von Bioheizöl sollten selbstverständlich ebenfalls nicht vernachlässigt werden:

  • Im Vergleich zum konventionellen Heizöl ist Bioheizöl heute noch vergleichsweise teuer.

Bioheizöl – eine echte Alternative?

Für die Zukunft kann Bioheizöl in seinen verschiedenen Zusammensetzungen durchaus zur echten Alternative werden und einen festen Stand als umweltfreundlicher und ressourcenschonender Brennträger neben Pellet- oder Gasheizungen werden. Planen Sie die Umstellung auf Bioheizöl, müssen Sie aktuell mit Kostenzuschlägen zwischen sechs und zehn Prozent pro Liter rechnen. Setzen Sie sich mit einem Heizungsfachmann in Verbindung und lassen Sie vorab Ihre Anlage auf die Tauglichkeit zur Verwendung mit dem Pflanzenbrennstoff überprüfen.