So finden Sie das richtige Bett

So finden Sie das richtige Bett

© Inter IKEA Systems B.V. 2017

Boxspring, Polster oder Futon – während vor zwei Jahrzehnten noch das klassische Ehebett in deutschen Schlafzimmer dominierte, ist die Auswahl an Bettentypen heute vielfältig. Ebenso groß ist auch die Auswahl an Matratzen. Doch wo genau liegen die Unterschiede? Immonet gibt eine Übersicht der wichtigsten Eigenschaften der verschiedenen Bett- und Matratzentypen und hat Tipps, worauf Sie bei der Wahl der eigenen Schlafstatt achten sollten.

Gutes Bett beugt Rückenbeschwerden vor

Wer auf Rückenbeschwerden gut verzichten kann, trifft die Wahl seines Bettes nicht nur nach optischen Gesichtspunkten. Neben den Gegebenheiten der Wohnung sollten vor allem die persönlichen Schlafgewohnheiten beachtet werden. Professor Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. und Chefarzt der Abteilung Orthopädie der m&i-Fachklinik Herzogenaurach, rät, sich über das eigene Schlafverhalten und seine individuellen Bedürfnisse klar zu werden. Denn das eine perfekte Bett gibt es nicht. Vielmehr kommt es darauf an, dass das Bett gut zum Schläfer passt.

Wer sich über die grundlegenden Eigenschaften kundig gemacht hat, sollte im Geschäft Matratzen ausprobieren und unbedingt probeliegen. Ein regelmäßiger Austausch der Matratze ist ein Muss, nicht nur aus hygienischen Gründen. „Jede Matratze verliert im Laufe der Zeit an Elastizität. Deshalb sollten Matratzen alle sieben bis zehn Jahre ausgetauscht werden.“

Das Polsterbett

Als Polsterbetten werden alle Betten bezeichnet, deren Rahmen und Kopfteil gepolstert und mit Stoff oder Leder bezogen sind. Polsterbetten wirken besonders gemütlich und komfortabel. Beim Lesen oder Fernsehen kann man sich an das weiche Kopfteil anlehnen. Die einzelnen Komponenten – Rahmen, Rost und Matratze – können teils einzeln gekauft und individuell angepasst werden.

Das Boxspringbett

Boxspringbetten sehen aus wie Polsterbetten, der große Unterschied betrifft das Innenleben: „Statt Bettgestell und Lattenrost hat es eine matratzenähnliche Unterkonstruktion. Diese besteht aus Schaumstoffen oder Fasermatten und enthält zur automatischen Durchlüftung Hohlräume. Hierauf liegt die eigentliche Matratze“, erklärt Ursula Geisman vom Verband der deutschen Möbelindustrie.

Für ein noch weicheres Schlafgefühl liegt oft ein Topper obenauf. Die mehrere Zentimeter dicke, waschbare Auflage erhöht die Lebensdauer der teuren Boxspringbetten. Aufgrund der Konstruktion sind diese Betten recht hoch. Ein Vorteil insbesondere für Menschen mit Knie- oder Hüftproblemen. „Eine Höhe von 50 oder 55 Zentimetern erleichtert das Aufstehen“, sagt Kladny.

Das Wasserbett

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Matratze liegt man im Wasserbett auf einer mit Wasser gefüllten Fläche. Eine Sicherheitsfolie schützt vor dem Auslaufen von Wasser. Vlies oder Gel in der Matratze verhindern ein Nachbeben bei Bewegungen. Beruhigungsstufe und Härte lassen sich prinzipiell anpassen. Es gibt jedoch große Unterschiede in der Qualität, ein wichtiger Faktor hierbei sind die Nähte. Die Vinyloberfläche sollte man regelmäßig abwischen. „Die textilen Auflagen können gewaschen werden. Allergene können sich kaum festsetzen, daher sind Wasserbetten gut für Allergiker geeignet“, erklärt Geismann.

Das große Plus von Wasserbetten: Die Wirbelsäule wird gleichmäßig belastet, ein Wundliegen ist fast unmöglich. „Der große Vorteil eines Wasserbetts ist, dass es individuell an die Liegebedürfnisse, Gewichtsverhältnisse und bevorzugte Oberflächentemperatur angepasst werden kann“, erklärt Geisman. Allerdings können Kopf- und Fußteil nicht verstellt werden. Ein weiteres Minus: Um eine angenehme Schlaftemperatur zu schaffen, muss das Bett geheizt werden. Das verbraucht Strom und bedeutet laufende Kosten. Das Wasser muss regelmäßig mit keimtötenden Mitteln gepflegt werden. Wasserbetten haben ein sehr hohes Gewicht: „Für manche Holzböden und Altbauten eignen sie sich nicht“, so Geismann. Vor allem: Das Liegen im Wasserbett ist nicht jedermanns Sache. Daher ist ein vorheriges – und vor allem längeres – Austesten sinnvoll.

Traditionelles versus modernes Futon

In Japan erfunden und den westlichen Schlafgewohnheiten angepasst: das Futon. Die traditionelle japanische Schlafstatt besteht aus einer Decke und einer dünnen, faltbaren Schlafunterlage aus Naturmaterialien wie Schafswolle oder Rosshaar. Diese wird direkt auf den Boden gelegt. Im Westen wurde die Idee des bodennahen Schlafens aufgegriffen. Unter einem Futonbett wird landläufig ein sehr niedriges Bett mit flachem Gestell ohne Kopfteil und einer dünnen Matratze verstanden. Wegen der geringen Höhe eignen sie sich für fitte Menschen und Räume mit Dachschrägen. Ein japanisches Futon aus Naturmaterialen bedeutet Aufwand. „Futons müssen gerollt, ausgeklopft und teils sogar besprenkelt werden“, erklärt Geismann.

Der passende Lattenrost

Boxspringbetten kommen ohne Lattenrost aus, bei den meisten anderen Betten gehören Lattenroste zum Standard. „Sie bilden eine elastische Unterlage, die sich den Körperpartien anpasst, ohne dass es zu einem Durchhängen kommt“, erklärt Geismann. Es gibt sie in unterschiedlichen Qualitäten und Härtegraden und als im Kopf- und Fußteil verstellbare und nicht verstellbare Ausführungen. Wichtig ist, dass Matratze und Rost zusammenpassen. Ein verstellbarer Rost unter einer unflexiblen Matratze ist sinnlos. Daher ist eine gute Beratung durch einen Fachverkäufer unablässig.

Rollrost

Rollroste gehören zu den nicht verstellbaren Rosten. Sie besitzen weder Rahmen noch Federung und sorgen für eine harte Unterlage. Die Latten werden direkt ins Bettgestellt gelegt und sollten nicht zu weit auseinanderstehen. Da sie über Bänder miteinander verbunden sind, lassen sie sich einfach rollen und transportieren.

Rost mit Federholzrahmen

Bei einem Federholzrahmen besteht der Lattenrost aus Holz, ist in einem Rahmen eingespannt und besitzt eine federnde Wirkung. Die Latten sind meist in einem festen Abstand eingesetzt. Es gibt sowohl verstellbare als auch starre Varianten.

Elektrisch verstellbare Lattenroste

Elektrisch verstellbare Lattenroste lassen sich im Kopf- und Fußteil bequem per Fernbedienung verstellen. „Man sollte bedenken, dass Motoren Elektrosmog produzieren können und sensible Personen dies oft als störend empfinden“, sagt Geismann. Sie empfiehlt, darauf zu achten, dass der Motor eine automatische Netzabschaltung besitzt. Elektrisch verstellbare Roste sind die teuersten am Markt.

Die passende Matratze

Das Matratzenangebot am Markt ist sehr vielfältig und für Laien oft unübersichtlich. Immonet gibt einen Überblick der beliebtesten und häufigsten Matratzenarten und beleuchtet ihre Vor- und Nachteile.

Federkernmatratzen: Breite Qualitäts- und Preisspanne

Federkernmatratzen enthalten Stahlfedern. Sie haben je nach Art und Form größere oder geringere Elastizität und Stützkraft. Die Matratzen sind in unterschiedlichen Qualitäten zu haben, die Preisspanne ist entsprechend breit. Ein wichtiger Faktor ist die Punktelastizität. Die Federn sind bei hochwertigen Stücken optimal überpolstert. Bei einfachen Ausführungen kann es mit der Zeit zu Kuhlen und Beulen kommen. Quietschende Geräusche sind nicht selten. „Federkernmatratzen sorgen für gutes Raumklima, da sie Feuchtigkeit gut aufnehmen und diese im Nachhinein wieder abgeben können. Sie zeichnen sich durch eine gute Lüftung aus“, sagt Geismann.

Taschenfederkernmatratzen: Für verstellbare Lattenroste ungeeignet

Bei Taschenfederkernmatratzen sind die Federn in Stofftaschen eingenäht und miteinander verbunden. Sie haben eine gute Punktelastizität, eignen sich aber nicht für verstellbare Lattenroste. Tonnentaschenfederkernmatratzen haben bauchige Federn und sind noch flexibler. Ihre Punktelastizität ist hoch, Nachschwingen ist nicht zu erwarten.

Das Wenden der Matratze ist jedoch umständlich, da sie recht schwer sind. „Für Menschen, die nachts stark schwitzen, eignen sie sich besser als Betten ohne fehlende Unterlüftung“, stellt Kladny fest. Leicht frierende Personen fühlen sich oft weniger wohl. Es gibt Matratzen mit mehreren Liegezonen, die dem unterschiedlichen Gewicht der Körperteile Rechnung tragen und optimales Einsinken ermöglichen.

Kaltschaummatratzen: Passen sich dem Lattenrot gut an

Schaumstoffmatratzen bestehen meist aus Kaltschaum. „Dieser ist sehr leicht und kehrt auch nach starker Verformung in seine Ursprungsform zurück. Es gibt deutliche Qualitätsunterschiede. Dabei gilt: Je schwerer die Schlafunterlage, desto höher die Dichte und desto länger behält sie ihre Elastizität“, sagt Geismann. Ein wichtiger Faktor sei das Raumgewicht. Pro Kubikmeter sollten mindestens 40 Kilogramm Schaum enthalten sein.

Für eine lange Lebensdauer werden Kaltschaummatratzen alle ein bis zwei Monate gewendet. Sie passen sich Lattenrost und Körperkonturen gut an, lassen sich rollen, sind geräuschfrei, zeigen ein gutes Federungsverhalten und eignen sich für Allergiker. Da sie eine sehr gute Wärmeisolation aufweisen, passen sie zu schnell frierenden Personen. Ihr Nachteil: Sie können sich leicht entzünden. Eine Alternative zu Produkten mit feuerhemmenden Zusatzstoffen sind schwer entflammbare Überzüge. Es gibt auch Ausführungen mit mehreren Zonen.

Viskoelastische Matratzen: Eignen sich für jede Körperkontur

Viskoelastische Matratzen bestehen aus Memoryschaum und passen sich sehr gut dem Körper an. So werden druckempfindliche Körperstellen mehr entlastet als bei anderen Matratzen. Aber: „Thermoelastische Matratzen geben dort nach, wo die Körperwärme wirkt. Das dauert eine Weile. Dreht man sich im Bett um, fühlen sie sich erst mal hart an“, sagt Kladny. Vor allem für Aktivschläfer wirke das störend. Die Feuchtigkeitsregulation sei oft eingeschränkt.

Latexmatratzen: Geräuschfrei und gut für Allergiker geeignet

Latexmatratzen bestehen aus Gummi, Naturlatexmatratzen aus dem natürlichen Latex. Letztere weisen eine höhere Punktelastizität auf. Latexmatratzen sind recht schwer und dadurch unhandlich. Vorteile: Sie passen sich den Körperkonturen gut an, auch bei Veränderung der Liegeposition, da sie gut nachfedern. Zudem sind sie geräuschfrei und für Allergiker geeignet, da Milben sich hier nicht festsetzen können.

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