Trendbaustoff Beton

Trendbaustoff Beton – Immonet fasst zusammen, was man über den Baustoff wissen muss
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Beton ist der meistgenutzte Baustoff der Welt. Decken, Schornsteine, Treppen, Keller, Garagen und Mülleimer werden daraus gefertigt. Im privaten Hausbau spielte Beton lange nur eine Nebenrolle. Doch das hat sich geändert: Beton ist der neue Trendbaustoff. Designer, Innenausstatter und Stilexperten schätzen Beton und setzen ihn längst nicht nur für Wände und Mauern ein. Auch in Küche und Bad, für Möbel und Accessoires ist Beton unverzichtbar geworden, denn das Material bietet viele Vorteile. Immonet fasst zusammen, was man über den Baustoff Beton wissen sollte.

Zusammensetzung: Was ist im Beton?

Beton ist ein Gemisch aus natürlichen Materialien: Sand, Kies, Zement und Wasser sind die Grundbestandteile, für einige Betonarten werden weitere Materialien wie Fasern eingearbeitet. Je nach Höhe des Wasseranteils erreicht der Beton einen unterschiedlichen Härtegrad.

Die Vorteile von Beton

Der Brutalismus, die moderne architektonische Richtung, dessen Kennzeichen Sichtbeton ist, und schnell hochgezogene Nachkriegsbauten aus Beton trugen dazu bei, dass das Material lange keinen guten Ruf hatte. Zu Unrecht. Beton ist aufgrund seiner vielen positiven Eigenarten auch für Privathäuser sehr gut geeignet.

Das Material ist sehr widerstandsfähig und langlebig. Die Instandhaltung ist daher unaufwendig. Ein weiterer Vorteil von Beton: Es ist nicht brennbar, leitet einen Brand nicht weiter und wird zu den Stoffen der Klasse 1A gerechnet. Sie geben bei einem Feuer keine schädlichen Gase oder Dämpfe ab. Bei Temperaturen bis zu 1000 Grad Celsius bleibt Beton weitgehend fest und seine Tragfähigkeit meist erhalten. Damit bietet ein Haus aus Beton eine hohe Sicherheit.

Bei der Nutzung von herkömmlichem Beton geht es nicht ohne eine zusätzliche Dämmung, dennoch bleibt die Konstruktion wegen der geringen Dicke von Betonwänden schlank. Zudem wirkt sich die Wärmespeicherfähigkeit des Betons positiv auf das Raumklima aus und ermöglicht ein natürliches Temperieren. Auch ist die Rohdichte von massiven Bauteilen sehr hoch, so dass sie bei fachmännischer Konstruktion für eine sehr gute Schalldämmung sorgt.

Beton eignet sich ebenso für gestalterische Herausforderungen, da er sehr flexibel ist. Im flüssigen Zustand lässt er sich in jede beliebige Form gießen. Daher wird er auch gerne bei Fertigbauteilen verwendet. Wer so baut, spart oft viel Zeit und Geld. Beton eignet sich aber auch für Häuslebauer, die selbst Hand anlegen möchten.

Die Nachteile von Beton

Beton erfordert Genauigkeit. Wer es selbst mischt und keine Fertigbauteile kauft, muss sehr exakt arbeiten. Nur wer Mengenangaben zu 100 Prozent einhält, erzielt ein gutes Ergebnis. Wird zum Beispiel zu viel Wasser verwendet, drohen Poren, die die Qualität beeinträchtigen. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Der chemische Prozess des Erhärtens wird durch die Temperatur beeinflusst. Ist es kühl, dauert das Aushärten sehr lange. Bei Wärme hingegen geht es sehr schnell – manchmal zu schnell. Es drohen Risse.

Kauft man Einrichtungsstücke aus Beton, etwa für die Küche, sollte man auf die Betonart achten. Die meisten sind nicht säurebeständig und ein Waschbecken aus Beton kann unter kochendem Wasser Risse bekommen. Der ursprüngliche Beton ist ein sehr schwerer Werkstoff, aus diesem Grund wurde Leichtbeton entwickelt.

Nachhaltigkeit und Ökologie

In Hinblick auf ökologische Aspekte kann Beton punkten. Die einzelnen Bestandteile finden sich alle in der Natur. Und die Energiebilanz ist ebenfalls ordentlich: Für die Produktion einer Tonne Beton werden etwa 170 bis 220 Kilowattstunden Energie aufgewendet. Bei Stahl sind es immerhin 5.800 Kilowattstunden. Weite Anlieferungswege sind ebenfalls selten.

Im Beton selbst wird noch (relativ wenig) Recycling-Material verwendet. Beim RC-Beton etwa ersetzt aufbereiteter Bauschutt gebrochenen Naturstein oder Kies. Beton ist aber dennoch ein nachhaltiger Baustoff, da er gut wiederverwendet werden kann. So wird Altmaterial zerkleinert und zum Beispiel im Straßenbau verwendet. Auch der Betonrückbau ist mittlerweile auf einem guten Niveau: Abbruchbeton lässt sich erschütterungsfrei, staub- und geräuscharm gewinnen.

Vielfalt durch unterschiedliche Betonarten

Beton ist nicht gleich Beton. Vielmehr stehen verschieden Betonarten für unterschiedliche Ansprüche zur Verfügung. Je nach Mischung und mit Hilfe verschiedener Zusatzstoffe lassen sich Gewicht, Tragfähigkeit, Wärmedämmung und Schallschutz an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Beton kann daher vielfältig eingesetzt werden. Das Material gibt es in unterschiedlichen Härtegraden. So ist hochfester, beziehungsweise ultrahochfester Beton ebenso erhältlich wie säurebeständiger Beton. Es gibt sogar selbstreinigenden Beton.

Leichtbeton

Leichtbeton hat ein besonders niedriges Gewicht und eine hohe Wärmedämmfähigkeit. Erreicht wird dies bei der Herstellung durch künstliche Lufteinschlüsse. Beliebt ist Leichtbeton bei Heimwerkern, die ihr Haus selbst bauen. Die Bausteine gibt es in unterschiedlichen Größen, sie sind nur etwa 7 bis 25 Kilo schwer und lassen sich auch von Laien gut verarbeiten.

Faserbeton

Je nachdem, welche Fasern in die Masse eingearbeitet wurden, hat Faserbeton bestimmte mechanische Eigenschaften. So lassen sich auch besondere Ansprüche erfüllen. Fasern aus Stahl, Kunststoff oder Glas erhöhen vor allem die Zugfestigkeit. Lichtbeton entsteht, wenn Glasfasern hinzugefügt werden. Je größer der Glasanteil, umso lichtdurchlässiger das Material.

Sichtbeton

Auch Sichtmauerwerk mit verschiedenen Oberflächen ist mit Leichtbeton möglich. Dem Material Beton kann durch die gewählte Schalungsform, aber auch durch Schleifen oder Ölen eine individuelle Optik verliehen werden. Beton ist immer grau? Falsch. Auch wer die Welt lieber bunt als grau mag, wird mit Beton glücklich. Unverkleideter Sichtbeton kann farbig gestaltet werden. Durch die Beifügung von Pigmenten lässt sich Beton in 150 Farbtönen herstellen.

Design, Möbel und Trends

Designer haben Beton für sich entdeckt, oder vielmehr entdecken immer mehr Stilbewusste die Betondesigner und ihre Entwürfe. Sitzbänke oder gleich eine ganze Badewanne – wer es sich leisten kann, kann nahezu alles ordern. Solche Spezialanfertigungen können viele Tausende kosten.

Doch auch der Normalverdiener kann sich stylische Betonelemente ins Haus holen. Schließlich ist Beton im Interiorbereich schon seit ein paar Jahren auf dem Vormarsch und wird nicht mehr nur von ausgewiesenen Design-Experten verwendet und geschätzt. Ob Fliesen im Bad, Flur oder in den Wohnbereichen: Beton kann sich sehen lassen. Nicht zuletzt, weil er wunderbar den Trend zu Grau-Tönen ergänzt.

Beton findet sich auch in Accessoires und Möbelfronten wieder: Waschbecken und Duschen fürs Bad gibt es ebenso in Beton wie filigrane Hocker vom Designer oder Vasen, Schalen, Buchstützen, Kerzenhalter und Türstopper für den kleinen Geldbeutel. Selbst Do-it-Yourself-Betonkurse kann man buchen. In der Küche sind Arbeitsplatten aus Beton auf dem Vormarsch. Sie haben – sofern sie nicht versiegelt sind – allerdings einen Nachteil: Farbflecken lassen sich nicht entfernen. Wer mit ein bisschen Patina leben kann, besitzt jedoch nach ein paar Jahren ein echtes Einzelstück.

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