Die Bausparkasse: Ihr Finanzpartner bei Immobilien

Bausparkasse
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In Deutschland gibt es zehn Landesbausparkassen und zwölf private Institute. Sie konnten im Jahr 2012 neue Bausparverträge mit einem Volumen von insgesamt über 100 Milliarden Euro abschließen. Diese Zahl zeigt das große Vertrauen der Deutschen in die Bausparkassen und die Wertbeständigkeit von Immobilien.

Die Aufgaben der Bausparkasse

Wenn Sie einen Bausparvertrag abschließen, arbeiten Sie mit einer Bausparkasse zusammen. Diese Institute führen keine Girokonten und wickeln auch keinen Zahlungsverkehr ab. Sie schließen mit einer Bausparkasse einen Bausparvertrag ab, und die Bausparkassen nehmen Ihre Einzahlungen an und verwalten Ihr Guthaben. Nach einer vertraglich festgelegten Laufzeit zahlt die Bausparkasse die ebenfalls vorab festgelegte Bausparsumme aus. Für Ihre Einzahlungen bekommen Sie einen festen Guthabenzins.

Es ist üblich, dass Sie die Hälfte der zur Auszahlung kommenden Summe ansparen, bevor die Bausparkasse eine Auszahlung vornimmt. Die Auszahlungssumme beläuft sich auf die doppelte Einzahlungssumme. Die Hälfte, die Sie noch nicht eingezahlt haben, bekommen Sie von der Bausparkasse als Darlehen. Der Zinssatz für dieses Darlehen ist bereits im Bausparvertrag festgelegt.

Nach der Auszahlung der Gesamtsumme aus Einzahlungen und Darlehen beginnen Sie mit der Rückzahlung des Darlehens. Es gibt also drei Phasen:

  • Die erste Phase ist die Einzahlungsphase. Während dieser Zeit bilden Sie mit Ihren Einzahlungen ein Guthaben und bekommen Zinsen dafür. Sie überweisen einen festgelegten monatlichen Betrag an die Bausparkasse.
  • Die zweite Phase heißt Zuteilungsphase. Haben Sie die Hälfte oder mindestens vierzig Prozent der Bausparsumme eingezahlt, wird der Bausparvertrag von der Bausparkasse zugeteilt und die Gesamtsumme wird ausgezahlt.
  • Die dritte Phase ist die Darlehensphase. Nachdem der Bausparvertrag zugeteilt wurde, haben Sie Anspruch auf ein Darlehen zu einem günstigen Zinssatz. Darlehenssumme, Zinssätze und Laufzeiten sind im Bausparvertrag festgeschrieben.
  • Alle diese Vorgänge wickeln Sie mit einer Bausparkasse ab. Die Bausparkasse überweist die Bausparsumme auf das Girokonto Ihrer Hausbank.

Die Entscheidung für eine Bausparkasse: Darauf sollten Sie achten

Es ist sinnvoll, stets die Angebote unterschiedlicher Bausparkassen zu vergleichen. Vor Abschluss eines Bausparvertrages sollten Sie festlegen:

  • wann Sie bauen oder sanieren wollen
  • wie hoch Ihr Geldbedarf ist
  • wie hoch Ihre monatlichen Einzahlungen in der ersten Phase und die Rückzahlungen in der Darlehensphase sein dürfen
  • wie der Bausparvertrag erfüllt werden kann, wenn Verdienstausfall eintritt

Gute Berater ermöglichen Ihnen nach einem Gespräch die Prüfung der Bausparkonditionen zu Hause. Denken Sie daran: Die Kundenberater jeder Bausparkasse sind Verkäufer. Bleiben Sie bei Ihren Zielen und lassen Sie sich nicht zu vorschnellen Unterschriften überreden.

Tipp: Verhandeln Sie über die Höhe der Guthabenzinsen und über die Zinsen zur Tilgung des Darlehens. Hier gibt es oft Spielraum.

Pro und Kontra Bausparvertrag: Nicht immer die beste Lösung

Bausparverträge sind nicht für jedermann die geeignete Sparmethode. Junge Menschen mit guter Ausbildung und sicheren Jobs können den Bau ihres Eigenheims mit einem Bausparvertrag verlässlich planen.

Tipp: Achten Sie bei Abschluss eines Bausparvertrages darauf, dass Sie die Arbeitnehmersparzulage nutzen.

Etwa ab der Lebensmitte sollte der Abschluss eines Bausparvertrages gut überlegt werden. Die Laufzeiten von Bausparverträgen bewegen sich in der Regel zwischen zehn und zwölf Jahren. Mit fortgeschrittenem Alter erhöht sich das Risiko von Krankheiten und Unfällen und auch Arbeitslosigkeit kann ein Thema werden. Renten und Pensionen reichen unter Umständen dann nicht mehr für die Rückzahlung des Darlehens aus, ohne den Lebensstandard erheblich zu senken. Diese Faktoren sollten Sie beachten und gegebenenfalls eine andere Baufinanzierung in Erwägung ziehen.

Von Vorteil ist die Zinssicherheit bei Bausparverträgen. Die Zinsen für das Darlehen werden auf die gesamte Laufzeit festgeschrieben, sodass Sie hier nicht mit Erhöhungen rechnen müssen. Im Gegenzug liegen die Guthabenzinsen recht niedrig. Geldanlagen auf Tagesgeldkonten können lohnender sein.

Vertrauen Sie bei Gesprächen mit Bausparkassen Ihrem gesunden Menschenverstand. Informieren Sie sich vorab über Fachbegriffe, vergleichen Sie Angebote und bleiben Sie Ihrer Linie treu. Dann werden Sie die passende Bausparkasse und den idealen Bausparvertrag finden.

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