Was ist ein Baupreisindex?

Baupreisindex
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Ein Baupreisindex bildet die Entwicklung der Preise für 177 festgelegte Bauleistungen von Betonarbeiten über Dachdeckerarbeiten und Sicherheitsbeleuchtungsanlagen bis Verglasungsarbeiten ab. So ein Index gibt keine absoluten Werte an, sondern sagt aus, ob und um wie viel die Durchschnittssumme, die ein Bauherr für Neubau oder Instandhaltung eines Gebäudes bezahlen muss, gestiegen oder gesunken ist. 

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Ein Baupreisindex bezieht sich immer auf ein Basisjahr. Zur Zeit ist das 2010. Die Preise des Jahres 2010 gelten also als Wert 100.

Es gibt in Deutschland mehrere Baupreisindices:

  • für den Neubau von Wohn- oder Bürogebäuden
  • für die Errichtung von Einfamilien-Fertighäusern
  • für Tiefbauarbeiten (zum Beispiel Straßen und Brücken)
  • für die Instandhaltung von Mehrfamilienhäusern
  • für Leistungen von Architekten und Ingenieuren.

Diese werden vierteljährlich vom Statistischen Bundesamt erstellt und veröffentlicht. Für private Bauherren vor allem interessant sind die Indices für den Neubau.

Für den Bau von Wohngebäuden lag der Index im zweiten Quartal 2014 bei 109,2, für Bürogebäude bei 109,4 und für gewerbliche Betriebsgebäude bei 109,5.

Baupreisindex und Baukostenindex

Baupreisindex und Baukostenindex sind nicht zu verwechseln. Der Baupreisindex gibt an, was Bauherren tatsächlich für Bauleistungen bezahlen. Der Baukostenindex ist ein Wert, der die Entwicklung der Kosten für die Erbringung von Bauleistungen abbildet. In ihm enthalten sind im Wesentlichen die Ausgaben für Arbeit und Baumaterial enthalten. Dazu kommen die Kosten für Ausrüstung, Energie und Hilfsstoffe. Der Baukostenindex zeigt also an, was Handwerker oder Firmen ausgeben müssen, um Aufträge ausführen zu können. Diese Kosten haben Einfluss auf den Baupreisindex.

Was nützen Baupreisindices?

Ein Baupreisindex ist wie jeder andere Index zunächst einmal ein Instrument der Konjunkturbeobachtung, also der wirtschaftlichen Entwicklung und bildet Preissteigerungen ab.

Der Index hat aber auch selbst Einfluss auf die Preis, die in der Bauwirtschaft verlangt werden. So kann ein Anbieter seinen Preis vor allem bei länger andauernden Projekten entsprechend dem aktuellen Index anpassen. De facto heißt das bei steigenden Werten: seinen Preis erhöhen.

Die Zahlenreihe der Baupreisindices erlaubt darüber hinaus, den Wert eines Objektes zu ermitteln. Das gilt etwa für Altbauten. Die Wertermittlung ist aber auch ein wichtiger Faktor beim Abschluss einer Gebäudeversicherung. Der Baupreisindex ist nötig, damit festgelegt werden kann, wie viel der Bauherr im Falle, dass ein Neubau ansteht, tatsächlich voraussichtlich bezahlen muss.

Zwar ist die Vorhersage einer Preisentwicklung spekulativ, der Verlauf eines Baupreisindexes bietet aber eine seriöse Grundlage dafür. Die Abschätzung, wie sich die Baupreis entwickeln ist auch hilfreich bei der Planung der Finanzierung einer Immobilie. Bausparer etwa können bei Abschluss des Vertrages abschätzen und in die Planung einbeziehen, wie viel sie der Bau kosten wird, wenn das Vermögen zum Einsatz kommen soll. Damit entgehen sie dem Risiko einer unpassenden und damit teuren Finanzierung: Eine zu geringe Summe würde den Bau gefährden, eine zu hohe Finanzierung führt zu unnötigen Darlehenszinsen, die das Unterfangen ebenfalls teurer machen.

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