Fördermöglichkeiten für Bauherren

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Wer ein Haus bauen will, muss nicht alles aus eigener Tasche bezahlen: Bauherren können finanzielle Unterstützung von Bund, Ländern und Gemeinden beantragen. Lesen Sie hier, welche Fördermöglichkeiten es gibt, um den Anteil der Eigeninvestition zu senken. Außerdem erfahren Sie, welche Kriterien man erfüllen muss, um Geld zu erhalten und was bei der Antragstellung zu beachten ist.

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KfW-Förderung

Die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gehört für viele Bauherren zu den wichtigsten Geldquellen. Die Fördermittel werden in Form von zinsgünstigen Darlehen oder auch als Investitionszuschüsse gewährt. Die Kredite vergibt die KfW über die Hausbank. Zuschüsse fließen auf das Konto des Bauherrn. Dieser bekommt die Unterstützung unabhängig von Einkommensgrenze oder Familienstand. Damit unterscheidet sich die KfW-Förderung von vielen Förderprogrammen der Länder.
Das sollten Sie wissen: Wenn Sie einen Kredit aufnehmen wollen, beantragen Sie diesen über die Hausbank, welche Ihnen den gewünschten Betrag auszahlt.

KfW-Kredite betragen höchstens 50.000 Euro und bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Hierzu zählen bei Neubauten die Kosten für das Grundstück, für den Bau und für die Außenanlagen. Ein Plus: Der Kredit kann bis zu fünf Jahre tilgungsfrei gestellt werden, damit verringert sich die Ratenhöhe in dieser Zeit spürbar.

Investitionszuschüsse erhalten Sie direkt bei der KfW – zu beantragen auch per einfachem Online-Formular. Bitte beachten Sie: Alle Anträge auf Fördergelder müssen stets vor Beginn der Baumaßnahme gestellt werden. Für den Bau eines Niedrigenergie- oder Passivhauses hält die KfW weitere Förderprogramme vor.

Baukindergeld bei der KfW beantragen

Beim Baukindergeld handelt es sich ebenfalls um einen staatlichen Zuschuss, der es Familien mit Kindern sowie Alleinerziehenden erleichtern soll, eine eigene Immobilie zu finanzieren. Hierbei ist es egal, ob es sich um einen Neubau oder einen Kauf, ein Haus oder eine Wohnung handelt: Die Bundesregierung fördert Familien mit bis zu 12.000 Euro pro Kind. Die Bedingungen hierfür sind überschaubar:

  • Es leben Kinder im Alter unter 18 Jahren im Haushalt, für die Kindergeld bezogen wird
  • Ihr Haushaltseinkommen beträgt bei einem Kind maximal 75.000 Euro pro Jahr (plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind)
  • Der Kaufvertrag oder die Baugenehmigung wurde frühestens am 01.01.2018 unterschrieben bzw. erteilt
  • Die zu finanzierende Immobilie ist zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bzw. der Erteilung der Baugenehmigung Ihre einzige Wohnimmobilie

Trifft diese Regelung auf Ihre Familie zu, so können Sie bei der KfW einen Antrag für Baukindergeld stellen und in die Wege leiten, dass auch Ihr Immobilienkauf anerkannt und gefördert wird. Dieser sollte jedoch spätestens drei Monate nach Einzug und bis spätestens 31.12.2023 gestellt werden, denn danach ist diese Förderung der Baufinanzierung leider nicht mehr möglich.

Wohn-Riester-Bausparvertrag

Staatlich geförderte Wohn-Riester Verträge, die es bei Bausparkassen und Banken gibt, unterstützen nicht nur den Immobilienkauf, sondern auch den Hausbau. Beim Riester-Bausparen wird zuerst ein bestimmter Betrag angespart und verzinst. Ist der Vertrag zuteilungsreich, gibt es von der Bausparkasse ein Darlehen. Die Riester Zuschüsse werden sowohl während der Anspar- als auch während der Tilgungsphase gewährt und zur Auszahlung des Kredits genutzt.

Die Förderhöhe ist bei allen Riester-Produkten gleich: Zur Grundzulage von jährlich 154 Euro kommen eventuelle Zulagen für Kinder – 185 Euro beziehungsweise 300 Euro für ab 2008 Geborene – hinzu. Das gilt aber nur, wenn der errechnete Mindestbeitrag (4 Prozent vom Brutto des Vorjahreseinkommens abzüglich Zulagen) vom Bauherrn eingezahlt wird.      

Ein Vorteil: Mit der Riester-Zulage sichern Sie sich Steuervorteile. Die geförderte Tilgung kann jährlich bis maximal 2.100 Euro als Sonderausgabe abgesetzt werden. Unabhängigen Verbrauchertests zufolge lassen sich finanzielle Vorteile von bis zu 50.000 Euro erzielen – auch weil der Kunde durch eine schnellere Rückzahlung des Darlehens Zinsen spart. Beim Wohn-Riester-Vertrag gilt ebenfalls: Bauherren erhalten die Förderung unabhängig von einer Einkommensgrenze.

Das sollten Sie wissen: Sie erhalten die Riester-Zulage nur, wenn Sie die Immobilie selbst bewohnen wollen und als Ihren Lebensmittelpunkt planen. Bewohnen Sie später nur einen Teil des zu erbauenden Hauses – also eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus – kann auch nur für diese die Förderung in Anspruch genommen werden. Wer das Objekt vermietet oder verkauft, muss den geförderten Betrag in einen neuen Riester-Vertrag einzahlen oder aber die Förderung aus Zulagen und Steuervorteilen zurückzahlen. Nur bei einer befristeten Vermietung bleibt die Unterstützung gesichert.

Länderförderung

Nicht nur der Staat beteiligt sich am Bau Ihres Haus. In den Bundesländern gibt es Pendants zur KfW-Förderbank, die Bauherren mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen unter die Arme greifen. Etliche Banken und Bausparkassen bieten zum Beispiel spezielle Baukredite an, die sich nicht nur nach den Kosten, sondern auch nach der Familiengröße und dem Jahreseinkommen des Interessenten richten.
Hier können Sie sich informieren: Die Förder-Bedingungen sind je nach Bundesland und Anbieter verschieden und ändern sich mitunter. Über die aktuellen Programme der Länder informieren Sie sich umfassend unter www.baufoerderer.de    

Kommunale Zuschuss-Förderungen

Viele Städte und Gemeinden haben Bauförderprogramme – auch speziell für neue Einwohner. Ihr Angebot reicht von günstigem Baugrund über zinsgünstige Darlehen für Familien bis hin zu Finanzierungszuschüssen pro Kind.
Hier können Sie sich informieren: Als zukünftiger Bauherr gibt Ihnen die Fördermitteldatenbank unter www.foerderdata.de einen Überblick über Ihre Möglichkeiten.

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