Baugebiet: Das müssen Sie bei der Suche nach einem Grundstück beachten

Bauland – Grundlage für den Hausbau
© Fotolia/Marco2811

Wer sich dazu entschieden hat ein Haus zu bauen, sieht sich zahlreichen Fragen gegenüber. Hat man sich einen Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten verschafft, muss ein geeigneter Platz für das Eigenheim gesucht werden. Eine sehr wichtige Entscheidung, schließlich will man im besten Falle sein restliches Leben dort verbringen. Alle wichtigen Informationen für die Suche nach einem passenden Baugrundstück hat Immonet für Sie zusammengefasst.

In Deutschland darf nicht irgendwo ein Haus in die Landschaft gestellt werden. Wer wo wie bauen darf, regeln die Baunutzungsverordnungen (BauNVO) und in Anlehnung daran vor allem die Gemeinden. Sie weisen Baugebiete für Wohnhäuser oder die gewerbliche Nutzung aus und legen fest, wie die Häuser auszusehen haben. Der Bauherr sollte sich zunächst für eine Stadt oder Gemeinde entscheiden und herausfinden, ob dort Baugebiete ausgewiesen sind.

Gemeinden veröffentlichen in der Regel Baugebiete mit Zeichnungen und wichtigen Daten im Internet. Natürlich kann man sich auch direkt an das Amt für Stadtplanung oder Bauamt wenden. In einem persönlichen Gespräch können die wichtigen Fragen nach Grundstücksgröße und Verfügbarkeit, Kosten und Grad der Erschließung beantwortet werden. Im besten Fall sind Zufahrtswege, ein Kanalanschluss sowie Leitungen für Strom und Gas bereits vorhanden. In der Regel muss der Eigentümer sich an der Erschließung mit bis zu 90 Prozent beteiligen. Der Erschließungsbeitrag muss an die Gemeinde gezahlt werden. Seine Höhe hängt von den Gegebenheiten ab und wird von der Gemeinde festgelegt.

Auch das Wohnumfeld entscheidet bei der Wahl des Grundstücks

Auch das Umfeld des Baugebietes sollte genau unter die Lupe genommen werden. Für Familien ist vor allem relevant, ob Schulen oder Kindergärten in der Nähe sind. Pendler sollten auf die Anbindung von öffentlichen Verkehrsmitteln achten, wichtig ist auch die Entfernung zum nächsten Supermarkt. Wer sich für den Bau eines Eigenheims entscheidet, sollte langfristig denken und auch Lebenssituationen in Betracht ziehen, die vielleicht erst in 10 oder 20 Jahren eintreten. So ist das Wohnen auf dem Land vielleicht für junge Familien mit Kindern eine interessante Option, aber was passiert, wenn man älter wird und nicht mehr Auto fahren kann? Solche Fragen sollten zwar nicht überbewertet, aber doch nicht außer Acht gelassen werden.

Gesamtbebauung: Wie darf mein Haus aussehen?

Entspricht das Wunsch-Baugebiet in Grundstücksgröße, Preis und Lage den Vorstellungen, sind weitere Vorgaben zu beachten. Denn auch auf seinem eigenen Grundstück darf der Bauherr nicht alles bauen, was er möchte. Das jeweilige Gebäude muss sich in die Gesamtbebauung einfügen. So dürfte im Extremfall kein Schloss mit Türmchen, Zinnen und Kuppeln neben eingeschossigen Flachdachbungalows stehen. Die Höhe der Häuser, die Anzahl der Geschosse und die maximal überbaubare Fläche sowie erlaubte Nebengebäude wie Garagen sind ebenfalls im Bebauungsplan festgeschrieben. Hinzu kommen Umweltauflagen, Dachformen und Abstände zu anderen Gebäuden und Straßen.
Hier noch einmal die wichtigsten Fachbegriffe zu den Bauvorschriften in einem Baugebiet:

  • Grundflächenzahl (GRZ): Sie gibt an, welcher Flächenanteil eines Baugrundstückes maximal überbaut werden darf.
  • Geschossflächenzahl (GFZ): Sie gibt mit einem im Bebauungsplan festgesetztem Wert an, wie viel Quadratmeter Geschossfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind.
  • Bauhöhen: Wie hoch ein Gebäude maximal sein darf, ist ebenfalls im B-Plan festgesetzt. Maßgaben können beispielsweise Wand- oder Firsthöhe sein.
  • Anzahl Vollgeschosse: Die Definition variiert je nach Landesbauordnung und bezeichnet die Mindesthöhe eines Wohngeschosses und dessen Anteil an der Gesamtfläche. Im Gegensatz dazu stehen beispielsweise Staffel- und Dachgeschosse sowie Keller.
  • Bauweise: Sie beschreibt die Art der Bebauung in einem Wohngebiet. So versteht man zum Beispiel unter einer offenen Bauweise Einzel- und Doppelhäuser beziehungsweise Hausgruppen mit Abstand zueinander, im Gegensatz zu einer geschlossenen Bauweise, bei der die Gebäude direkt aneinander grenzen.
  • überbaubare Flächen: siehe Grundflächenzahl
  • Nebengebäude: Je nach Bauordnung versteht man darunter Garagen, Werkzeugschuppen, Gartenhäuser oder Ställe. Im welchem Umfang sie erlaubt sind, ist ebenfalls Teil des Bebauungsplans.

Innerhalb dieser, von der Gemeinde aufgestellten, Vorgaben des Bebauungsplans darf der Bauherr seinen Traum vom Eigenheim verwirklichen.

Weiterlesen:

Was noch wichtig ist für die Bauplatzsuche: Hier zum Downloaden als PDF