Erste Schritte auf dem Weg zum eigenen Haus

Bauen
© istock/ Yuri_Arcurs

Bevor es an den Hausbau geht, sollte man sich Gedanken über die eigenen Wohnbedürfnisse machen. Vor dem Start in die eigenen vier Wände und dem Grundstückskauf sind zudem zahlreiche baurechtliche Formalien einzuhalten. Darunter fallen der Bebauungsplan, der Bauantrag und die Baugenehmigung. 

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Ein Haus zum Wohlfühlen

Setzen Sie sich zunächst damit auseinander, wie die Räume Ihres Hauses aufgeteilt werden sollen. Wer die Gesellschaft von Freunden und Bekannten schätzt, muss sich überlegen, ob er außerhalb des Stadtkerns bauen möchte. Ein spontaner Besuch fällt im Zentrum leichter. Familien finden am Stadtrand ideale Verhältnisse, weil Grundstücke hier kostengünstiger sind und meist mehr Gartenfläche vorhanden ist.

Außerdem sollten sich Eigenheimbesitzer vor dem Bau fragen, wie viel Raum sie benötigen. Wer den turbulenten Familienalltag liebt, kann Räume wie Küche, Ess- und Wohnzimmer fließend ineinander übergehend planen. Der Bau eines Bungalows bietet sich an, wenn ein Familienmitglied keine Treppen steigen kann. Benötigen Sie viel Ruhe, ist ein mehrgeschossiges Haus von Vorteil.

Angesichts steigender Heizkosten sollten Sie darauf achten, dass beim Bau neuste energietechnische Standards erfüllt werden. Dazu gehören gut isolierte Wände, Fenster und Türen. Durch einen Wärmetauscher kann Abluft sowie Abwasser Restwärme entzogen und zurück in den Heizkreislauf des Hauses gebracht werden. Energie spart auch eine Photovoltaikanlage, die zur Stromgewinnung beiträgt. Eine Solaranlage kann zur Warmwasseraufbereitung und zur Wärmegewinnung für die Heizung genutzt werden. Die Investitionen erscheinen auf den ersten Blick hoch, lassen sich aber durch die Energiekosteneinsparung wieder ausgleichen. Erkundigen Sie sich nach Fördermöglichkeiten vom Staat.

Tipp: Planen Sie schon im Vorfeld fürs Alter: Bereits beim Bauen lassen sich einige Aspekte miteinbeziehen, die einen späteren Umbau erleichtern. Dazu gehören altersgerechte Treppengeländer, eine ebenerdige Dusche und Türen, die breit genug für einen Rollstuhl sind.

Stilbewußt bauen

Zu guter Letzt soll das neue Haus die Bewohner repräsentieren. Daher ist es wichtig, sich zu überlegen, welche Außenfassade das Haus haben soll und welche Baumaterialien man nutzen will. Viele Hausbauer sind vom nachwachsenden Rohstoff Holz überzeugt und dämmen mit biologischen Stoffen wie Schafwolle, Flachs oder Hanf. Manche nutzen die Vorteile, die moderne Tonziegel bieten, andere wünschen sich ihr Dach mit glänzendem Schiefer gedeckt. Zudem müssen Sie entscheiden, ob Sie ein Haus mit klassisch weißem Putz, ein regionaltypisches Reetdachhaus oder ein modern interpretiertes Fachwerkhaus bauen möchten. Wichtig ist, dass Ihr Stil getroffen wird.

Bei der Hausplanung den Sonnenstand beachten

Bei der Aufteilung der Räume sollten Sie daran denken, wie Ihr zukünftiges Eigenheim zur Sonne ausgerichtet werden soll. Denn wer seine Zimmer so anlegt, dass er im Einklang mit dem Sonnenstand wohnt, erhöht die Lebensqualität und spart ganz nebenbei Energiekosten.

Als Faustregel gilt: Die Räume möglichst so planen, dass je nach Nutzungszeit die Sonne durchs Fenster scheinen kann. So empfiehlt es sich, Badezimmer der aufgehenden Sonne entgegen, also mit Blick nach Osten, zu bauen. Gleiches gilt für die Küche. Lässt sich eine solche Raumaufteilung nicht lösen, können Badezimmer auch nach Norden ausrichtet werden. Denn das Bad wird überwiegend morgens und abends genutzt. Dort fehlt die Sonne, die bekanntlich niemals im Norden steht, am wenigsten.

Wohnzimmer, die häufig eine Terrassenanbindung haben, sollten möglichst viele Stunden am Tag von der Sonne profitieren. Eine Ausrichtung nach Süden oder auch Süd-Westen ist ideal, denn dann kann nahezu den ganzen Tag bis abends die Sonne durchs Fenster scheinen. Das macht nicht nur Laune, sondern spart bares Geld. Denn schon die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Frühling können dafür sorgen, dass – zumindest tagsüber – die Heizung gedrosselt oder sogar abgestellt werden kann. Gleiches gilt für Spätsommertage oder sonnige Zeiten im Herbst.

Tipp: Moderne Wärmeschutzverglasung sorgt dafür, dass die Temperaturen im Haus dennoch angenehm bleiben. An heißen Hochsommertagen können Markisen oder eine ähnliche Beschattung dazu beitragen, dass die Sonneneinstrahlung im Wohnzimmer nicht allzu intensiv wird.

In Schlafräumen mögen es die meisten Menschen kühl. Deshalb empfiehlt es sich, Schlafzimmer möglichst nicht auf die sonnenintensive Südseite zu legen. Besser sind eine Ausrichtung nach Osten oder Westen. Wer beim Aufwachen oder Einschlafen nicht unbedingt ab und an von der Sonne geweckt werden möchte, kommt auch mit einem Schlafzimmer in Richtung Norden gut klar.

Anders sieht es bei der Planung der Kinderzimmer aus. Sie dienen in der Regel nicht nur als Schlafraum, sondern auch als Spielzimmer oder Raum für die Hausaufgaben und mehr. Ideal ist eine Ausrichtung nach Westen. Denn so fällt nachmittags, wenn die Räume am intensivsten genutzt werden, viel Licht in die Räume. Die Südseite ist nicht empfehlenswert, da sich die Kinderzimmer vor allem im Dachgeschoss im Hochsommer leicht aufheizen können.

Wie die Wohnräume sollten auch Aufenthaltsbereiche draußen im Einklang mit der Sonne angelegt werden. Wer seine erste Tasse Kaffee gern morgens im Sonnenlicht genießen möchte, für den empfiehlt sich eine kleine Frühstücksterrasse nach Osten. Die bietet an besonders heißen Tagen zudem ein schattiges Plätzchen am Tage. Große Terrassen oder Balkone machen in Richtung Süden Sinn, weil sie so den ganzen Tag über einladend sind. Vor allzu kräftiger Hochsommerhitze schützen Markisen oder Sonnensegel. Wer nur am Spätnachmittag oder abends ein Plätzchen draußen nutzen kann, sollte seine Terrasse nach Süd-Westen ausrichten. Dorthin fallen die Sonnenstrahlen am Spätnachmittag und an lauen Sommerabenden.

Checkliste: Was Sie vor dem Bau unbedingt beachten sollten

  • Die Planungshoheit liegt in den Händen der Städten / Gemeinden. Vor dem Grundstückskauf ist der Weg zum Amtsgericht und dem Bauamt daher Pflicht. Um nicht in unklare Grundstücks-Rechtsverhältnisse zu geraten, ist der Einblick in das örtliche Grundbuch unerlässlich. Das ist zunehmend auch in elektronischer Form vorhanden. Im Grundbuch finden sich Informationen über die Eigentümer, Miteigentumsanteile mehrerer Eigentümer sowie deren Gemeinschaftsverhältnis (wie Erben- oder Gütergemeinschaft). Im Grundbuch notiert sind zudem Aussagen zu Belastungen des Grundstücks wie zum Beispiel das Wegerechte Dritter. Oder auch Vormerkungen. Die Informationen sind für Bauherren verbindlich. 
  • Werfen Sie unbedingt einen Blick auf den Bebauungsplan. Der ist bei Gemeindevertretern oder im Bauamt einzusehen. Der Plan regelt die Art und Weise der Bebauung von parzellierten Grundstücken und die Nutzung der frei zu haltenden Flächen.
  • Denken Sie daran, einen Bauantrag zu stellen.
  • Schließen Sie die nötigen Bauversicherungen ab.

Fast niemand, der ein Haus bauen will, weiß schon im Vorfeld genau, wie sein Wunschhaus aussehen soll. Die wichtigste Regel für angehende Bauherren lautet daher: Informieren, beraten lassen und vergleichen. Verschaffen Sie sich ganz unkompliziert einen Überblick über alle Haustypen und die aktuellen Hausprogramme und lassen Sie sich eine individuelle Auswahl an Hausbau-Katalogen kostenlos und unverbindlich zuschicken. Im persönlichen Kontakt mit dem Hausanbieter Ihrer Wahl können Sie dann in Ruhe alle noch offenen Fragen klären.

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