Bauantrag: Extrawünsche müssen beantragt werden

Bauantrag: Extrawünsche müssen beantragt werden
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Die wichtigste rechtliche Bewilligung für Bauherren ist die Baugenehmigung. Ohne sie darf kein Gebäude errichtet werden. Die Vorgaben und Auflagen sind verbindlich, da die Baubehörde sonst die spätere Abnahme verweigern kann. Wer Extrawünsche hat, braucht eine Sondergenehmigung. Das gilt – je nach Vorschriften – beispielsweise für die Anzahl der Etagen, die Lage des Hauses, die versiegelte Fläche und die Größe der Gauben.

Sein Haus errichten darf man nur auf Grundstücken, die zum Bauen zugelassen sind. Das können entweder Flächen innerhalb einer Gemeinde oder Stadt sein, die noch nicht bebaut sind oder Grundstücke in einem Neubaugebiets. Wer in einem gewachsenen Wohngebiet sein Haus errichten will, muss sein Zuhause den Gebäuden in der Umgebung anpassen.

Regelung laut Baugesetzbuch

Grundsätzlich ist ein Bauvorhaben genehmigungsfähig, wenn es den Vorgaben der Planung entspricht. Eine Verzögerung kann allerdings eintreten, wenn etwa die Erschließung noch fehlt. Die Beurteilung von Anträgen erfolgt ausschließlich nach § 30 des Baugesetzbuches.

Wenn man von Vorschriften der Planungsbehörde abweichen will, braucht man eine Sondergenehmigung von der Gemeinde.

Abweichungen sind erlaubt

Wichtig ist, herauszufinden, wie streng der B-Plan angewandt wird. Grundsätzlich erlaubt der § 31 des Baugesetzbuches nämlich eine Abweichung. Sie muss allerdings dem Gemeinwohl dienen, aus städtebaulicher Sicht zu vertreten sein oder wird dann möglich, wenn durch das Planungsvorgaben eine nicht beabsichtigte Härte entsteht.

Aus städtebaulicher Sicht kann beispielsweise bei einer umfassenden Renovierung von denkmalgeschützten Häusern von den vorgeschriebenen Maßen der Bauten abgewichen werden, wenn der Charakter der Stadt oder des Quartiers erhalten bleibt. Die Grundauflagen des jeweiligen Bebauungsplanes müssen aber unberührt bleiben. 

Nachbarrechtliche Belange berücksichtigen

In der Landesbauordnung sind ebenfalls Möglichkeiten vorgesehen, von verbindlichen Vorschriften befreit zu werden. Dazu bedarf es eines Genehmigungsverfahrens. Wenn die Gemeinde Ausnahmen genehmigt, müssen allerdings auch die Interessen der Nachbarn berücksichtigt werden.

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