Barrierefreies Bauen wird gefördert

Barrierefreies Bauen
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Der demografische Wandel in Deutschland hat großen Einfluss auf das Bauen und Wohnen. Bis 2060 wird der Anteil der Personen, die 60 Jahre und älter sind, von aktuell rund 20 Prozent auf 38 Prozent steigen. Wenn im Alter der Körper nicht mehr so will oder nach einem Unfall sind viele Menschen darauf angewiesen, dass ihre Wohnung oder ihr Haus barrierefrei ist. Immonet hat die Fördermöglichkeiten zusammengestellt. 

„Der Trend geht dahin, dass ältere Menschen so lange wie möglich in ihrem Zuhause bleiben wollen“, sagt Signe Stein, Architektin und Beraterin beim auf barrierefreies Wohnen spezialisierten Büro „Frei Raum Planen“ in Berlin. Der demografische Wandel tue sein Übriges: „Es werden immer mehr barrierefreie Wohnungen benötigt.“

Altersgerechter Umbau

Damit Betroffene die Umstellung auch finanziell bewältigen können, gibt es Programme, die Umbauten oder den Kauf einer Immobilie fördern.

Das größte Programm bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das Zuschussprogramm „Altersgerecht Umbauen“ fördert Modernisierungs­maßnahmen, mit denen Barrieren reduziert, der Wohn­komfort erhöht oder in Maßnahmen zum Schutz gegen Einbrüche investiert wird.

Die Zuschüsse werden aus Mitteln des Bundeshaushalts gewährt – übersteigt die Nachfrage die im Haushaltsplan vorgesehenen Fördermittel, ist keine Antragstellung mehr möglich.

Fachbetriebe beauftragen

Um das Förderprogramm der KfW in Anspruch zu nehmen, müssen die Um- oder Anbauten von Fachbetrieben vorgenommen werden. „Marke Eigenbau funktioniert hier nicht“, sagt Architektin Signe Stein. Zudem müssen bspw. Halterungen im Badezimmer oder schwellenfreie Durchgänge hohen Sicherheitsansprüchen genügen. Was in der eigenen Wohnung möglich ist oder ob man sich eine neue Wohnung suchen sollte, beurteilen Berater wie Signe Stein.

Auch Pflegestützpunkte oder Sozialstationen bieten Wohnraumberatung an, konzentrieren sich dabei aber eher auf soziale Aspekte. Wichtig sei aber das Urteil eines Experten für bauliche Fragen. „Eine Wohnung zur barrierefreien Immobilie umzubauen ist mehr, als WC-Haltegriffe anzubringen“, sagt Signe Stein. „Wir schauen erst: Was braucht jemand? Dann kommt die Frage: Was ist nötig und was ist möglich? Und letztlich helfen wir auch bei der Finanzplanung.“

Bundesländer fördern

Neben dem Programm der KfW bieten auch einzelne Bundesländer immer wieder Unterstützung an – mit eigenen Darlehensprogrammen oder gezielter Förderung. In Brandenburg etwa gibt es derzeit Zuschüsse zur „behindertengerechten Anpassung von vorhandenem Wohnraum“. Hamburg fördert die barrierefreie Umgestaltung, die Umgestaltung für Rollstuhlbenutzer oder den Einbau von Aufzügen mit Zuschüssen.

Die Förderungsprogramme nach Bundesländern finden Sie unter barrierefrei.de. Wohnraumberater und Handwerksfachbetriebe kann man in der Expertendatenbank unter nullbarriere.de recherchieren.

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