Barrierefreies Wohnen

Barrierefreies Wohnen

© istock/ Geber86

Die meisten Senioren möchten gern ihre Selbstständigkeit bewahren und weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld leben. Doch der Alltag wird im Alter zunehmend schwerer zu bewältigen: Türschwellen werden zur Stolperfalle und Treppen zu unüberwindbaren Hindernissen. Um den Umzug in eine Betreuungseinrichtung zu umgehen, muss die Wohnung altersgerecht umgebaut werden.

Maßnahmen zur Barrierefreiheit

Mit zunehmendem Alter lässt die Beweglichkeit nach und mit ihr häufig auch das Seh- und Hörvermögen. Damit sich ältere Menschen in ihrem Haushalt ohne Einschränkungen bewegen können und zurechtfinden, bedarf es einiger Anpassungen in den Wohnräumen.

 

1. Eingangsbereich

Häufig gibt es bereits vor Betreten der Wohnung das erste Hindernis: die Treppe zur Eingangstür. Um die zu überbrücken, wird bei starker Bewegungseinschränkung entweder ein Hublift oder eine Rampe notwendig. Der Eingangsbereich sollte zudem eine ausreichende Größe haben, um dort bei Bedarf Fortbewegungshilfen wie einen Rollator oder einen Rollstuhl abzustellen.


Bei Hörgeschädigten müssen außerdem spezielle Türklingeln, Rauchmelder, Telefone und Gasmelder installiert werden, die zusätzlich zum Signalton auch helle Lichtblitze aussenden und auf diese Weise vom Bewohner bemerkt werden. Ein Hausnotrufsystem vermittelt zusätzlich Sicherheit.

 

2. Badezimmer

Die tägliche Körperhygiene wird zur Herausforderung, wenn der Einstieg in die Badewanne oder Dusche zu hoch und der Waschtisch nur im Stehen benutzbar ist. Das Bad sollte daher entsprechend angepasst werden. Eine bodengleiche Dusche sowie eine Badewanne mit Hebesitz oder Tür erleichtern den Einstieg.


Ein Waschtisch auf Sitzhöhe ermöglicht es, diesen auch im Rollstuhl oder auf einem Stuhl sitzend zu benutzen. Haltegriffe im Bereich der Toilette, Dusche, Badewanne und dem Waschbecken unterstützen einerseits das Hinsetzen und Aufstehen und sorgen andererseits gemeinsam mit rutschhemmenden Fliesen auf dem Boden für mehr Sicherheit.

 

3. Küche

Fällt das Bücken und Strecken schwer, wird es problematisch, an alle Töpfe, Schüsseln und Vorräte in den Schränken heranzukommen. Abhilfe schaffen sogenannte Apothekerschränke. Sie werden horizontal herausgezogen und ermöglichen das mühelose Erreichen aller verstauten Gegenstände. Für Rollstuhlfahrer sind darüber hinaus unterfahrbare Arbeitsflächen hilfreich.

 

4. Schlafzimmer

Auch die Möbel im Schlafzimmer können für körperlich eingeschränkte Menschen zum Hindernis werden. Beim Umbau sollte darauf geachtet werden, dass das Bett eine bequeme Höhe hat und ausreichend Bewegungsfreiheit von drei Seiten zur Verfügung steht. Lichtschalter in Bettnähe beziehungsweise eine Steuerung per Fernbedienung gewährleisten unfallfreie Toilettenbesuche während der Nacht. 


Eine kontrastreiche Farbgestaltung sowie die ausreichende Beleuchtung aller Räumlichkeiten ist – besonders in Hinblick auf die nachlassende Sehkraft – von großem Vorteil. Beispielsweise werden weiße Lichtschalter und Türgriffe an farbigen Wänden leichter erkannt, als dunkle.

Förderungsmöglichkeiten

Im Falle einer Pflegebedürftigkeit können Sie bei der Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro für Umbaumaßnahmen beantragen. Für kleine Hilfsmittel wie Haltegriffe kann der Hausarzt ein Rezept ausstellen, sodass die Krankenkasse für die Kosten aufkommt. Unabhängig von Pflegebedürftigkeit und Alter erhält man bei der KfW-Bank sowohl Zuschüsse als auch zinsvergünstigte Darlehen für die Baumaßnahmen.

Informationen zum altersgerechten Umbau geben unter anderem die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung sowie im Pflegefall die Pflegekassen.

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