Die Fördermittel des Bafa – Energie im Fokus

Die Fördermittel des Bafa – Energie im Fokus
© BAFA

Wer ein Haus baut oder seine Immobilie saniert, hat es in der Regel mit hohen Kosten zu tun. Aber zahlreiche Förderprogramme erleichtern Immobilienbesitzern zum Beispiel die Modernisierung ihrer Objekte. Ein großer Geldgeber ist das BAFA. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert energiesparende Maßnahmen. Immonet hat einen Überblick über Maßnahmen, Förderhöhe und Voraussetzungen zusammengestellt.

BAFA soll Energieeffizienz fördern

Auch wenn der Name es nicht verrät: Eine der Hauptaufgaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist die Förderung der Energieeffizienz und der nachhaltigen Energieversorgung. Davon können auch Privatleute profitieren. Wer also bei der Modernisierung seiner Immobilie auf erneuerbare Energien setzen möchte, kann beim BAFA Unterstützung finden.

Gefördert wird in der Hauptsache das Heizen mit erneuerbaren Energien, im einzelnen Solarthermie, Biomasse, Wärmepumpen sowie Optimierungsmaßnahmen bereits geförderter Anlagen. Um Anreize für den Austausch ineffizienter Altanlagen zu schaffen, hat das BAFA außerdem das Anreizprogramm Energieeffizienz, kurz APEE, aufgelegt.

Kombination mit KfW-Förderung

Vorteil: Die Förderung durch das BAFA lässt sich unter Umständen mit den Programmen der Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) kombinieren. So lässt sich noch mehr Geld sparen, beziehungsweise die Maßnahme mit einem günstigen Kredit finanzieren. Voraussetzung ist, dass die Immobilie so weit saniert werden soll, dass sie die KfW-Effizienzhaus-Standards erfüllt.

Wer die KfW-Förderungen „Energieeffizient Bauen“ oder „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ in Anspruch nimmt, kann auch von einer BAFA-Förderung profitieren. Wer aber die Solarthermie-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage über den Finanzierungsplan des KfW-Programms 151/152 finanziert, kann keine BAFA-Mittel in Anspruch nehmen. Ausführliche Informationen zur Kumulierung von BAFA-Zuschüssen mit KfW-Förderprogrammen.

Baukindergeld bei der KfW beantragen

Beim Baukindergeld handelt es sich ebenfalls um einen staatlichen Zuschuss, der es Familien mit Kindern sowie Alleinerziehenden erleichtern soll, eine eigene Immobilie zu finanzieren. Hierbei ist es egal, ob es sich um einen Neubau oder einen Kauf, ein Haus oder eine Wohnung handelt: Die Bundesregierung fördert Familien mit bis zu 12.000 Euro pro Kind. Die Bedingungen hierfür sind überschaubar:

  • Es leben Kinder im Alter unter 18 Jahren im Haushalt, für die Kindergeld bezogen wird
  • Ihr Haushaltseinkommen beträgt bei einem Kind maximal 75.000 Euro pro Jahr (plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind)
  • Der Kaufvertrag oder die Baugenehmigung wurde frühestens am 01.01.2018 unterschrieben bzw. erteilt
  • Die zu finanzierende Immobilie ist zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bzw. der Erteilung der Baugenehmigung Ihre einzige Wohnimmobilie

Trifft diese Regelung auf Ihre Familie zu, so können Sie bei der KfW einen Antrag für Baukindergeld stellen und in die Wege leiten, dass auch Ihr Immobilienkauf anerkannt und gefördert wird. Dieser sollte jedoch spätestens drei Monate nach Einzug und bis spätestens 31.12.2023 gestellt werden, denn danach ist diese Förderung der Baufinanzierung leider nicht mehr möglich.

Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen

Das BAFA fördert die Energiegewinnung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), weil diese besonders effizient und emissionsarm ist. Da dieses Verfahren in den letzten Jahren nicht nur in großen Industriekraftwerken, sondern auch in kleinen Einheiten für Mehr- oder Einfamilienhäuser genutzt werden kann, sind die Förderungen auch für Privatpersonen interessant.

Diese Anlagen nennt man auch Blockheizkraftwerk (BHKW). Voraussetzung ist, dass das BHKW von der BAFA zugelassen ist. Ausführliche Infos zum KWK-Zuschlag gibt es hier. Für private Immobilienbesitzer interessant ist zudem der Mini-KWK-Zuschuss. „Neue Blockheizkraftwerke bis 20 Kilowatt in Bestandsbauten können einen einmaligen Investitionszuschuss erhalten“, erklärt Christiane Fuckerer, Pressesprecherin des BAFA. Die Höhe dieser Basisförderung richtet sich gestaffelt nach der elektrischen Leistung der Anlage. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Besonders effiziente Mini-Kraftwerke können außerdem eine Bonusförderung bekommen. Es müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt werden: „Die Anlagen dürfen nicht in einem Gebiet mit einem Anschluss- und Benutzungsgebot für Fernwärme liegen, müssen sowohl mit einem Wartungsvertrag betreut werden als auch anspruchsvolle Effizienzanforderungen erfüllen“, sagt Fuckerer. Die Mini-KWK-Anlage muss zudem als förderfähig anerkannt sein. Welche Anlagen das aktuell sind, zeigt eine Liste, die auf der Internetseite der BAFA zu finden ist.

Förderung von Biomasseanlagen

Eine Fördersparte des BAFA sind Biomasseanlagen, also das Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen. Dazu zählen Kessel zur Verfeuerung von Biomassepellets und -hackschnitzeln, Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets bzw. Holzhackschnitzeln und Scheitholz, Holzpelletöfen mit Wassertasche und besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel. Reine Pelletöfen werden hingegen nicht subventioniert. Zudem dürfen bestimmte Emissionsgrenzwerte nicht überschritten werden. Geld gibt es auch, wenn bestehende Biomasseanlagen mit Systemen zur Brennwertnutzung oder Staubminderung nachgerüstet werden sollen. Reine Pelletöfen werden hingegen nicht subventioniert. Zudem dürfen bestimmte Emissionsgrenzwerte nicht überschritten werden. Eine Liste der geförderten Anlagen findet sich auf der Internetseite des BAFA.

Förderung von effizienten Wärmepumpen

Das BAFA fördert in Bestandsgebäuden auch die Installation von effizienten Wärmepumpen, wenn sie für die kombinierte Raumbeheizung und Warmwasserbereitung in Wohngebäuden genutzt werden. Auch Pumpen für die Raumbeheizung von Nichtwohngebäuden oder die Bereitstellung von Wärme für Wärmenetze ist förderfähig, wenn auch für Privatpersonen selten interessant. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich nach Betriebsart und Wärmequelle der Pumpe. Mehr Informationen finden Sie hier.

Förderung von Solarthermieanlagen

Das BAFA vergibt außerdem eine Förderung für Solarthermieanlagen bis 100 Quadratmeter Kollektorfläche. Diese werden subventioniert, wenn sie zur Raumheizung, zur Warmwasserbereitung oder einer Kombination aus beiden genutzt werden, aber auch für Anlagen, die die Wärme einem Netz zuführen. Voraussetzung ist, dass es sich um Bestandsbauten handelt, in denen mindestens mehr als zwei Jahre ein anderes Heizungs- oder Kühlsystem installiert war. Auch bei den Solarthermieanlagen wird zwischen einer Basisförderung und zusätzlichen Fördermöglichkeiten unterschieden. Mehr Informationen finden Sie hier. 

Bonusförderung

Zusätzlich gefördert werden auch Einzelmaßnahmen zur Optimierung der Heizungsanlage. Sie können zum Beispiel im Zusammenhang mit der Errichtung einer förderfähigen Solarkollektoranlage erfolgen. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Wo kann man sich beraten lassen?

Das BAFA unterstützt auch Vor-Ort-Beratungen in Energiefragen. Haus- und Wohnungseigentümer können diese in Anspruch nehmen. Ziel ist es, dass die Immobilie energetisch saniert wird – in einem Zug oder schrittweise – und Effizienzhausniveau erreicht. Ein qualifizierter Energieberater erstellt nach der Gebäudeanalyse ein individuelles Sanierungskonzept und einen Plan mit einer Empfehlung für die zeitliche Abfolge der notwendigen Maßnahmen.

Weiterlesen:

Informieren Sie sich über die Fördergelder von Bund und Ländern