Das sind die aktuellen Trends bei Badezimmermöbeln

Trends bei Badezimmermöbeln

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Die Bedeutung des Badezimmers verändert sich seit geraumer Zeit deutlich: Den aktuellen Trends und Einrichtungsmessen zufolge entwickelt sich das Bad immer mehr zum Wohlfühlort. Und das spiegelt sich auch in der Einrichtung wider. Badezimmerschrank oder Sideboard im Wohnzimmer? Unterschiede sind heute kaum mehr auszumachen. Immonet gibt einen Überblick darüber, welche Badezimmermöbel gerade im Trend liegen.

Moderne Badezimmer sind größer und schicker als früher

Die Badezimmer werden größer und wohnlicher. Dies zeigt sich auch in der Gestaltung der Badmöbel. Der wichtigste Trend: „Die Möbel im Badezimmer sehen nicht mehr aus wie die typischen Badezimmermöbel von einst“, sagt Innenarchitektin und Badexpertin Birgit Hansen. Moderne Badmöbel sind deutlich schicker.

Dabei seien aber dennoch alle bekannten Staumöglichkeiten wie Spiegelschränke, Waschtische und hohe Badezimmerschränke zu finden. „Stauräume sind sehr wichtig im Badezimmer“, so Christian Wadsack vom Büro für Innenarchitektur Hofmann und Wadsack. Der Badprofi diskutiere daher auch vor jeder Planung mit seinen Kunden, was im Bad gebraucht wird und wie es untergebracht werden soll: Offen und sichtbar oder in geschlossenen Schränken. „Der Trend geht stark zu geschlossenen Schränken“, stellt er fest.

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Warmes Holz und glänzende Oberflächen

Die Optik der Badezimmerschränke unterscheidet sich heutzutage nicht mehr von denen der Wohnraummöbel. „Wertigkeit in der Optik ist ein sehr wichtiger Gesichtspunkt. Badezimmermöbel sollten auf jeden Fall Qualität zeigen. Deshalb sind im Bad auch edle Hölzer ein gesetzter Trend“, sagt Wadsack. Da in den Bädern derzeit eher kühle Farben – also Weiß, Schwarz und Grautöne – bei den Fliesen dominieren, werden Holzoptiken als Gegengewicht eingesetzt, um Wärme und Gemütlichkeit ins Bad zu bringen. „Angesagt sind dunkle Hölzer wie Eiche, Räuchereiche, Wenge und Nussbaum. Helle Hölzer sind eher wenig verbreitet. Wenn, dann handelt es sich um gekälkte Eiche. Dies sieht aus, als läge ein weißer Schleier über dem Holz“, erklärt Hansen. Und Wadsack ergänzt: „Betonoptiken etwa leben von dem Kontrast zu warmem Holz.“


Ein zweiter Trend bei den Schrankoptiken ist Hochglanzlack, der ebenfalls recht oft  zu finden ist. „Die Oberflächen sind entweder hochglänzend oder supermatt, dazwischen gibt es eigentlich nichts. Bei den Lackoptiken dominieren klare Farben, vor allem Schwarz und Weiß“, sagt Hansen.

Geradliniges Design liegt im Trend

Der Trend zum Badezimmer als Lebensraum und zu hochwertigen Möbeln zeigt sich auch in den Formen und im Design der Möbel: „Sie sind meist sehr geradlinig gestaltet“, sagt Hansen. Teilweise fänden sich auch Möbel mit abgerundeten Ecken. „Das erinnert ein wenig an die Apple-Optik.“

Stark im Kommen ist auch der Vintage-Stil im Bad. Filigrane Waschmöglichkeiten, die an frühere Waschschüsseln erinnern, sind ebenso beliebt wie eckige Waschbecken auf filigranen Beinchen aus Metall. Erstaunlicherweise lassen sich diese Retromöbel sehr gut mit modernen Möbeln kombinieren.

Badmöbel müssen praktisch sein und Stauraum bieten

Auch hinsichtlich der Ausstattung von Badmöbeln gibt es neue Trends: „Grifflose Möglichkeiten die Möbel zu öffnen, also push-to-open, ist Standard. Moderne Unterschränke bieten meistens mehrere Schubladen. Diese wiederum sind mit Innenschubladen oder kleinen Fächern  ausgestattet“, sagt Hansen. So lassen sich Lippenstifte und Kosmetikartikel geordnet und übersichtlich verstauen. Viele Schränke sind auch mit Steckdosen versehen. „So kann der Fön oder Lockenstab eingesteckt bleiben und direkt benutzt werden.“

Badezimmer werden individueller

Die Funktionalität der Möbel hat einen hohen Standard erreicht. Was neu ist: Die Gestaltungsmöglichkeiten im Bad sind enorm gewachsen. „Es sind Möbel in sehr unterschiedlichen Größenausführungen zu haben“, sagt Wadsack. Der große Einrichtungstrend dieser Zeit – die Individualisierung – setzt sich auch im Badezimmer durch. Die Hersteller kommen den Wünschen ihrer Kunden nach möglichst flexiblen Lösungen nach.

Dennoch brechen die Badexperten eine Lanze für die heimischen Handwerker und individuelle Lösungen. „Diese sind nicht teurer als hochwertige Handelsprodukte und erfüllen die individuellen Wünsche und Bedürfnisse garantiert“, sagt Wadsack.

Sitzmöglichkeiten im Bad

Wer genügend Platz im Bad hat und den Raum zu einer echten Wohlfühloase umformen möchte, braucht passende Sitzmöglichkeiten wie eine Holzbank oder einen gemütlichen Rattansessel. Beliebt sind im Bad auch Möbel auf Rollen, die sich leicht mitnehmen lassen. „Mobile Hocker kann man dann an den Spiegel stellen, sich bequem im Sitzen schminken und ihn dann wieder in eine Ecke stellen“, so Hansen. Die kleinen Multifunktionsmöbel passten auch wunderbar zum Trend Mehrgenerationenbad. In diesem steht vor allem der erhöhte Komfort im Fokus, es soll für alle Altersgruppen leicht nutzbar sein.

Spiegel sind ein Muss im Bad

Spiegel sind im Bad ein Muss und werten den Raum auch optisch auf – vor allem kleine Bäder lassen sie größer wirken. „Spiegelschränke hingegen kommen in unseren Planungen eher selten zum Einsatz. Wenn wir Spiegelschränke einsetzen, dann gerne in die Wand eingelassen“, sagt Wadsack. Denn: „Eine Bündigkeit des Spiegelschrankes in der Wand erzeugt eine harmonische und ruhige Optik.

Wichtig ist es außerdem, dass Spiegel über eine sehr gute Beleuchtung verfügen. Sie kommt am Spiegel immer von zwei Seiten, damit sie das Gesicht gut ausleuchtet“, erklärt Wadsack. 300 bis 400 Lux sollten es im Gesichtsbereich sein. Manche Modelle bieten sogar eine Beleuchtung an, die sich in Stärke und Wärmegrad verstellen lassen, passend zur Tageszeit. Solche Modelle können schon mal 2.000 Euro kosten. Wadsack zufolge müsse eine Sonderanfertigung vom Schreiner nicht teurer sein als ein Modell aus dem Handel und sie sei zudem die passgenauere Lösung.

Möbel dienen auch der Raumgestaltung

Schränke dienen im Badezimmer nicht nur als Stauraum. Sie helfen auch, den Raum aktiv zu gestalten und verschiedene Zonen im Bad zu schaffen. Denn wer möchte beim gemütlichen Baden auf das WC starren müssen? Mit der richtigen Aufteilung kann aus einer funktionalen Nasszelle ein gemütlicher Raum zur Entspannung werden.

Die Gestaltung ist letztlich immer eine individuelle Frage, denn jedes Bad bietet andere Möglichkeiten. Ziel ist es jedoch meist, einzelne Funktionsbereiche zu schaffen und die Privatsphäre zu erhöhen. So kann ein geschickt platzierter Schrank verhindern, dass der erste Blick beim Betreten des Raumes auf das WC fällt. „Die Ausstattung und das Mobiliar sollten den Zonen und dem Bedarf an diesen Orten gerecht werden“, sagt Wadsack. Das erfordere eine umfassende und geschickte Planung und lasse sich besser in großen als in beengten Bädern umsetzen.

Kleine Bäder als Herausforderung

Zwar werden in Neubauten die Bäder heute größer geplant und gebaut, doch wer in Bestandsgebäuden wohnt, muss oft mit einem kleinen Bad auskommen. Dann ist es sinnvoll, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Bevor es an die Badezimmerplanung geht, empfiehlt Hansen, sich eingehend Gedanken zu machen, was im Bad wirklich benötigt wird. „Ein einfaches Beispiel: Medikamente gehören wirklich nicht ins Badezimmer.“


Zudem gelte sowohl für kleine als auch für große Räume: „Im Bad sind Schränke praktisch, die nicht sehr tief sind. Schließlich will man im Alltag leicht an Shampooflaschen und Co herankommen. Alles, was hinten in der dritten Reihe steht, wird leicht vergessen“, sagt Hansen. Da derlei Produkte auch nicht sonderlich viel Platz einnehmen, reicht eine Tiefe von 15 bis 20 Zentimetern für einen hohen Schrank aus. Gerade in kleineren Badezimmern sei es zudem empfehlenswert, möglichst alle Schränke als an der Wand hängende Variante zu wählen. „Da der Boden durchgängig ist, wirkt das Bad großzügiger. Außerdem erleichtert es das Putzen enorm, weil man vorher nichts wegstellen muss“, erklärt die Badexpertin.