So renovieren Sie Ihr Bad selbst

So renovieren Sie Ihr Bad selbst

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Wer sein Bad selbst saniert, kann eine Menge Geld sparen. Dafür braucht man zwar nicht nur ein bisschen handwerkliches Geschick, aber auch ein Fachbetrieb benötigt viele Arbeitsstunden, bis Fliesen und Keramik im Bad an Ort und Stelle sind. Und natürlich ist es schön, bei einer Sanierung in Eigenregie der Fantasie freien Lauf zu lassen. Wir geben eine Übersicht darüber, welche Arbeiten Sie selbst erledigen können und an welcher Stelle eher Experten gefragt sind. Zudem gibt Wohnexperte und Autor Marco Aldag im Interview Tipps, wie sich das Bad günstig erneuern lässt.

So renovieren Sie Ihr Bad selbst

Wer sein Bad selbst sanieren möchte, muss über das entsprechende theoretische Wissen verfügen und zudem handwerklich fit sein. Die Arbeiten sind häufig anspruchsvoller, als Laien denken. Wer sich die Sanierung selbst zutraut, kann jedoch viel Geld sparen. Für Mieter gilt allerdings: Größere Baumaßnahmen müssen vorher unbedingt mit dem Vermieter abgeklärt werden. Immonet gibt eine Übersicht, was Sie bei der Badsanierung bedenken müssen und wie Sie am besten vorgehen.

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Badsanierung in Eigenregie: Nur für Könner

Wer sein Badezimmer in Eigenregie sanieren möchte, muss ohne Probleme Fliesen und Rohre verlegen können und sich mit Sanitärinstallationen auskennen. Nur dann können Hobby-Handwerker anstehende Modernisierungsmaßnahmen zwischen Dusche, WC und Waschbecken selbst angehen. Wer beim Gedanken an seine Fähigkeiten auf diesem Gebiet auch nur einen Augenblick zögert, sollte diese anspruchsvollen Renovierungsarbeiten besser einem Fachmann überlassen.

Ist-Zustand prüfen

Handelt es sich lediglich um eine Schönheitsreparatur oder ist eine grundlegende Sanierung vonnöten? Diese Frage sollten Sie vor jeder Baumaßnahme im Badezimmer klären. Denn was nützen die schönsten neuen Fliesen und Waschbecken, wenn darunter marode Rohre liegen? Sind die Rohre in die Jahre gekommen, darf an dieser Stelle nicht gespart werden. In der Regel ist es sinnvoll, die anspruchsvollen Installationsarbeiten tatsächlich einem Fachmann zu überlassen. Und auch, wenn Dusche, Badewanne oder Waschbecken ausgetauscht werden müssen, sollten nur geübte Heimwerker selbst Hand anlegen.

Mit Plan zum Ziel

Erster Schritt auf dem Weg zum eigens sanierten Badezimmer ist ein guter Plan. Erstellen Sie einen Grundriss, verzeichnen Sie darin alle Anschlüsse für Strom, Wasser, Heizungen sowie Fenster und Türen. Dadurch können Sie leicht ermitteln, welches Material Sie benötigen und welche technischen Gegebenheiten zu beachten sind. Vielleicht schauen Sie auch schon ein wenig voraus und richten das Badezimmer altersgerecht ein? Die Frage, wer das Bad unter welchen Voraussetzungen nutzen wird, ist entscheidend für die spätere Gestaltung.

Kreativ in Sachen Keramik

Sobald Sie wissen, welcher technische Rahmen vorgegeben ist, können Sie kreativ werden. Welches Design wünschen Sie für Ihre Badkeramik? Haben Sie vielleicht Ideen, die Fliesen ganz individuell nach Ihren Vorstellungen zu verarbeiten? Und welche Farben sollen das Bad dominieren? Ein Trost für alle, die Bauschutt scheuen: Dank bestimmter Techniken und Kleber können heutzutage vorhandene Fliesen einfach überklebt werden. Wichtig ist, dass der Untergrund zuvor auf Stabilität und Schadstellen geprüft wird. Auch bei kreativen Arbeiten ist ein planvolles Vorgehen gefragt. Es empfiehlt sich daher, vor dem Fliesenlegen einen Verlegeplan zu erarbeiten.

Mit Lack zum neuen Look

Wer sich das aufwendige Fliesenlegen oder -kleben sparen möchte, kann auch mit kleinen Mitteln zum Ziel kommen. Spezieller Fliesenlack verhilft dem Bad zu einem neuen Look – vorausgesetzt, Sie haben ein sicheres Händchen beim Anstreichen. Als Alternative bietet sich wasserdichter Rollputz an. Ähnlich wie der Fliesenlack wird er einfach auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen. Der Rollputz ist mit allen lösemittelfreien Voll- und Abtönfarben mischbar und kann im frischen Zustand individuell strukturiert werden.

Kleine Schäden selbst beseitigen

Vor allem kleinere Schäden an Badfliesen oder unschöne Ecken mit Schimmelbefall lassen sich gut in Eigenregie beseitigen. Spezielle Reparatursets für Badkeramik sind im Fachhandel in vielen Farben erhältlich. Sind Silikonfugen von Schimmel befallen, sollten Sie diese gründlich auskratzen und gut trocknen lassen. Anschließend sollten Sie die Fugen mit einer für Feuchträume geeigneten Silikonmasse wieder ausspritzen. Im Fachhandel gibt es spezielle Fugen-Abzieher, mit denen die Kontur gleichmäßig gelingt.

Keine Baumaßnahme ohne den Vermieter

Wer sich bei den Arbeiten im Bad auf kleine Schönheitsreparaturen beschränkt, kann auch ohne Einwilligung des Vermieters ans Werk gehen. Anders verhält es sich jedoch bei größeren Maßnahmen: Wenn zum Beispiel Fliesen abgeschlagen oder das Waschbecken und die Badewanne erneuert werden sollen, hat der Vermieter ein Wörtchen mitzureden. Mieter sollten daher vor eventuellen Bauarbeiten unbedingt das Gespräch mit dem Vermieter suchen. Schließlich geht es nicht nur darum, späteren Ärger zu vermeiden. Auch gilt es, die Aufteilung der Kosten zu klären. Als Eigentümer hat der Vermieter umfangreiche Sanierungsarbeiten im Bad selbst zu zahlen, kann diese aber anschließend über einen längeren Zeitraum auf die Miete umlegen.

Badsanierung: Tipps im Interview

Der Wohnexperte Marco Aldag gibt im Interview mit Immonet Tipps, wie sich das Bad günstig erneuern lässt. Welche Arbeiten kann ein Laie selbst übernehmen und wann sollten besser die Profis ran? Wie finde ich die passenden Handwerker? Welche Fördermittel und Einsparmöglichkeiten existieren? Lesen Sie hier die Antworten.

Badsanierung
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Was kann ich selbst sanieren und wo sollte lieber ein Profi ran?

Marco Aldag: Am wichtigsten ist, sich bei einem Wohnungskauf oder einer Sanierung gut vorzubereiten. Welche Unterschiede gibt es bei den Materialen, welche konkreten Vorzüge oder auch Nachteile haben die unterschiedlichen Produkte?

Oft wird das Interesse durch Blättern in Einrichtungsmagazinen geweckt. Wenn man sich dann auf Materialkunde begibt, lernt man schnell, welche Materialien kombiniert und wie sie eingebaut werden. Auch als begeisterter Handwerks-Anfänger ist es möglich, selbst zu fliesen, Fertigparkett zu verlegen, Wände zu streichen oder im Bauamt gegebenenfalls nach Genehmigungen und Möglichkeiten einer baulichen Veränderung zu fragen. Bei den derzeit angesagten Energieeinsparungs-Möglichkeiten kann man selbst eine ganze Menge in Eigenregie ausführen.

Dämmplatten anzubringen oder Rigips-Wände mit Metall-Profilen aufzustellen, ist keine Kunst. Das sind alles Möglichkeiten, teure Stundenlöhne eines Handwerkers oder Architekten zu sparen. Generell habe ich selbst nie elementare Handwerkerleistungen ausgeführt, die garantierelevant sein können. Dazu zähle ich Dinge wie Elektro, Wasser und Heizung sowie das Decken des Daches.

Was aber ist dabei, selbst Fertigparkett zu verlegen und die Fußleisten dann mit einem komplizierten Gehrungsschnitt abschließend von einem Profi ausführen zu lassen – oder selbst ein Bad zu fliesen, anschließend aber den Profi zu beauftragen zu fugen, um vielleicht kleine Unebenheiten zu kaschieren?

Wie finde ich geeignete Handwerker?

Aldag: Handwerker zu beauftragen, ist Vertrauenssache. Hören Sie sich im Haus um oder fragen Sie die Hausverwaltung. Schauen Sie im Internet und vergleichen immer mehrere Angebote. Letztendlich ist es wichtig, die Arbeitsstunden genau zu überwachen und abzuwägen, ob Sie bereit sind, für tägliche An- und Abfahrten, Handytelefonate, übertriebene Pausen oder Materialbeschaffung zu bezahlen. Diese Stunden können sehr schnell einen hohen Posten ausmachen.

Klären Sie außerdem vor Beauftragung, ob der Handwerker bereit ist, Sie mitarbeiten zu lassen. So lernen Sie sehr viel und können flexibel einschätzen, was Sie sich selbst zutrauen. Wichtig ist auch nachzufragen, ob der Handwerker bereit ist, Materialien zu verbauen, die Sie selbst besorgt haben. So entfällt der Handwerkeraufschlag.

Gibt es Fördermöglichkeiten für die Wohnungssanierung?

Aldag: Besonders beliebt ist die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Vor allem momentan, wo Dämmmaßnahmen und Energieeinsparungen oder seniorengerechtes Wohnen aktuelle Themen sind, gibt es vielfältige Programme, denen Sie Ihr Umbauprojekt zuordnen können – Ihre Hausbank übernimmt die Abwicklung und Auszahlung nach Baufortschritt. So können Sie selbst Arbeiten ausführen, trotz KfW-Kredit-Inanspruchnahme. Regional geförderte Programme für Einzelmaßnahmen sind bei Landesregierungen und Banken zu erfragen.

Wo gibt es Sparpotenzial?

Aldag: Konkrete Einsparmöglichkeiten ergeben sich häufig nicht nur bei der Selbstausführung von Handwerkerleistungen. Angesprochene Architektenleistungen können unterstützend selbst übernommen werden. So sind Absprachen mit Bauämtern auch interessant, schließlich geht es um Ihr eigenes Objekt. Weiteres Sparpotenzial ergibt sich bei der Materialbeschaffung. Bei Bädern, Fliesen, Holzsorten und sogar Küchenelementen ist es nicht wichtig, die neuesten Farben und Modelle oder Ausführungen beim Handwerker zu kaufen, der natürlich an jeder Schraube oder Holzdiele mitverdient. Die Materialien sollen einige Jahre halten, da ist es letztendlich egal, ob Sie die Holzdiele aus der aktuellen Kollektion gekauft haben oder vielleicht einen Restposten aus dem letzten Jahr. Ebenso bei Fliesen.

Stöbern Sie im Internet oder in Großmärkten. So entdecken Sie vielleicht Mengen, die für Ihre Flächen ausreichen und Sie sparen richtig Geld. Letztendlich kann man Eigeninitiative beim Sanieren in bare Münze umrechnen. Oft sind in einer einzigen Wohnung 40.000 Euro Einsparung möglich. Rechnen Sie Ihren Nettoverdienst dagegen – und sehr schnell werden Bedenken, selbst einen Pinsel anzufassen oder zu lernen, wie man fliest und pfiffig Materialien besorgt, nicht mehr von Ihren Freunden belächelt.