Arbeitsleuchten sollen für die passende Beleuchtung des Arbeitsplatzes sorgen

Arbeitsleuchten:
Das richtige Licht für den Arbeitsplatz

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Unbequeme Haltung, tränende Augen, Konzentrationsprobleme und Müdigkeit. All das können die Folgen von falschem Licht am Arbeitsplatz sein. Daher ist die Wahl einer guten Schreibtischlampe sehr wichtig für den Arbeitsprozess. Was Sie über die richtige Schreibtischbeleuchtung wissen müssen, welche Lampen im Trend liegen und welche Möglichkeiten moderne Leuchten bieten, fasst Immonet zusammen.

Anforderungen ans Licht am Arbeitsplatz

Grundsätzlich gilt: Nichts geht über Tageslicht. Es ist ein wichtiger Faktor für die Konzentration. Wer bei Tageslicht arbeiten kann, ist auch am Ende seiner Arbeitszeit wacher. Deshalb sollte ein Schreibtisch möglichst in der Nähe von einem Fenster stehen. Doch oft reicht das Tageslicht nicht aus, schließlich will und muss man auch an trüben Wintertagen oder abends arbeiten.

„Grundvoraussetzung für ein entspanntes und ergonomisch richtiges Arbeiten zu Hause ist helles und vor allem blendfreies Licht“, sagt Lichtexpertin Iris Vollmann. Für den Arbeitsplatz wird eine Helligkeit von 500 Lux empfohlen. Das gelte übrigens auch für den Arbeitsplatz in der Küche. „Dort, wo Feinarbeiten ausgeführt  oder etwa Grafiken gezeichnet werden, sollte sie sogar bei 750 Lux liegen“, sagt Vollmann. Die benötigte Helligkeit hängt nicht nur von der Art der Tätigkeit ab, sondern ist auch individuell verschieden. „Grundsätzlich gilt, dass im Alter für eine gute Sehleistung die doppelte Helligkeit erforderlich ist wie in jungen Jahren. Auch die Empfindlichkeit gegenüber Blendung nimmt mit den Jahren deutlich zu.“ Allzu stark blendendes Sonnenlicht kann mit Gardinen oder Jalousien abgeschirmt werden.

Beim Kauf einer Lampe für den Arbeitsplatz sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht blendet. Für die Beleuchtung des Schreibtisches sind am besten spezielle Schreibtischleuchten geeignet. Sie sollten verstellbar sein, damit das Licht dorthin gelenkt werden kann, wo es gebraucht wird.

Die Positionierung der Leuchten

Um die natürliche Helligkeit bestmöglich auszunutzen, solle der Schreibtisch parallel zum Fenster positioniert werden, damit das Licht von der Seite fällt. Das gilt auch für die Arbeitsbeleuchtung: „Sie sollte bei Rechtshändern von links und bei Linkshändern von rechts kommen, damit sich keine unerwünschten Schatten bilden. Aber natürlich muss man immer auch die baulichen Möglichkeiten beachten und nach der individuell besten Lösung schauen“, sagt Vollmann. Von vorne sollte das Licht auf keinen Fall kommen, damit man beim Lesen und bei der Computerarbeit nicht geblendet wird.

Die richtige Farbtemperatur

Bei der Einrichtung der Arbeitsbeleuchtung sollte man neben der Positionierung vor allem auch der Farbtemperatur der Leuchtmittel Beachtung schenken, empfiehlt Vollmann. Denn die Farbe des natürlichen Lichts verändert sich im Laufe des Tages und hat Einfluss auf unseren Hormonhaushalt – und damit auf unsere Gefühle und auf unsere Konzentration. Am Morgen hat das Licht viele Blauanteile, es macht wach. Im Laufe des Tages nehmen die Rotanteile zu. Sie ermöglichen Entspannung. Gemessen wird die Lichtfarbe in Kelvin. Bei einer Farbtemperatur um die 3.000 Kelvin spricht man von warmweißem Licht, das eine gemütliche Wirkung erzielt. Neutralweißes Licht hat um die 4.000 Kelvin und wirkt sehr sachlich, tageslichtweißes Licht ab 5.300 Kelvin hat die meisten Blauanteile.

„Neutralweiß wirkt konzentrationsfördernd und aktivierend. Optimal wäre es natürlich, wenn man eine Wahlmöglichkeit hat und morgens Licht mit vielen Blauanteilen anschalten und abends zur Vorbereitung auf die Nachtruhe warmweißes Licht wählen kann“, sagt Vollmann. So kann man Einschlafproblemen nach einem langen Arbeitstag vorbeugen. Einige Leuchten bieten die Möglichkeit, die Farbtemperatur im Laufe des Tages anzupassen. Solche Extras spiegeln sich allerdings auch im Preis wider.

Design und Technik

Die im Handel zur Auswahl stehenden Schreibtischlampen gibt es in zahlreichen Ausführungen. Derzeit besonders häufig zu sehen sind Lampen, die an das klassische Design im Bauhaus-Stil erinnern: Ein Fuß, ein kleiner Schirm oder eine quadratische Leuchte und dünne, aber lange und verstellbare Arme. Auch Klemmlampen, die an die Tischplatte angeschraubt werden, sind gefragt. Sie eignen sich besonders für kleine Schreibtische.

Die interessantesten Unterschiede liegen bei diesen Lampen in den technischen Details. Das gilt nicht nur dafür, wie gut sich die Arme schwenken und ausrichten lassen. So gibt es Lampen, bei denen sich nicht nur die Beleuchtungsstärke stufenlos einstellen lässt, sondern auch Exemplare, die ihr Licht dem wechselnden Tageslicht automatisch anpassen. Auch die Helligkeit kann via Dimmer vielfach individuell bestimmt werden. Das ist vor allem dort von Vorteil, wo verschiedene Personen am gleichen Tisch arbeiten. Ein besonderes Design und eine gute technische Ausstattung gehen oft Hand in Hand. Die LED-Technologie ermöglicht auch bei Schreibtischlampen eine sehr gute Lichtausbeute, gepaart mit Energieeffizienz und einem unaufdringlichen Design.

Alternativen zur klassischen Schreibtischleuchte

Es muss nicht immer die klassische Schreibtischleuchte sein. „Wer auf seinem Schreibtisch Platz sparen möchte, kann Pendelleuchten, Stehleuchten oder Gelenkarmleuchten verwenden, die über dem Schreitisch, an der Wand oder am Regal angebracht werden können. Pendelleuchten müssen höhenverstellbar sein, um eine Blendung oder Lichtreflexe auf dem Bildschirm auszuschließen,“ sagt Vollmann.

Am Arbeitsplatz kommt es zudem nicht allein auf die Schreibtischbeleuchtung an, auch die Grundbeleuchtung muss in die Planung einbezogen werden. Denn wenn die Augen ständig verschieden starke Helligkeitsstufen ausgleichen müssen – etwa zwischen einer hell erleuchten Arbeitsfläche und einem viel dunkleren Hintergrund –, werden sie schnell überanstrengt.

„Die Allgemeinbeleuchtung im Raum oder zumindest im Bereich rund um den Arbeitsplatz sollte möglichst ein Beleuchtungsniveau zwischen 300 und 500 Lux aufweisen. Eine gleichmäßig verteilte Helligkeit im Raum steigert die Konzentrationsfähigkeit, da sich die Augen nicht immer wieder auf unterschiedliche Helligkeitsstufen einstellen müssen“, sagt Vollmann. Für einen Arbeitsplatz in der Wohnung sind Leuchten geeignet, die indirektes Licht abgeben, etwa Decken-, Pendel- oder Stehleuchten. Wichtig für alle Typen: „Blendung sollte unbedingt vermieden werden – ob direkt oder indirekt über Lichtreflexe auf dem Computerbildschirm“, so Vollmann.