Forward-Darlehen: Früh attraktive Zinsen sichern

Forward-Darlehen: Früh attraktive Zinsen sichern
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Ein Forward-Darlehen birgt ein enormes Einsparpotenzial, da Sie sich ein attraktives Zinsniveau schon weit im Voraus sichern können. Allerdings sollten auch die Risiken bedacht werden.

Profiteure vom günstigen Zinsniveau sind nach Angaben von Baugeldanbietern gerade auch Immobilienbesitzer mit laufenden Krediten. Mit einem Forward-Darlehen wählen sie eine sichere Anschlussfinanzierung, bei der die anfallenden Zinsen auf Jahre im Voraus bekannt sind.

Per Forward-Darlehen bis zu 2 Prozent Zinsersparnis sichern

Der Zinssatz für ein Forward-Darlehen liegt in der Regel leicht über den aktuellen Konditionen für eine vergleichbare Laufzeit. Die Höhe des Aufschlags hängt dabei von der Dauer der Vorlaufzeit und der aktuellen Situation an den Kapitalmärkten ab. Wer seine Immobilie in den Jahren 1999 bis 2001 mit einem zehnjährigen Darlehen erworben hat, kann seine Zinsbelastung bei der nach zehn Jahren anstehenden Anschlussfinanzierung aktuell deutlich senken. Die Konditionen für den Erstkredit haben damals zwischen fünf und sechs Prozent gelegen. Eine Umschuldung auf ein Forward-Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung, die je nach Höhe der Restschuld sinnvoll ist, bringt eine Zinsersparnis von rund zwei Prozent. Doch auch Interessenten, denen ein Forward-Darlehen zu riskant ist, können derzeit günstig finanzieren. Kredite mit einer Zinsbindung von zehn Jahren sind ab etwa 2,5 Prozent erhältlich.

Forward-Darlehen: Ein bisschen Poker-Feeling

Die Anschlussfinanzierung per Forward-Darlehen wird bereits heute auf der Grundlage des aktuellen Zinssatzes abgeschlossen. Das Risiko einer Zinserhöhung - so geht quasi die Wette - kann damit lange vor Ende der Zinsbindung eines bestehenden Darlehens weitestgehend ausgeschaltet werden.

Teilweise entfallen selbst Umschuldungs-Gebühren der Banken und Sparkassen im Rahmen der Vorfälligkeitsstellung des Forward-Darlehens. Für die Zinsgarantie über längere Zeit werden meist jedoch monatliche Zinsaufschläge in Höhe von durchschnittlich etwa 0,030 Prozent pro Monat verlangt. Angeboten am Markt wird beispielsweise, dass ab dem 7. Monat nach Zusage des Forward-Darlehens bis einschließlich des Monats der Umschuldung der Aufschlag berechnet und auf den aktuellen Nominalzinssatz aufgeschlagen wird. Der bestehende Darlehensvertrag wird bis zum Ende der Zinsfestschreibung unverändert weitergeführt. Wenn die Zinsbindung des alten Darlehens endet, wird das Forward-Darlehen ausbezahlt. Es schließt sich direkt an die bisherige Finanzierung an.

Risiko bedenken: Forward-Darlehen kann auch nachteilig sein

Die Zinssicherheit, die ein Forward-Darlehen schafft, hat auch eine Kehrseite: Wenn die Zinsen bis zum Ende der bisherigen Festschreibung wider Erwarten sinken, profitiert der Darlehensnehmer nicht - ganz im Gegenteil zahlt er möglicherweise drauf. Die Unsicherheit über künftige Entwicklung bedeutet, dass der Abschluss eines Darlehens faktisch eine Zinsspekulation ist.

Wer sich für ein solches Forward-Darlehen entscheidet, sollte sorgfältig vergleichen. Denn die Zinsunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind nach Aussage der Verbraucherzentralen teilweise sehr groß.

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