Alarmanlagen – so machen Sie Einbrechern das Leben schwer

Alarmanlagen – so machen Sie Einbrechern das Leben schwer
© Fotolia/Foto-Ruhrgebiet

Kaum zu glauben, aber wahr: Laut Statistik wird alle zwei Minuten in Deutschland ein Einbruch begangen und: Jeder zweite Bundesbürger wird einmal in seinem Leben Einbruchopfer. Eine Alarmanlage kann helfen, das Risiko zu mindern und den Schaden zu begrenzen. Lesen Sie hier, welche Möglichkeiten es gibt, das Zuhause zu sichern und was man beim Kauf beachten sollte.

Der Besuch in einem Fachgeschäft für Alarmanlagen zeigt: Es gibt eine große Auswahl an Systemen namhafter Hersteller – etliche Produkte sind sogar speziell für Privatkunden konzipiert. Generell unterscheidet man zwei Wirkungsweisen, den optisch-akustischen und den stillen Alarm. Ersterer alarmiert Bewohner, Nachbarn und Passanten über ein Blinklicht oder eine Sirene – etwa dann, wenn ein Fenster zerstört, eine Tür gewaltsam geöffnet oder ein Signal übertreten wird. Der laute Ton oder das Licht sollen den Eindringling verunsichern und zur Hektik treiben, noch bevor er das Haus oder die Wohnung betritt.

Achtung: Professionelle Einbrecher warten erst einmal ab, ob jemand auf den Alarm reagiert. Bleibt alles ruhig, steigen sie ein. 

Die zweite Wirkungsweise – der stille Alarm – ist für den Täter nicht wahrnehmbar. Wird das Signal ausgelöst, erhalten Bekannte, man selbst oder ein privater Wachdienst eine Meldung. Was für einen Wachdienst spricht: Für eine monatliche Gebühr ist dieser rund um die Uhr erreichbar und kann umgehend die notwendigen Schritte einleiten.

Tipp: Bringen Sie Signalgeber schwer erreichbar, aber dennoch gut erkennbar am Haus an. Bereits die optische Präsenz einer Alarmanlage kann Gelegenheitstäter abschrecken. Setzen Sie jedoch nicht auf eine Attrappe. Ihr System sollte im Notfall funktionieren.    

Zahlencode oder Funk?

Oft wird der Alarm über Zahlencodes gesteuert. Das heißt: Sie müssen beim Verlassen der Wohnung oder des Hauses daran denken, die Anlage zu aktivieren, also "scharf" zu schalten. Bei Ihrer Rückkehr schalten Sie das System mit demselben Code wieder aus – das gerät allerdings schnell auch mal in Vergessenheit.

Bei einer anderen Variante wird das Ein- und Ausschalten der Alarmanlage mit der Funktion des Türschlosses gekoppelt. Dabei wird zusätzlich ein so genanntes Funk-Schloss montiert, das beim Absperren der Tür automatisch per Funk den Alarm aktiviert und beim Aussperren deaktiviert. Eine bequeme Lösung, die im Trend liegt, denn: Fehlalarm ist dadurch nahezu ausgeschlossen.

Investieren Sie in Qualität

Die Kosten für eine Alarmanlage hängen vom Umfang des Systems ab: Es gibt Drahtmelder und Funkmelder, die in der Regel aus einer zentralen Steuereinheit, verschiedenen Sensoren und Kontrollgeräten bestehen. Funkmelder können in Form von Bewegungssendern in Haus und Wohnung, aber auch außerhalb installiert werden und bieten damit mehr Flexibilität im Einsatz. Wer auf höchste Sicherheit aus ist, sollte mehrere hundert Euro in eine Anlage investieren. Zusätzlich zum Anschaffungspreis kommen noch die Kosten für eine professionelle  Installation durch einen Elektro-Fachbetrieb.

Tipp: Achten Sie beim Kauf eines Sicherheitssystems auf das anerkannte VdS-Prüfsiegel (Vertrauen durch Sicherheit). Dieses wird von der unabhängigen Zertifizierungsstelle für Sicherheitstechnik vergeben und garantiert eine hochwertige, technisch einwandfreie Qualität.

Achtung: Eine Alarmanlage allein sorgt nicht für die perfekte Sicherheit gegen Einbrüche. Setzen Sie zusätzlich auf gut gesicherte Türen und Fenster sowie hochwertige Schlösser. 

Förderung für Mieter und Eigenheimbesitzer

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert seit November 2015 Maßnahmen zum Schutz vor Haus- und Wohnungseinbruch mit bis zu 1.500 Euro. Die Förderungen sind unter dem Produkt "Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)" zusammengefasst.

Was wird gefördert?

  • Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren (DIN EN 1627 oder besser)
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren (Türzusatzschlösser, Querriegelschlösser mit oder ohne Sperrbügel)
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster (aufschraubbare Fensterstangenschlösser, drehgehemmte Fenstergriffe, Bandseitensicherungen, Pilzkopfverriegelungen)
  • Einbau einbruchhemmender Gitter und Rollläden
  • Einbau von Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen (Kamerasysteme, Panikschalter, Personenerkennung an Haus- und Wohnungstüren, intelligente Türschlösser)
  • Einbau von Türspionen
  • Baugebundene Assistenzsysteme ( (Bild-)Gegensprechanlagen, Bewegungsmelder, Beleuchtung, baugebundene Not- und Rufsysteme)

Wer wird gefördert?    

  • Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses mit maximal zwei Wohneinheiten oder einer Wohnung
  • Ersterwerber eines sanierten Ein- oder Zweifamilienhauses oder einer sanierten Wohnung
  • eine Wohnungseigentümergemeinschaft aus Privatpersonen
  • Mieter (mit Zustimmung des Vermieters zu den Umbaumaßnahmen)

Achtung: Der Antrag bei der KfW muss immer vorher gestellt werden.

 

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