Heizkosten sparen: Fenster selbst abdichten

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Nicht nur in Altbauwohnungen, auch in neueren Gebäuden wird es für die Bewohner im Herbst und Winter oft ungemütlich. Ein häufiger Grund: Fenster und Türen schließen nicht richtig. Dann dringt Zugluft in die Wohnung und Feuchtigkeit und Kälte schleichen sich ein. Das ist nicht nur unangenehm, es erhöht auch die Heizkosten.

 

Vermeiden lässt sich das kaum: Im Laufe der Jahre sorgen Witterungseinflüsse dafür, dass sich das Material verändert, sich ausdehnt, quillt oder teilweise zusammenzieht. Die schnellste Möglichkeit, sich trotzdem vor kalter Luft und Feuchtigkeit zu schützen ist, die entstandenen Ritzen, Fugen und Spalten abzudichten.

Welche Abdichtung ist die richtige?

Wer Fenster und Türen abdichten möchte, hat die Wahl zwischen Dichtungsbändern aus Schaumstoff und Gummiprofilen. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben, die Gummiprofile in unterschiedlichen Formen. Die Preisspanne der Produkte ist je nach Hersteller recht weit: Zehn Meter Dichtungsmaterial sind ab vier Euro erhältlich, können aber auch bis zu 25 Euro kosten. Grundsätzlich legt ein sehr günstiger Preis nahe, dass beim Material gespart wurde. Dann erreicht man mit dem Abdichten nicht das optimale Ergebnis und die Dichtung muss bald wieder ausgetauscht werden.

Spalten selbst abdichten können alle, die in einer Wohnung oder einem Haus mit Metall- oder Holzfenstern wohnen. Da sich die Dichtungen leicht entfernen lassen, ist auch eine Absprache mit dem Vermieter nicht notwendig. Etwas komplizierter ist es bei Kunststofffenstern. Diese haben meist schon Dichtungen, auf die man nichts draufkleben darf. Zieht es trotzdem, müssen Mieter mit dem Hausbesitzer über Maßnahmen sprechen.

Welche Art von Abdichtung die richtige ist, hängt in erster Linie von der Beschaffenheit der Fenster und der Spaltenbreite ab.

Dichtungsbänder aus Schaumstoff

Recht einfach anzubringen und am bekanntesten sind Dichtungsklebebänder mit Schaumstoff. Diese sind für kleine undichte Stellen eine günstige Lösung. Um ganze Fenster abzudichten, sind sie nicht so gut geeignet. Denn der Schaumstoff kann sich schnell vom Klebeband lösen. Für größere Spalten von mehr als 3,5 Millimeter taugt das kaum. Der Schaumstoff verliert seine Form, wenn er beim Schließen des Fensters zusammengedrückt wird und füllt den Spalt dann nicht mehr aus.

Die Bänder müssen mindestens einmal im Jahr ausgetauscht werden. Deswegen lohnt es sich, zu einem hochwertigeren Produkt zu greifen: Ein billiges Dichtungsband häufig nachzukaufen, kostet auf Dauer mehr.

Gummidichtungen

Gummidichtungen sind etwas teurer als Schaumstoffbänder. Je nach Qualität sind sie auch länger haltbar: Laut Herstellerangaben halten Gummidichtungen zwischen vier und acht Jahren. Sie sind witterungsbeständig, halten sowohl Frost als auch hohe Temperaturen bis zu 60 Grad aus, ohne Schaden zu nehmen. Sie kleben gut, lassen sich aber auch leicht wieder ablösen.

Für kleinere Spalten bis 3,5 Millimeter sind Gummidichtungen mit E-Profilen gut geeignet. Es gibt sie meist in Weiß oder Braun.

Für Spalten von zwei bis fünf Millimeter Größe empfehlen sich Gummidichtungen mit P-Profilen.

Abdichtungen richtig anbringen

Zunächst sollten Sie ermitteln, wo genau es Spalten und Ritzen abzudichten gilt. Woher die Zugluft ungefähr kommt, spürt man meist. Wo die Quelle genau ist, lässt sich mithilfe einer brennenden Kerze herausfinden: Wo am Fensterrahmen die Flamme am stärksten flackert, wird die Undichtigkeit am größten sein.

Dichtungen gibt es meist in einer Packungsgröße von zehn Metern. Messen Sie die Flügellänge der Fenster und Türen aus, die Sie abdichten wollen, um zu ermitteln, wie viel Sie benötigen.

Die notwendige Stärke der Dichtung kann man herausfinden, indem man ein Stück Filz, Schaumstoff oder Knetgummi zwischen Rahmen und Fensterflügel klemmt.

Vor dem Anbringen der Dichtung muss die Klebefläche gründlich gereinigt werden. Das geht am besten mit Spiritus. Haushalts- oder Fensterreiniger eignen sich nicht. Die Dichtungen sind in der Regel selbstklebend. Sie werden auf die Innenkante des Fensterflügels in die Falz geklebt. Gründliches Arbeiten ist wichtig. Es sollten auch an den Ecken keine Ritzen bleiben.

Investition und Ersparnis: Was bringen Dichtungsbänder?

Die Preisspanne bei Dichtungsbändern ist sehr groß. Simple Schaumstoffbänder zum Aufkleben gibt es schon ab unter zwei Euro (für fünf Meter). Für ein Markenprodukt bezahlen Sie etwas mehr: ab sieben Euro für zehn Meter.

Gummidichtungen liegen je nach Hersteller bei zehn bis 25 Euro für zehn Meter. Etwas teurer sind transparente Dichtungen.

Dafür versprechen Dichtungsbänder, Heizkosten zu sparen. Bei richtiger Anbringung sollen das zwischen 20 und 35 Prozent sein. Das sind in einem Haushalt in vier Jahren bis zu 150 Euro. Ein Betrag, bei dem sich die Anschaffung von Dichtungsbändern schnell rechnet.

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