Die Senioren von morgen – so wollen sie wohnen
Fitnessstudio und Internetflatrate – die zukünftigen Alten haben höhere Ansprüche ans Wohnen als heutige Rentner. Eine Studie des Instituts für Geographie und Geoökologie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat herausgefunden, wie die Senioren von morgen leben wollen.
Am liebsten möchten sie später zu Hause wohnen bleiben, gab die überwiegende Zahl der Studienteilnehmer an, das bestätigt auch eine Umfrage von Immonet. Die eigenen vier Wände sollten am besten mit Internetanschluss ausgestattet sein und auch das Fitnesscenter um die Ecke darf nicht fehlen. Eine Walking-Strecke in der Nähe wollen viele ebenfalls nicht missen. „Künftig werden Senioren nicht nur zahlreicher, sondern auch anspruchsvoller sein“, weis Caroline Kramer, Professorin und Leiterin der Studie. Und sie sind mobiler: Deshalb werden von den Studienteilnehmern gute Bahn und Bus-Anbindungen geschätzt, Ärzte, Einkaufsläden, ein attraktives kulturelles Angebot und Grünflächen sollten jedoch am besten fußläufig zu erreichen sein.
Den Senioren von morgen wollen fit und aktiv bleiben, das unterscheide sie von der vorherigen Generation, sagte Kramer dem Wiesbadener Kurier gegenüber. Außerdem seien die „neuen Alten“ gebildeter, emanzipierter und gesellschaftlich engagierter. Sie tummeln sich eher auf dem Rock- als dem Kur-Konzert. In der Freizeit surfen sie lieber im Internet als Marmelade einzukochen. „Man ist heute als Senior längst nicht so alt wie unsere Großeltern es waren“, ist Kramer überzeugt.
Eine Sorge von vielen Teilnehmern ist ihre spätere finanzielle Situation: So befürchten viele der Befragten, sich ihre Wohnung im Alter nicht mehr leisten zu können. Kramer sieht daher einen steigenden Bedarf an günstigen Wohnungen. Und zwar nicht nur für Ein- oder Zweipersonenhaushalte, sondern auch für größere Gemeinschaften, denn immer mehr ältere Frauen können sich ein Leben in einer WG vorstellen. Um den Umbau von Bestandsimmobilien zu barrierefreien Wohnräumen zu erleichtern, plädiert Kramer für eine Lockerung des Denkmalschutzes.
An der Studie nahmen 5.500 Menschen aus München, Berlin, Leipzig, Schwerin, Mannheim, Bochum, Karlsruhe, Kaiserslautern, Aachen und München teil.