Solartechnik spart Geld und schont die Umwelt
Wie bei Landwirten, so auch bei Häuslebauern und Modernisierern: Wer im Frühjahr in sein Eigentum investiert, kann schon im Sommer ernten – Sonnenenergie dank moderner Solartechnik. Der Staat unterstützt den Austausch alter Heizungen und den Einbau von Kollektoren. Und die lohnen sich doppelt, wenn ihr Sparpotenzial hinzugerechnet wird.
Steigen die Temperaturen, nimmt zwar der Einsatz des Heizkessels ab. Trotzdem läuft er in den meisten Haushalten das ganze Jahr über. Auch im Sommer wird nicht auf ihn verzichtet. Schließlich sorgt er für warmes Wasser in den eigenen vier Wänden - und verbraucht damit Gas oder Öl und bläst Abgase in die Luft. Solartechnik ergänzt die Wärmeproduktion. Sie deckt rund 60 Prozent des Bedarfs an Warmwasser pro Jahr und reduziert den Verbrauch von Gas und Öl um den gleichen Satz.
Solartechnik lohnt sich
Das rentiert sich. Felicitas Kraus, Bereichsleiterin bei der Deutschen Energie-Agentur (dena), hat's nachgerechnet: "Die Umstellung auf Solartechnik mit Solaranlagen kann bis zu 30 Prozent Energiekosten einsparen." Bei einem typischen Einfamilienhaus aus den 70er Jahren mache das im Jahr etwa 1000 Euro aus, die im Geldbeutel des Eigentümers bleiben. Bei den heutigen Ölpreisen muss nach ihrer Rechnung ein Haushalt mittlerweile fast doppelt so viel für Heizung und Warmwasser zahlen wie noch vor zehn Jahren.
Solartechnik: Fördergelder nutzen
Darum greift der Staat Häuslebauern, Sanierern und Modernisierern, die mit nachhaltiger Solartechnik liebäugeln, finanziell unter die Arme. Investitionen in Solartechnik werden mit bis zu 105 Euro für jeden Quadratmeter Kollektorenfläche gefördert. Besonders effiziente Gerätekombinationen etwa mit Holzheizungen, Wärmepumpen und Brennwertapparaturen belohnt die Bundesregierung mit einer Extra-Finanzspritze. Für solche Anlagen gibt es noch einmal einen Zuschuss von 750 Euro.Zwar kann in jeder Region Deutschlands Solartechnik eingesetzt werden. Doch gibt es Unterschiede zu beachten, wenn es um die Art der Anlagen geht. Matthias Hüttmann vom Solar-Informations- und Demonstrationszentrum "Solid" in Fürth-Poppenreuth kennt die kleinen und großen Differenzen. Er trennt deshalb strikt zwischen Anlagen, die ausschließlich Warmwasser aufbereiten und jene, die als Kombi-Lösung dienen sollen - Warmwasser plus Heizung. "Da geht es um entscheidende Details."
Solartechnik: Die Kombination machts
Wer viel Platz auf dem Dach hat, sollte sich überlegen, eine Anlagen-Kombination anzustreben. Die Kollektorenfläche ist bei dieser Art Solartechnik nämlich mit 20 bis 50 Quadratmetern größer als bei der einfachen Variante. Auch gilt ein anderer Winkel der Kollektoren. Reicht für die Aufbereitung von Warmwasser eine Neigung von 30 Grad aus, müssen es bei der kombinierten Version schon 60 Grad sein. Solar-Fachmann Hüttmann: "Sonst lassen sich im Winter die Strahlen der niedrig stehenden Sonne nicht zum Heizen nutzen."
Kosten für Solartechnik
Außerdem benötigen sie einen speziellen Speicher. Der hält nicht nur das Warmwasser, sondern dient auch als Puffer für die Heizung. "Das macht die Kombi-Anlagen natürlich teurer als die simpleren Varianten, dafür ist ihre Energiebilanz besser", sagt Hüttmann. Die Kosten für Solartechnik der einfachen Bauart liegen nach seiner Kalkulation zwischen 4000 und 6000 Euro. Soll zugleich die Heizung unterstützt werden, kommen nach seiner Rechnung noch einmal 4000 Euro dazu.
Dabei gilt: Wer neu baut und sich gleich für den Einsatz von Solartechnik entscheidet, ist gegenüber Spätentschlossenen klar im Vorteil. Rund 20 Prozent der Kosten können im Vergleich zu einer nachträglichen Montage gespart werden. Berücksichtigt werden sollte auch ein möglicher Familienzuwachs. "Eine Nachrüstung ist zwar immer möglich", weiß Hüttmann, "aber auch immer teurer."

