Förderkürzungen: Lohnen sich Solaranlagen noch?

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Die Attraktivität privater Anlagen zur Nutzung von Solarenergie schwindet weiter. So ist seit dem 1. August 2014 eine Novelle Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, in Kraft. Sie sieht unter anderem weitere Kürzungen der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen vor. Insgesamt möchte der Gesetzgeber den Ausbau von erneuerbaren Energien weiter forcieren. Für den Endverbraucher aber soll die Energiewende preiswerter werden, so die Ziele der EEG-Novelle 2014.

Wichtigste Neuerung

Eine Einspeisevergütung wird derzeit nur noch für kleinere Neuanlagen bis 500 Kwp Nennleistung gewährt. Bisher konnten Betreiber von Anlagen bis 10.000 kWp die Einspeisevergütung in Anspruch nehmen. Große Photovoltaik-Parks mit mehr als 10 MW Leistung fallen nach der EEG-Novelle von 2014 vollständig aus der Förderung heraus. Ausnahmen gelten für Solarparks auf sogenannten Konversionsflächen, das sind Flächen, die bisher zum Beispiel einer militärischen Nutzung unterlagen und nun neu überplant werden.

Insgesamt wird die Förderung von erneuerbarer Energie gedeckelt. Deutschlandweit werden ab 2015 nur noch 2.500 MW Leistung pro Jahr gefördert. Wird diese Summe überschritten, gehen Investoren leer aus.

Das sind die Einschnitte

Für Dachanlagen auf Wohngebäuden bis 10 kWp wurden im  Januar 2015 nur noch 12,56 Cent je Kilowattstunde (kWh) gewährt. Für größere Anlagen fiel die Förderung geringer aus. Bei einer Leistung von 10 bis 40 kWp waren das 12,22 Cent je kWh. Bei einer Leistung von 40 bis 500 kWp nur noch 10,92 Cent je kWh. Für Anlagen auf Nicht-Wohngebäuden oder Freiflächen wurden im Januar pauschal 8,70 Cent je kWh bei einer Nennleistung bis 500 kWp gewährt. Seit Januar 2015 sinkt die Einspeisevergütung nun monatlich um 25 Prozent.

Wichtig: Für die garantierte Einspeisevergütung zählt der Tag der erstmaligen Inbetriebnahme einer Anlage. Geht zum Beispiel eine Solaranlage im März 2015 ans Netz erhält der Betreiber 20 Jahre lang die dann gültige Einspeisevergütung. Nachfolgende Kürzungen wirken sich lediglich auf jüngere Anlagen, nicht aber auf bestehende Anlagen aus.

Solarstromanlagen als Geldanlage weiterhin attraktiv?

Solarstromanlagen als reine Geldanlage dürften somit einiges an Attraktivität einbüßen, was auch die Branche zu spüren bekommen hat. Auch wenn die Vergütungen für Betreiber sinken – zinsgünstige Kredite für den Bau von Solarstromanlagen können sie noch immer in Anspruch nehmen. Die KfW-Bank stellt nach wie vor Förderprogramme für erneuerbare Energien auch für den Privat-Haushalt bereit.

Attraktivität von Solarstromanlagen für Eigenversorger steigt

Während die Vergütung für die Einspeisung ins Stromnetz verringert wird, bleibt die Nutzung von selbsterzeugtem Solarstrom für Betreiber privater Anlagen weiterhin attraktiv. Denn die Einsparungen gegenüber eingekauftem Strom sind nicht unerheblich. Experten empfehlen einen Eigenverbrauch von mindestens 40 Prozent des selbsterzeugten Stroms aus Solarenergie.

Anders sieht es für größere Anlagen zur Stromerzeugung aus. Denn bei Anlagen mit einer Leistung von mehr als 10 kWh werden bis 2017 schrittweise 40 Prozent des erzeugten Stroms mit der EEG-Umlage belastet, und zwar auch, wenn der Strom selbst verbraucht wird.

Maßnahmen sollen Verbraucher entlasten

So kontrovers die Änderung des EEG derzeit auch diskutiert wird, so scheint sie doch im Grunde ein gutes Ziel zu verfolgen: die Entlastung des Verbrauchers in Bezug auf die Stromrechnung. Letztendlich sind es ja die Kunden, die die hohen Subventionen für Solarstromanlagen tragen müssen.

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