Intelligente Sicherheitssysteme fürs Eigenheim

Der Finger als Türöffner. Eine neue Sicherheitstechnik, die ungebetenen Besuchern das Leben noch schwerer machen soll als bisher. Denn wo kein Schloss ist, lässt sich auch keines knacken.

Bei der bundesweiten Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“ finden neue Sicherheitssysteme viel Lob. Sie machen nämlich genau das, worauf es ankommt: „Sie stellen eine Hürde dar, die Langfinger resignieren lässt“, sagt Vorsitzender Dr. Helmut Rieche. Meistens gäben Einbrecher nämlich auf, wenn es für sie kompliziert wird. Dabei muss das Eigenheim gar nicht mal zur Festung werden, um Dieben einen Riegel vorzuschieben. „Ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitert bereits an klassischen Sicherheitssystemen“, weiß Rieche. Herkömmlich sind die elektronischen Schlösser zwar nicht, aber dennoch erschwinglich, wie der Chef der Initiative meint. Die Fingerabdruck-Varianten schlagen im Schnitt mit rund 500 Euro zu Buche. Eine Investition, die sich nach seiner Auffassung bezahlt macht – nicht bloß, wenn Diebe versuchen, Ernst zu machen.

Verlustsichere Sicherheitssysteme

Weil der Schlüssel bei Fingerprint-Modellen nicht verloren gehen kann, gehören folglich auch alle Probleme der Vergangenheit an, die im Verlustfall bei einem mechanischen Schließsystem an der Tagesordnung sind: In der Regel muss ein kostspieliger Schlüsseldienst gerufen werden. Ist der metallene Türöffner gar verloren gegangen oder gestohlen worden, hilft nur noch, den Zylinder auszutauschen. Und das kann teuer werden. Rieche: „Bei der Scanner-Variante ist der Schlüssel buchstäblich immer zur Hand.“ Elektronische Sicherheitssysteme können aber noch mehr als nur den Finger zum Türöffner zu machen. Sie kombinieren den Schutz vor Einbrechern mit einer Vielzahl von Warnmeldern, die den Alltag sicherer gestalten sollen. Moderne Sicherheitssysteme steuern das Außenlicht genauso wie Kameras und schlagen an, wenn irgendwo im Haus ein Feuer entsteht, Gas oder Wasser austritt. Sie regulieren die Beleuchtung in Zimmern und übernehmen das Rauf und Runter von Jalousien und Rollos. Allesamt mit einem einzigen Tastenfeld programmiert.

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Herbst- und Wintermonate am gefährlichsten

Zahlreiche Modelle lassen sich dabei individuell auf den jeweiligen Gebäudetyp einstellen. Für Initiativen-Vorsitzenden Rieche ein unbedingtes Muss, denn: „Kein Haus gleicht dem anderen.“ Darum gibt es für ihn auch keine Standard-Sicherheitssysteme zum Schutz vor Einbrechern. Und nicht nur ein probates Mittel zu ihrer Abschreckung, auf das Wohnungs- und Hauseigentümer zurückgreifen sollten. „Lediglich die Haustür abzuschließen, reicht nun einmal nicht, um wirklich sicher zu sein.“Rieche setzt nicht zuletzt auf Licht – vor allem dann, wenn die Tage kürzer werden und es früher dunkel wird. Nach einer Faustformel der Polizei schlagen Einbrecher doppelt so oft im Herbst und im Winter zu wie im Sommer. Nach Rechnung der Initiative wird in Deutschland alle zwei Minuten in eine Wohnung oder in ein Haus eingebrochen. „Wer bei den Sicherheitssystemen für die eigenen vier Wände an einige Außenstrahler samt Bewegungsmelder denkt, handelt umsichtig“, sagt Rieche. Und wer in seine Anlage noch dazu einen so genannten stillen Alarm integriert, der geht mehr als bloß auf Nummer sicher. Der hilft der Polizei, ungebetene Besucher dingfest zu machen. Rieche: „In drei Viertel der Fälle, in denen ein Einbruch durch eine lautlose Meldung an einen Sicherheitsdienst verhindert wurde, konnten die Täter in flagranti erwischt werden.“

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