So wechseln Sie den Stromanbieter

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© istock/ Syda Productions

Obwohl Verbraucher schon seit langem Stromanbieter frei wählen können, bleibt die Mehrzahl der Deutschen ihrem Energieversorger treu. Dabei ist ein Wechsel ganz einfach – und oftmals rentabel: Im besten Fall lassen sich mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Immonet gibt Tipps für die Wahl des richtigen Anbieters.

Günstiger Strompreis ist nur ein paar Mausklicks entfernt

Der Wechsel zum neuen Stromanbieter ist ein reiner Verwaltungsakt. Kein Fremder muss die Wohnung betreten, der Stromzähler nicht ausgetauscht werden und der Übergang zum neuen Anbieter geht nahtlos. Die ersten Schritte lassen sich mit ein paar Klicks am Computer erledigen.

Verbrauch ermitteln

Die erste Frage lautet: Wie viel Strom wird im Haushalt verbraucht? Auf der letzten Stromrechnung finden Sie den Stromverbrauch und die Kosten. Für einen Vergleich notiert man am besten die Angaben auf einem Zettel.

Strompreise vergleichen

Die unterschiedlichen Tarife lassen sich ganz bequem mit Stromtarifrechnern prüfen – beispielsweise direkt bei Immonet. Mit dem Stromtarifrechner können Sie auch gezielt nach Ökostrom suchen und ggf. direkt wechseln.   

Angebote genau prüfen

Haben Sie das passende Angebot gefunden, lassen Sie es sich nach Hause schicken. So können Sie in Ruhe die Vertragskonditionen lesen und vergleichen. Auf die Tarifrechner alleine sollte man sich nicht verlassen – sehen Sie sich auch die Internetseite des Anbieters an. Achtung: Im Endpreis müssen Grundpreis, Verbrauchspreis, Netzentgelte, Stromsteuer, Mehrwertsteuer und alle sonstigen Abgaben enthalten sein.

Kündigungsfrist und Laufzeiten

Achten Sie darauf, dass der Vertrag mit Ihrem neuen Stromanbieter eine kurze Laufzeit hat. Dann können Sie schnell wechseln. Aber: Einige Verträge haben Mindestlaufzeiten, in dieser Phase kann nicht gekündigt werden. Beim Thema Kündigungsfrist ist der Gesetzgeber den Verbrauchern entgegengekommen.

Seit dem 1. April 2012 ist die Kündigungsfrist für Kunden eines Grundversorgers von vier auf zwei Wochen verkürzt worden. Die Frist bei einem Wechsel von einem Stromanbieter zum nächsten darf nur noch maximal drei Wochen betragen. Um die tatsächliche Kündigung brauchen Sie sich aber nicht zu kümmern. Das erledigt der neue Stromanbieter für Sie.

Ausnahme: Kündigt der Stromanbieter eine Preiserhöhung an, haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Allerdings sind die Fristen eng gesteckt, so dass Sie in diesem Fall selbst kündigen sollten, weil die Kündigung durch den neuen Versorger zu lange dauern könnte.

Vorsicht bei Supersparangeboten

Vorsicht ist bei überdurchschnittlich günstigen Konditionen geboten. Das Angebot ist möglicherweise nicht kostendeckend kalkuliert – es drohen hohe Nachzahlungen am Ende des Jahres. Ebenso vorsichtig sollten Stromkunden bei Festpreisangeboten sein. Einige Anbieter möchten die Kosten für den kalkulierten Jahresverbrauch im Voraus bezahlt haben. Das Problem: Geht der Konzern pleite, bekommt der Kunde sein Geld nicht wieder. Zudem sollten Sie solch einen Vertrag nur abschließen, wenn Sie Ihren Stromverbrauch genau einschätzen können. Wird mehr verbraucht, bekommen Sie das zuviel gezahlte Geld nicht zurück. Ist der Stromverbrauch höher, müssen Sie draufzahlen – und das kann teuer werden.  

Auftrag vergeben

Wenn Sie sich für einen Stromanbieter entschieden haben, gehen Sie direkt auf die Anbieter-Webseite, füllen das Anmeldeformular aus und schicken es ab: entweder per Mail oder das ausgedruckte Formular per Post. Die Anmeldung enthält eine Vollmacht, die dem neuen Vertragspartner erlaubt, in Ihrem Namen den alten Vertrag zu kündigen.

Der neue Versorger kümmert sich um die Ummeldung und benötigt dazu folgende Angaben: den Namen des alten Anbieters, die Stromzählernummer, die alte Kundennummer und den letzten Jahresverbrauch. In der Regel dauert die Ummeldung sechs bis acht Wochen.   

Zählerstand melden

Kurz bevor umgestellt wird, bekommen Sie Post von ihrem alten Anbieter. Jetzt muss der Zählerstand abgelesen werden, die Angaben sind für die Endabrechnung nötig. Häufig können Sie den Zählerstand direkt auf der Internetseite des Anbieters eingeben.

Nahtloser Wechsel

Der neue Stromanbieter schickt die Angaben zum Lieferbeginn und die Bestätigung über den Vertragsabschluss per Post. Keine Sorge: Liefert der neue Vertragspartner, aus welchen Gründen auch immer keinen Strom, springt der regionale Grundversorger ein. Niemand muss im Dunkeln sitzen.

Vor dem Umzug den Stromanbieter wechseln

Wenn Sie in eine andere Stadt ziehen, müssen Sie vor Ihrem Einzug Ihren Stromanbieter wechseln. Beziehen Sie Strom aus der Grundversorgung, steht Ihnen eine zweiwöchige Kündigungsfrist gesetzlich zu.

Wer einen Vertrag mit einem alternativen Stromanbieter abgeschlossen hat, sollte die Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen. In der Regel findet sich darin eine Umzugsklausel, so dass eine vorzeitige Vertragsauflösung möglich wird. Dabei unterscheiden Anbieter zwischen Umzügen innerhalb oder außerhalb des Netzgebietes. Im ersten Fall muss der Vertrag in der Regel weitergeführt werden.

Unternehmen Sie im Falle eines Umzugs nichts, kommt es automatisch zu einem Vertrag mit dem örtlichen Netzbetreiber zu dessen Grundversorgungstarif. Dieser kann unmittelbar nach dem Einzug mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Das ist auch dringend geraten: Denn der Grundversorgungstarif ist in der Regel die teuerste Variante des Strombezugs. Dann können Sie entweder in einen anderen Tarif wechseln oder einen neuen Anbieter wählen.

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