Moderne Recyclingmöbel

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Die Zahl scheint unglaublich: Sieben Millionen Tonnen Möbelmüll fallen jährlich in Deutschland an. Ein durchgesessenes Sofa, ein Tisch mit nur noch drei Beinen, ein abgebrochenes Scharnier an der Kommode – schnell wandern betagte Möbel auf den Sperrmüll. Oder alte Schätze, wie Omas Erbstück oder ein Dachbodenfund passen nicht zur restlichen Einrichtung. Aber muss man alles immer gleich wegschmeißen? Recycling heißt das Zauberwort. Das hat nichts mit Müll oder der Öko-Welle der 70er-Jahre zu tun, denn: Manche Recyclingmöbel sind wahre Designerstücke.

Recyclingmöbel

Eine Lampe aus Eisstielen, ein Tisch aus Weinkisten oder Hocker aus Holzpaletten – Möbeldesigner werden immer kreativer, wenn es um das umweltbewusste Wiederverwenden von gebrauchten Materialien geht. So wurde ein neuer Recyclingmöbel-Trend geboren.

Ungeliebte Stücke, die auf der Straße gelandet sind, Holzreste und Industrieabfälle werden von Kreativen wieder richtig aufgepeppt und zu den unterschiedlichsten Einrichtungsgegenständen verwandelt. Recyclingmöbel sind nichts Neues, sind aber in den letzten Jahren viel attraktiver und beliebter geworden. Das liegt vor allem daran, dass die Themen Nachhaltigkeit und Recycling in unserem ökologischen Bewusstsein wachsen und auch auf Möbel- und Designmessen immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Recyclingmöbel mal anders

Viele Designer und Unternehmen haben sich auf Recyclingmöbel spezialisiert. Dabei sind die Ansätze zur Rettung vor der Deponie ganz unterschiedlich. In einem kleinen Geschäft in Berlin kann man sich gleich verlieben. In wunderschöne Einzelstücke, die die Designerin aus alten Schubladen zu neuen Schränkchen, Sideboards, Kommoden oder Nachttischen fertigt. Jedes Stück ist ein Unikat, signiert und nummeriert. Jede Schublade hat ihre eigene Geschichte, und so bleibt der Korpus des neuen Möbelstücks immer zurückhaltend gestaltet. Es lohnt sich, alte Schubladen aufzuheben oder zu sammeln, um sich daraus ein ganz persönliches Einzelstück fertigen zu lassen.

Jedes Recyclingmöbel erzählt seine Geschichte

Auch die Regalsysteme eines Berliner Designers sind echte Unikate. Sein organisch geformtes Recyclingmöbel in Stapelform wurde bereits mehr als 3500 Mal verkauft. Die Kunden haben die Wahl, ob sie das Regal in weiß lackierter oder unbehandelter Form haben möchten. Bei der unbehandelten Form lässt sich die Vorgeschichte der verwendeten Materialien erkennen und macht sich zu Nutze, dass gebrauchte Möbel eine Geschichte erzählen – auch wenn dieser Aspekt des Recyclings in manchen Milieus besser ankommt als in anderen: In Herford wollen die Kunden das Regal lieber weiß lackiert. In Berlin, wo besonders viel gekauft wird, schätzen die Leute den Materialmix und freuen sich auch über Kratzer, berichtet der Innenarchitekt.

Recyclingmöbel und -dekoration

Nicht nur Recyclingmöbel, sondern auch Recyclingdekoration liegt voll im Trend. So zeigte eine Jungdesignerin bei der Ausstellung „New Designers in London“, was man aus alten Büchern fertigen kann. In ihrem Fall sind es Vasen, die tatsächlich wasserfest sind. Die Bücher für ihre Vasen hat sie in Second Hand Buchläden gesammelt. Die Profile für die neuen Produkte werden mit einer Säge aus den Büchern herausgeschnitten, anschließend um eine neue Glasform gewunden und befestigt.

Auch in Hamburg geht man kreativ mit Alltagsgegenständen um: In einer Manufaktur werden alte Ölfässer zu Schränken, Bücher zu Garderoben oder farbige Schallplatten zu Wandleuchten umfunktioniert.

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