Gesundes Raumklima per Knopfdruck

Ob draußen oder drinnen: Das Klima hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Wohlbefinden. Ist das Raumklima mangelhaft, fühlen sich die Bewohner schnell schlapp und antriebslos. Kein Wunder: Zum Durch- und Aufatmen ist frischer Sauerstoff essentiell. Doch weil beim herkömmlichen Lüften viel wertvolle Wärme buchstäblich zum Fenster rausgeht, stehen Klima-Konzepte für Gebäude gepaart mit moderner Anlagentechnik hoch im Kurs – mit in Kraft treten der Energiesparverordnung mehr denn je.

Einfach bloß die Fenster aufzureißen, um für ein gesundes Raumklima in den eigenen vier Wänden zu sorgen, reicht nicht. Dafür tritt Raimund Käser schon seit langem ein. "Wer ein gesundes Raumklima und Energieeffizienz unter einen Hut bringen will, kommt ohne einen schlüssigen Plan fürs Eigenheim nicht weit", sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes für Wohnungslüftung (VFW). Und in der Regel auch nicht ohne den Einsatz von zentralen oder dezentralen Geräten – entweder mit oder ohne Wärmerückgewinnung.

Moderne Lüftungstechnik für ein gutes Raumklima

Dass Lüftungstechnik im Kommen ist, postuliert der VFW nicht nur. Er legt auch Zahlen vor. Waren die Anlagen im Wohnungsbau noch vor Jahren kaum verbreitet, entscheiden sich nach Verbandsangaben heute knapp 30 Prozent aller Bauherren für den Einsatz von Technik, um das Raumklima im Haus zu regeln. Ein Ergebnis, das Käser kaum verwundert: "Energiekosten spielen beim Verbraucher eine immer gewichtigere Rolle." Wer Möglichkeiten zum Sparen sieht, ergreife sie mittlerweile auch.

Standardsysteme funktionieren nach einem simplen Prinzip. Die Anlage saugt über Ventilatoren verbrauchte Luft ein und pustet sie durch ein Rohr nach draußen. Gleichzeitig strömt frische Luft über Ventile am Fenster oder in der Hauswand in die Räume. Filtersysteme sorgen dafür, dass weniger Pollen, Sporen und Milben ins Haus gelangen als beim gängigen Sauerstoff-Austausch über geöffnete Fenster. Wer an einer viel befahrenen Straße wohnt, lässt darüber hinaus auch Abgase und Lärm draußen - positive Aspekte also für ein gesundes Raumklima.

Wärmerückgewinnung: Gut für Raumklima und Energiehaushalt

Anlagen mit Wärmerückgewinnung gehen noch einen Schritt weiter. Sie entziehen zusätzlich der Abluft die Wärme und führen sie der Frischluft für die Innenräume zu. Bis zu 80 Prozent der Energie, die sonst nach draußen entweicht, lässt sich dabei wiederverwerten. Ein Vorzug, den immer mehr Wohnungs- und Hauseigentümer ausnutzen. Nach der Statistik des Bundesverbandes für Wohnungslüftung sind mittlerweile 40 Prozent aller installierten Lüftungsanlagen mit Rückgewinnungstechnik ausgestattet.

Eine solche Anlage hat ihren Preis. Sie schlägt mit 5.000 bis 8.000 Euro zu Buche. Wie leicht die Systeme eingebaut werden können, ist abhängig von der Raumanordnung und der Konstruktion des Gebäudes. Und davon, ob sich der Bauherr für eine zentrale oder dezentrale Variante entscheidet. Letztere arbeitet geräuschvoller und verfügt über weniger Komfort. Weil sie jedoch meist leichter in ein Haus integriert werden können, werden dezentrale Varianten bevorzugt bei der Altbausanierung eingesetzt.

Zunehmende Herausforderung

Auf Dauer helfen beide Systeme, Energie und Heizkosten zu sparen sowie das Raumklima zu verbessern. Für VFW-Chef Käser sind sie weitaus effektiver als das Lüften nach Gefühl und per Hand. Mit ihnen bleibe das Eigenheim im Sommer kühler und im Winter wärmer. Wer sich für eine Anlage entscheide, bei der die Abwärme genutzt wird, baue vor. "Diese Technik ist nach der Energiesparverordnung das Nonplusultra an, wenn es um die Erfüllung von gesetzlichen Anforderungen geht." Und die würden in Zukunft eher strenger werden.

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