Möbeldesign: Fünf aktuelle Möbeldesigner aus Deutschland

Das deutsche Möbeldesign erlebte seine Hochzeit mit dem Bauhaus: Die Möbel von Marcel Breuer, Mies van der Rohe oder Le Corbusier zählen – auch wenn die Entwürfe schon fast 100 Jahre alt sind – zu den großen Klassikern. Was aber den aktuellen Stil deutschen Möbeldesigns ausmacht und welche Designer zurzeit angesagt sind, hat Immonet zusammengefasst.

Möbeldesign

Das aktuelle Möbeldesign aus Deutschland zeichnet sich – ähnlich wie das skandinavische Design – durch einen schlichten Stil, klare Formen, helle oder kräftige Farben aus. Die Funktionalität spielt dabei eine ebenso große Rolle wie das Design bwz. die Ästhetik. 

Dass sich die täglichen Bedürfnisse mit dem digitalen Zeitalter stark verändert haben, spiegelt sich zunehmend im Möbeldesign. Das ist schon allein daran erkennbar, dass der Beruf des Möbeldesigners sich längst nicht mehr nur auf den Entwurf von Möbeln konzentriert, sondern vielmehr in einem ganzheitlichen Zusammenhang steht: Innenarchitektur, Produkt- und Industriedesign sowie moderne Kommunikationstechnologien sind mittlerweile mit dem Möbeldesign eng verknüpft. Martin Heußmann, der seit zehn Jahren für das renommierten Wohn- und Möbelstudio "popo" (www.popo.de) arbeitet, nennt in diesem Zusammenhang folgende fünf aktuelle Möbeldesigner aus Deutschland:

Werner Aisslinger

Aisslinger entwirft Möbel für bekannte Möbelhersteller wie Capellini, Zanotta, Magis oder Vitra. Große Bekanntheit erlangte der Möbeldesigner unter anderem für seinen 2003 entworfenen „Loft Cube“ – ein 39 Quadratmeter großer, mobiler Wohnwürfel. Aisslinger interessiert sich in seinen Arbeiten vor allem für neue Materialien und Technologien. Das spiegelt sich zum Beispiel in  dem sogenannten „pad-table“ wider, den der Designer für das Label conmoto entworfen hat und auf www.conmoto.de für 2.400 Euro erhältlich ist. Der Tisch verfügt über ein Fach mit Ladestationen und Anschlüssen für Laptops oder Pads und lässt sich kurzerhand von einem Arbeits- in einen Esstisch verwandeln.

Aisslinger, im bayerischen Nördlingen geboren, studierte Industriedesign an der Hochschule der Künste (HdK) in Berlin. Seit 1993 hat er sein eigenes „Studio Aisslinger“ in Berlin mit dem Schwerpunkt Produktdesign, Designkonzepte und Markenarchitektur. Seine Arbeiten wurden in die Sammlung mehrerer Museen, wie dem Museum of Modern Art, dem Fonds national d'art contemporain und der Neuen Sammlung, aufgenommen.

Stefan Diez  

Diez macht Möbel für bekannte Hersteller wie Rosenthal, Authentics, Elmar Flötotto, Schönbuch, Thonet, Biegel, Merten, Moroso, Wilkhan und E15. Der gelernte Schreiner studierte Industriedesign an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste und eröffnete 2003 sein eigenes Studio in München. Für seine Entwürfe setzt sich der gebürtige Bayer intensiv mit unterschiedlichen Materialien wie Stahlblech, Aluminium oder Holz auseinander. Sein Arbeiten sind minimalistisch, innovativ und originell, seine Produkte vielfältig. Diez entwirft Möbel wie Tische, Stühle und Sofas, aber auch Taschen, Regale oder Pflanzenkübel.

Für E15 zum Beispiel entwickelte er 2008 den „Houdini“-Stuhl. Kürzlich folgte dessen Nachfolger, der Stuhl „This“, der rund 300 Euro kostet und ist damit wesentlich günstiger als sein Vorgänger ist. Erhältlich ist er zum Beispiel auf www.einrichten-design. Der Sessel „That“ und der Barhocker „Other“ sind weitere Möbel aus dieser Serie.

Konstantin Grcic

Grcic ist einer der führenden Designer unserer Zeit. Nach seiner Ausbildung zum Schreiner studierte er Design in London und gründete 1991 in München das Designbüro KGID (Konstantin Grcic Industrial Design). Grcic entwirft Möbel, Lampen und Accessoires. Seine Leuchte „Mayday“ gehört bereits zur Sammlung des Museum of Modern Art in New York. Von seinen Möbeln ist unter anderem der futuristisch anmutende „Chair One“ aus Aluminium bekannt, der der Form eines Fußballs nachempfunden ist. Für den Hersteller „Classicon“ (www.classicon.com) hat Grcic  gleich eine ganze Möbelserie entworfen: Die Beistelltische „Diana“, der Sessel „Chaos“, der Stuhl „Mars“ und „Venus“, der Zweisitzer „Odin“ sowie der Tisch „Pallas“ zeichnen sich durch außergewöhnliche geometrische Formen aus und sind in bunten, kräftigen Farben erhältlich. Der Clou bei den „Diana“-Tischen aus Stahlblech ist, dass sie sich vielseitig untereinander oder mit anderen Möbeln kombinieren lassen.

Sebastian Herkner

Herkner legte schon während seines Studiums der Produktgestaltung an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach den Schwerpunkt auf den Entwurf von Objekten und Möbeln. Herkner kombiniert das traditionelle Handwerk mit neuen Technologien und verbindet unterschiedliche kulturelle Stile miteinander. 2006 gründete der vielfach mit Preisen ausgezeichnete Designer sein eigenes Studio in Offenbach am Main und arbeitet für namhafte Hersteller wie De Vorm, Moroso und ClassiCon. Darüber hinaus realisiert er Projekte im Bereich der Innenarchitektur und ist für diverse Museen tätig. Wie auch viele seiner Kollegen arbeitet Herkner gern mit den unterschiedlichsten Materialien. Für seinen „Bell-Table“, den Herkner für das Label ClassiCon entworfen hat, wurde er mit dem Red Dot Designpreis ausgezeichnet. Der Tisch besteht aus einem Sockel aus farbigen Glas und einer schweren Platte aus Metall. Jedes Exemplar ist handgefertigt und daher ein Unikat. Das Meisterwerk traditioneller Handwerkskunst ist je nach Größe ab rund 1.600 Euro erhältlich, zum Beispiel auf wohn-cultur.de.

Clemens Weißhaar

Der gelernte Metallarbeiter studierte Design in London und arbeitete drei Jahre lang als Assistent von Konstantin Grcic. Weißhaar entwirft zwar auch Möbel, seine Projekte aber sind multidisziplinär. 2002 gründete er zusammen mit Reed Kram das Büro Kram/Weisshaar mit Niederlassungen in München und Stockholm, das sich mit der Gestaltung von Räumen, Produkten und Medien auseinandersetzt. Unter anderem entwarfen die beiden Designer eine interaktive Installation für das Centre Pompidou in Paris und einer Software zur Visualisierung komplexer Datenstrukturen für die BMW Group. Ein bekanntes Möbelstück von Weißhaar ist der Barhocker „Triton“, den der gebürtige Baden-Württemberger für die Firma ClassiCon entworfen hat. Das Gestell ist aus Stahl, die körpergerecht geformte Sitzschale aus Polyurethan ist farbig lackiert oder mit Kernleder überzogen. Je nach Modell liegt der Hocker zwischen etwa 350 und 700 Euro und ist zum Beispiel auf ambientedirect.com erhältlich.

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